Con­ti­nen­tal High- End-Klang mit ei­nem So­und­sys­tem, das die Au­to-Ver­klei­dung zum Schwin­gen bringt

Con­ti­nen­tal ent­wi­ckelt ein So­und­sys­tem, das ganz oh­ne Laut­spre­cher aus­kommt. Statt­des­sen brin­gen die Tech­ni­ker Ver­klei­dungs­tei­le zum Schwin­gen

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Martin Ur­ban­ke

Am An­fang stand ein in­ter­ner Wett­be­werb im Con­ti­nen­talKon­zern. Sämt­li­che Ab­tei­lun­gen wa­ren auf­ge­ru­fen zu über­le­gen, wie sich das Ge­wicht ei­nes Fahr­zeugs zu­künf­tig noch wei­ter sen­ken lässt. Das hat die Tech­ni­ker vom NVHKom­pe­tenz­zen­trum (Noi­se, Vi­bra­ti­on, Har­sh­ness) auf ei­ne eben­so sim­ple wie ge­nia­le Idee ge­bracht: Sie be­schäf­ti­gen sich üb­li­cher­wei­se da­mit, Schwin­gun­gen der im Fahr­zeug ver­bau­ten Tei­le zu re­du­zie­ren, um Ge­räu­sche zu eli­mi­nie­ren. Dies­mal ha­ben sie den Pro­zess um­ge­kehrt und ge­eig­ne­te Bau­tei­le ge­zielt in Schwin­gun­gen ver­setzt, um Schall zu er­zeu­gen. Das dürf­te schon in na­her Zukunft die In­nen­raum­ge­stal­tung re­vo­lu- tio­nie­ren. Denn weil das „Ac2a­ted Sound“ge­tauf­te Sys­tem oh­ne kon­ven­tio­nel­le Laut­spre­cher mit Ma­gnet­spu­len und Mem­bra­nen aus­kommt und ein­fach oh­ne­hin vor­han­de­ne Bau­tei­le nutzt, ge­nie­ßen De­si­gner und Tech­ni­ker künf­tig mehr Frei­hei­ten.

Er­heb­li­ches Po­ten­zi­al zur Ge­wichts­ein­spa­rung

Der größ­te Vor­teil des Sys­tems liegt je­doch in der po­ten­zi­el­len Ge­wichts­er­spar­nis: Je nach Grö­ße und An­zahl der ver­wen­de­ten Laut­spre­cher so­wie der da­mit ver­bun­de­nen Ver­ka­be­lun­gen ad­diert sich das Ge­samt­ge­wicht rasch auf et­li­che Ki­los. Im Schnitt kom­men pro Au­to rund 15 kg und 30 Li­ter Bau­raum zu­sam­men. Dem Con­ti- Sys­tem in­des ge­nü­gen ei­ni­ge we­ni­ge und leich­te Ak­tua­to­ren, die zu­dem nur ei­nen ge­rin­gen Platz­be­darf ha­ben. Sie sind et­wa so groß wie ei­ne Mün­ze und un­ge­fähr zwei Fin­ger dick. Das Ge­samt­pa­ket wiegt le­dig­lich rund ein Ki­lo­gramm und be­an­sprucht nur et­wa ei­nen Li­ter an Vo­lu­men. Das er­laubt den Ein­satz selbst an ver­win­kel­ten Stel­len. Und weil die Leis­tungs­auf­nah­me nied­ri­ger ist, be­nö­tigt das Sys­tem auch deut­lich we­ni­ger Strom. Die Ton­signa­le des Ab­spiel­ge­räts wer­den von ei­ner haus­ei­ge­nen Soft­ware in die ent­spre­chen­den Fre­quen­zen um­ge­rech­net, die von den Ak­tua­to­ren auf die je­wei­li­gen Ver­klei­dungs­tei­le über­tra­gen wer­den – und schon er­tö­nen Mu­sik

so­wie Spra­che oder auch Si­gnalund Warn­tö­ne im Fahr­zeug. Ge­ne­rell lässt sich zwar je­de Ober­flä­che zur Schall­er­zeu­gung nut­zen, be­son­ders ge­eig­net sind in der Re­gel aber die Ver­blen­dun­gen der A-Säu­len (ho­he Tö­ne), Dach­him­mel und Hu­t­ab­la­ge (Bäs­se) so­wie Tür­ta­feln und die Ab­de­ckung der Ar­ma­tu­ren­ta­fel (Mit­te). So­gar die rück­sei­ti­ge Ver­klei­dung der Vor­der­sit­ze kann als Ton­quel­le ein­ge­setzt wer­den, was ganz ne­ben­bei auch noch ein sanf­tes Krib­beln er­zeugt, mit dem sich Bäs­se wie im Kon­zert­saal er­spü­ren las­sen – und das schon bei mo­de­ra­ter Laut­stär­ke. Das Prin­zip funk­tio­niert grund­sätz­lich in je­dem Au­to, wo­bei sich je nach Preis­seg­ment ver­schie­de­ne So­und­sys­te­me ab­bil­den las­sen: an­ge­fan­gen beim sim­plen Au­dio­sys­tem mit drei Ka­nä­len bis hin zur auf­wen­di­gen Zwöl­fKa­nal- Pre­mi­um­an­la­ge, de­ren Klang selbst mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen kon­ven­tio­nel­len Hig­hEnd-Kom­po­nen­ten mü­he­los kon­kur­rie­ren kann.

Ge­ni­al ein­fach: Ak­tua­to­ren ver­set­zen ein­zel­ne Ver­klei­dungs­tei­le in Schwin­gun­gen

Ak­tua­tor & Soft­ware Um­wand­lung elek­tri­scher Si­gna­le in Schall­wel­len Die Ak­tua­to­ren sind um ein Viel­fa­ches klei­ner und leich­ter als Laut­spre­cher Ver­bin­dungs­tech­nik Über­tra­gung der Schall­wel­len auf die Ver­klei­dungs­tei­le Ver­klei­dungs­tei­le Ab­strah­lung der Schall­wel­len in den Fahr­zeu­gin­nen­raum

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