Fahr­be­richt: Die fünf­te Ge­ne­ra­ti­on des Su­ba­ru Im­p­re­za ist ein kom­plett neu­es Au­to

Die fünf­te Ge­ne­ra­ti­on des Su­ba­ru Im­p­re­za äh­nelt stark dem Vor­gän­ger, ist aber ein kom­plett neu­es Au­to

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Klaus Uck­row

Man muss schon ge­nau hin­schau­en, um Un­ter­schie­de zu er­ken­nen: Der et­was klei­ne­re Küh­ler­grill, die Tag­fahr­lich­ter in den op­tio­na­len LED-Schein­wer­fern – an der Front fal­len dem Be­trach­ter des neu­en Su­ba­ru Im­p­re­za al­len­falls evo­lu­tio­nä­re Ve­rän­de­run­gen zum Vor­gän­ger­mo­dell auf. Von der Sei­te wirkt der kom­pak­te Ja­pa­ner nun ge­streck­ter, die Mo­tor­hau­be ist fla­cher ge­wor­den. Wer aber hin­ter dem von Su­ba­ru an­ge­kün­dig­ten Mo­dell­wech­sel nur ein sanf­tes Face­lift ver­mu­tet, der irrt ge­wal­tig: Un­term Blech ha­ben die In­ge­nieu­re kaum ei­nen St­ein auf dem an­de­ren ge­las­sen. So steht der Im­p­re­za nun auf der neu­en Glo­bal Plat­form von Su­ba­ru, bei der durch den groß­zü­gi­gen Ein­satz hoch­fes- ter Stähle das Ge­wicht re­du­ziert und die Tor­si­ons­stei­fig­keit um bis zu 70 Pro­zent ver­bes­sert wur­de. Der Im­p­re­za teilt sich die­se mo­der­ne Ba­sis mit dem be­reits vor­ge­stell­ten Cross­over XV, der nach dem SUV Fo­res­ter das er­folg­reichs­te Mo­dell von Su­ba­ru auf dem deut­schen Markt ist. Da­ge­gen führ­te die vier­te Ge­ne­ra­ti­on des Im­p­re­za bei uns das Da­sein ei­nes Mau­er­blüm­chens. Das soll sich nach den Wün­schen des deut­schen Im­por­teurs nun än­dern – das Zeug da­zu hat der kom­pak­te All­rad­ler. Das fängt beim Rau­m­an­ge­bot an: In punc­to Län­ge und Brei­te legt der neue Im­p­re­za je­weils um knapp vier Zen­ti­me­ter zu – da­von pro­fi­tiert be­son­ders der In­nen­raum mit mehr Schul­ter­frei­heit auf al­len Plät­zen und mehr Platz für die Bei­ne in der zwei­ten Rei­he. Der va­ria­ble La­de­raum hin­ge­gen ist nur um fünf Li­ter ge­wach­sen (bei vol­ler Be­la­dung um 20 Li­ter), da­für jetzt aber brei­ter und da­mit bes­ser nutz­bar. Der neue Su­ba­ru ist zu­dem ins­ge­samt noch fa­mi­li­en­taug­li­cher als sein Vor­gän­ger. Auch die Ma­te­ri­alan­mu­tung des In­te­ri­eurs wirkt nun spür­bar wer­ti­ger dank mehr ge­schäum­ter Kunst­stof­fe und in der Top­ver­si­on auch Kla­vier­lack plus Chrom. Auf der Mit­tel­kon­so­le und in den Tür­ver­klei­dun­gen fin­det sich hier und da zwar noch Hart­plas­tik, das aber nicht mehr stö­rend ins Au­ge fällt. Die mit glat­tem Le­der be­zo­ge­nen Vor­der­sit­ze der Top­ver­si­on Sport sind an­ge­nehm kon­tu­riert und be­quem, je­doch et­was zu rut­schig.

