FREIZEIT SPORT­LER

LAS­SEN UND VIEL­SEI­TIG, SPORT­LICH FIT BMW X4 M40I UND GLC 43 MER­CE­DES-AMG MUS­KELN SPIE­LEN BEI BE­DARF DIE

AUTO ZEITUNG - - VERGLEICHSTEST · SPORTLICHE SUV -

Exklusiv für den M40i: Long Be­achMe­tal­lic

Mit stram­men Sechs­zy­lin­der-Tur­bos un­ter der Hau­be, die deut­lich über 350 PS leis­ten, mau­sern sich die Kom­pakt-SUV BMW X4 und Mer­ce­des GLC von bra­ven Fa­mi­li­en­kut­schen zu fahr­spa­ßi­gen All­roun­dern. Als M40i und 43er-AMG ver­ei­nen sie prak­ti­sche Tu­gen­den wie All­tags­taug­lich­keit, Stau­raum und Win­ter­eig­nung mit quir­li­gem Hand­ling, am­bi­tio­nier­ten Fahr­leis­tun­gen so­wie dy­na­mi­scher Op­tik und de­zent bas­si­gem Sound. Noch da­zu stel­len sie mit rund 65.000 Eu­ro ein ver­gleich­bar fai­res An­ge­bot dar. Wer bie­tet un­term Strich mehr: der BMW X4 M40i oder der Mer­ce­des-AMG GLC 43 4Ma­tic? Leis­tungs­mä­ßig ist der Schwa­be leicht im Vor­teil. Sein Dreili­ter-V6 mit dop­pel­ter Auf­la­dung ent­facht 367 PS und stemmt 520 Nm. Der Bay­er setzt auf ei­nen Tur­bo­la­der, Rei­hen­sechs­zy­lin­der und kommt auf 360 PS so­wie 465 Nm. Doch wenn man die bei­den von der Lei­ne lässt, ist es der X4, der sei­nem Kon­tra­hen­ten da­von­s­prin­tet. In we­ni­ger als fünf Se­kun­den er­reicht er die 100- km/ h- Mar­ke, bis Tem­po 200 braucht er 18,8 Se­kun­den. Der GLC tritt ver­hal­te­ner an und pas­siert 100 km/ h in 5,5 Se­kun­den. Bis 200 liegt er um 2,2 Se­kun­den zu­rück. In der Pra­xis ver­wischt die­se Dif­fe­renz je­doch, so­fern sich die bei­den nicht im di­rek­ten Du­ell mes­sen. Und bei der Höchst­ge­schwin­dig­keit herrscht oh­ne­hin Ei­nig­keit: Bei­de re­geln bei 250 km/ h ab. Ei­ne op­tio­na­le An­he­bung des Li­mits ist we­der hier noch dort ver­füg­bar. Dass der BMW zü­gi­ger be­schleu­nigt, ver­dankt er sei­nem bes­ser ab­ge­stimm­ten und schnel­ler agie­ren­den Ge­trie­be so­wie dem noch spon­ta­ner zu­pa­cken­den Trieb­werk. Schon bei nied­ri­gen

Dreh­zah­len legt sich der TwinS­crol­lTur­bo kraft­voll ins Zeug und über­zeugt im wei­te­ren Ver­lauf mit pu­rer Dreh­freu­de. Der AMG-V6 wirkt zwar kei­nes­falls trä­ge und hängt eben­falls wil­lig am Gas, aber eben auch nicht mit der Kon­se­quenz des M40i. Und wäh­rend der 40i lo­cker über 7000 Tou­ren dreht, geht dem 43er bei 6500 Um­dre­hun­gen die Pus­te aus. Das neun­stu­fi­ge Au­to­ma­tik-Ge­trie­be des GLC schal­tet zwar öf­ter, aber nicht schnel­ler oder sanf­ter als die acht­stu­fi­ge ZF-Au­to­ma­tik des X4. Bei der Lauf­kul­tur of­fen­bart der Rei­hen­sech­ser im BMW eben­falls leich­te Vor­tei­le ge­gen­über dem 60-Grad-V6 des Mer­ce­des. Au­ßer­dem ver­feu­ert der 43er im Test ei­nen Li­ter mehr Sprit. Zu gu­ter Letzt geht so­gar die Soun­dWer­tung an den BMW, der im Spor­tPlus-Mo­dus be­herzt trom­pe­tet und sprat­zelt. Wem es zu viel wird, der kann das Spek­ta­kel per Knopf­druck ein­däm­men. Das funk­tio­niert auch im Mer­ce­des, der akus­tisch de­zen­ter auf­tritt, aber auch we­ni­ger mi­t­rei­ßend. Da­für wen­det sich das Blatt, so­bald es an die Fahr­dy­na­mik-Tests geht: Al­lein mit sei­nen kalt wie warm um je­weils über zwei Me­ter kür­ze­ren Brems­we­gen aus 100 km/ h sam­melt der Mer­ce­des­AMG mehr Punk­te, als der BMW mit sei­nem tem­pe­ra­ment­vol­le­ren Mo­tor ein­fährt. Zwar of­fen­ba­ren bei­de SUV mit sport­li­cher Fahr­werks­ab­stim­mung und ad­ap­ti­ver Dämp­fung na­he der Haft­gren­ze leb­haf­te Last­wech­sel­reak- tio­nen, doch glänzt der GLC mit dem trotz stär­ke­rer Sei­ten­nei­gung ins­ge­samt hö­he­ren me­cha­ni­schen Grip in Kur­ven. Fer­ner er­folgt der Haf­tungs­ab­riss nicht so ab­rupt wie im X4 M, der im Ernst­fall ein be­herz­tes Zu­pa­cken er­for­dert. Da bleibt der AMG sanft­mü­ti­ger. Je­doch re­gelt sein ESP in sol­chen Si­tua­tio­nen recht lang­at­mig und gibt die Fuh­re erst nach ei­ner gan­zen Wei­le wie­der frei. Die Hatz um den Rund­kurs zeigt hier wie dort, dass sich SUV nur be­dingt zum Renn­wa­gen eig­nen … Auf kur­vi­gen Land­stra­ßen aber wis­sen die zwei eben­so zu ge­fal­len wie auf flot­ten Au­to­bahn-Etap­pen, wo sie je­weils mit dem rech­ten Maß an Agi­li­tät und Sta­bi­li­tät über­zeu­gen. Und das dank All­rad­an­trieb selbst bei Re­gen.

Dia­mant­grill in Chrom. Lack: hyanz­in­throt

(1) Fah­rer­ori­en­tier­tes Cock­pit mit grif­fi­gem Sport­lenk­rad. (2) Rei­hen­sechs­zy­lin­der mit Tur­bo­auf­la­dung. (3) Sport­sit­ze mit ein­stell­ba­ren Sei­ten­wan­gen und Me­mo­ry-Funk­ti­on

(1) Cock­pit mit schwar­zen De­kor­flä­chen, ro­ten Näh­ten und Uh­ren mit Ziel­flag­gen-Prä­gung. (2) Stark kon­tu­rier­te Sport­sit­ze. (3) V6-Bi­tur­bo mit de­zent-so­no­rem Sound

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