Bit­ter Di­plo­mat CD Das Lu­xus-Cou­pé auf Opel-Ba­sis galt 1973 als Deutsch­lands ein­zi­ger Traum­wa­gen

1973 galt der Bit­ter CD als „ein­zi­ger Traum­wa­gen Deutsch­lands“. Das Lu­xus-Cou­pé auf Opel-Ba­sis be­saß Klas­se und Ex­klu­si­vi­tät

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Karsten Reh­mann

Der Opel Di­plo­mat B war nur noch am Lenk­rad und am Schalt­he­bel zu er­ken­nen, fast der kom­plet­te Rest des Au­tos war op­tisch neu – von den Klapp­schein­wer­fern bis zur Heck­stoß­stan­ge. Die Rück­leuch­ten aus der Groß­se­rie fie­len über­haupt nicht auf, der Be­trach­ter hat­te nur Au­gen für die aus je­dem Blick­win­kel elegante Gr­und­form. Kaum zu glau­ben, dass so ein Lu­xus-Cou­pé in Schwelm an der Ruhr Gestalt an­neh­men konn­te.

Car Guys in Ak­ti­on: Bob Lutz, Frua und Erich Bit­ter

So ganz stimmt es ja auch nicht. Die un­ter tat­kräf­ti­ger Mit­wir­kung von Pie­tro Frua ent­stan­de­ne Ka­ros­se­rie­form war ein­deu­tig von der Opel Stu­die „CD“aus dem Jahr 1969 in­spi­riert. Da­mals kann­te Opels dy­na­mi­scher Ver­triebs­chef Bob Lutz be­reits den jun­gen Au­to­händ­ler und Renn­fah­rer Erich Bit- ter und des­sen Wunsch vom ei­ge­nen Au­to. Vier Jah­re dau­er­te der Ver­trags­po­ker, dann durf­te Bit­ter zu­sam­men mit der Ka­ros­se­rie­fa­brik Baur den „Di­plo­mat CD“ins Rol­len brin­gen. An­triebs­strang und Fahr­werk wur­den prak­tisch un­ver­än­dert vom Opel Di­plo­mat B über­nom­men. Sein 5,4-Li­ter-V8 aus dem Hau­se GM war der ver­sam­mel­ten Kon­kur­renz an Grö­ße und Sou­ve­rä­ni­tät eben­bür­tig, wenn nicht über­le­gen. Der eben­falls seit 1969 im Di­plo­mat ein­ge­setz­ten DeDi­on-Hin­ter­ach­se konn­te Daim­ler-Benz erst ab 1972 mit der S-Klas­se W116 ei­ne Kon­struk­ti­on ver­gleich­ba­rer Qua­li­tät ent­ge­gen­set­zen. Doch zwei Pro­ble­me li­mi­tier­ten den Er­folg: der Aus­bruch der Öl­preis­kri­se und die teu­re Ma­nu­fak­tur­fer­ti­gung bei Baur. Mit knapp 60.000 Mark war der Bit­ter CD an­no 1975 rund dop­pelt so teu­er wie sei­ne Ba­sis, der Di­plo­mat V8.

Das Vier­spei­chen-Lenk­rad und das Au­to­ma­tik-Ge­trie­be stamm­ten aus dem Opel-Re­gal. Das Ar­ma­tu­ren­brett da­ge­gen war 100 Pro­zent Bit­ter Bit­ter Di­plo­mat CD V8-Zy­lin­der, 5354 cm3, 169 kW/ 230 PS bei 4700 /min, 3-Stu­fenAu­to­ma­tik, Hin­ter­rad­an­trieb, L/B/H: 4860/1845/ 1269 mm, Leer­ge­wicht: 1760 kg, 0-100 km/h in 9,7 s 1, 209 km/h 1, Stück­zahl: 395; Preis (1975): 59.875 Mark 1 Mess­wer­te aus AZ 10/1975

Brei­te Spur, flache Na­se mit Klapp­schein­wer­fern und ein bo­gen­för­mi­ges Heck im Stil des Ma­se­ra­ti In­dy

Wei­te­re Klas­si­ker und Young­ti­mer mit Sel­ten­heits­wert prä­sen­tie­ren wir in der ak­tu­el­len Aus­ga­be der Die neue Aus­ga­be 10/2017 er­scheint am 30. August

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