Ein neu­es, zeit­ge­mä­ßes In­fo­tain­ment­sys­tem

Die ver­füg­ba­re Aus­stat­tung – die ex­ak­ten Um­fän­ge der vier Aus­stat­tungs­li­ni­en hat Su­ba­ru noch nicht be­kannt ge­ge­ben – lässt kaum Wün­sche of­fen. So kann man na­tür­lich auch per App­le CarPlay oder An­dro­id Au­to Smart­pho­nes kop­peln und über ei­nen acht Zoll gro­ßen Touch­screen be-

die­nen. Ein neu ent­wi­ckel­tes In­fo­tain­ment­sys­tem er­laubt den Zu­griff auf In­ter­ne­tra­dio und Apps. Die hö­he­re Aus­stat­tun­gen ver­fü­gen üb­ri­gens ab Werk über ein Na­vi­ga­ti­ons­sys­tem. Se­ri­en­mä­ßig ha­ben al­le Im­p­re­za die aus grö­ße­ren Su­ba­ru be­reits be­kann­ten Ey­e­sight-Si­cher­heits­as­sis­ten­ten an Bord. Mit Hil­fe von zwei Ka­me­ras ne­ben den In­nen­spie­geln ar­bei­ten ein Not­brems­sys­tem mit Kol­li­si­ons­war­ner, ein Spur­hal­teas­sis­tent und ein ad­ap­ti­ver Tem­po­mat. Spur­wech­sel-, Tot­win­kel und Qu­er­ver­kehr-As- sis­ten­ten wer­den von Ra­dar­sen­so­ren am Heck ge­steu­ert. Auch bei der An­triebs­tech­nik hat sich viel ge­tan: Die bei­den Bo­xer­mo­to­ren mit 1,6 und 2,0 Li­ter Hu­b­raum wur­den zu 80 Pro­zent er­neu­ert. Das grö­ße­re Trieb­werk bie­tet jetzt 156 statt 150 PS und wei­ter­hin 196 Nm Dreh­mo­ment, ist da­bei aber zwölf Ki­lo­gramm leich­ter ge­wor­den. Wie al­le Su­ba­ru hat auch der Im­p­re­za ei­nen per­ma­nen­ten All­rad­an­trieb, zu­sätz­lich sorgt nun Tor­que Vec­to­ring für ein noch bes­se­res Kur­ven­ver­hal­ten. Der Im­p­re­za wird nicht mehr mit Hand­schal­tung, son­dern nur noch mit stu­fen­lo­sem CVTGe­trie­be an­ge­bo­ten, in das sie­ben Schalt­stu­fen ein­pro­gram­miert sind. Der so­ge­nann­te Gum­mi­band-Ef­fekt mit ho­hen Dreh­zah­len ist zwar re­du­ziert, aber im­mer noch spür­bar. Trotz­dem fährt der Ja­pa­ner so sport­lich wie nie. Durch Fein­schliff am Fahr­werk wur­de die Sei­ten­nei­gung in Kur­ven re­du­ziert und die Fahr­dy­na­mik ver­bes­sert – oh­ne Kom­fort­ver­lus­te. Mit 114 PS star­kem 1,6-Li­ter-Bo­xer ist der Im­p­re­za ab so­fort für we­nigs­tens 21.980 Eu­ro zu ha­ben. Der viel agi­le­re Zwei-Li­ter-Bo­xer kos­tet ab 26.980 Eu­ro – ein­schließ­lich fünf Jah­re Ga­ran­tie. An­de­re Kom­pakt­wa­gen mit All­rad­an­trieb sind deut­lich teu­rer.

FA­ZIT: Der neue Su­ba­ru Im­p­re­za ist wer­ti­ger, bes­ser aus­ge­stat­tet und viel sport­li­cher als sein Vor­gän­ger, oh­ne un­kom­for­ta­bel zu sein. Die se­ri­en­mä­ßi­ge Si­cher­heits­aus­stat­tung ist vor­bild­lich. An das stu­fen­lo­se CVT-Ge­trie­be Li­ne­ar­tro­nic muss man sich da­ge­gen erst ge­wöh­nen.

Hin­ter der gro­ßen Heck­klap­pe be­fin­det sich ein bis zu 1290 Li­ter gro­ßer La­de­raum

Wer­ti­ges Cock­pit der Top­ver­si­on mit Le­der und gro­ßem Touch­screen

Gu­te Bein­frei­heit im Fond, rut­schi­ge Le­der­sitz­bank

Auch der ad­ap­ti­ve Tem­po­mat ist se­ri­en­mä­ßig im Im­p­re­za

Ne­ben dem In­nen­spie­gel sit­zen zwei Vi­deo­ka­me­ras für Ey­e­sight

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