Adam Lö­wen­herz

Die­ser Opel trägt star­ke Peu­geot-Ge­ne. Das De­sign und die Ab­stim­mung aber sind ganz nach Rüs­sels­hei­mer Art. Ers­te Fahrt mit dem Grand­land X

AUTO ZEITUNG - - NACHRICHTEN - Ste­fan Mie­te

Sie ha­ben ein Au­to? Wis­sen Sie auch, wer die Was­ser­pum­pe ge­lie­fert hat? Sie wis­sen es nicht? Egal. Of­fen­bar pumpt sie das Kühl­was­ser ja mun­ter durchs Sys­tem – an­de­ren­falls hät­ten Sie es ga­ran­tiert be­merkt. In die­ser Wei­se kön­nen wir uns auch dem Opel Grand­land X nä­hern, des­sen Tech­nik vom neu­en Mut­ter­kon­zern PSA (Peu­geot, Ci- tro­ën, DS) stammt, ganz ähn­lich üb­ri­gens wie die des klei­ne­ren Cross­land X (Sei­te 110). Und weil der Mok­ka X ei­gent­lich ein asia­ti­scher Chev­ro­let ist (Trax), soll­ten uns Opel, die aus frem­den Gen­pools schöp­fen, nicht su­spekt sein. Am 21. Ok­to­ber soll der Grand­land X zum Händ­ler rol­len und dort zu Prei­sen ab 23.700 Eu­ro die Ver­kaufs­ge­sprä­che be­flü­geln. Mit 4,48 Me­tern ist er nur ei­nen Zen­ti­me­ter kür­zer als der VW Ti­gu­an, aber der Pa­pier­form nach 3000 Eu­ro bil­li­ger – da­mit ist der Hoch­sit­zer ei­ne durch­aus ernst­zu­neh­men­de VW-Al­ter­na­ti­ve, die au­ßer­dem auch In­ter­es­sen­ten ei­nes Ford Ku­ga an­spre­chen dürf­te.

Zwei Mo­to­ren zum Start, ei­ne Hy­brid-Va­ri­an­te folgt

An­fäng­lich ste­hen nur zwei Mo­tor­va­ri­an­ten zur Wahl, die sich laut Opel-Ana­ly­sen leis­tungs­mä­ßig das Gros der Kun­den in die­sem Seg­ment wünscht und die vom neu­en Mut­ter­kon­zern PSA stam­men. Ne­ben ei­nem 130 PS star­ken 1,2-Li­ter-Drei­zy­in­der-Tur­bo­ben­zi­ner gibt es ei­nen 1,6-Li­ter-Tur­bo­die­sel mit vier Zy­lin­dern und 120 PS. Spä­ter soll ei­ne 180 PS star­ke Die­sel­va­ri­an­te fol­gen. Noch hin­term Ho­ri­zont war­tet ei­ne Hy­bridver­si­on. Mit ei­ner elek­tri­fi­zier­ten Hin­ter­ach­se be­stückt, wird der Grand­land X dann so­gar zum All­rad­ler. Der Ter­min ist in­des noch of­fen. Für bes­se­re Bo­den­haf­tung bie­tet Opel die elek­tro­ni­sche Trak­ti­ons­kon­trol­le In­tel­liG­rip an (ab 390 Eu­ro). Mit de­ren Hil­fe las­sen sich fünf ver­schie­de­ne Pro­gram­me aus­wäh­len. Das Sys­tem passt die Kraft­ver­tei­lung an und kann zum Bei­spiel Schlupf zu­las­sen, die Schalt­punkt der Au­to­ma­tik ver­än­dern oder die Kenn­li­nie des Gas­pe­dals be­ein­flus­sen. Im Pa­ket­preis ent­hal­ten sind Leicht­me­tall­rä­der mit Rei­fen des For­mats 225/55 R 18. Noch ein Hin­weis für Ge­spann­fah­rer: Der klei­ne Ben­zi­ner darf bis zu 1350 Ki­lo an den ab­nehm­ba­ren Haken (695 Eu­ro) neh­men, der Die­sel im­mer­hin 1400. Hier liegt VW vorn: Der 125 PS star­ke Ti­gu­an 1.4 TSI zieht 1600 kg. Im Ba­sis­preis ent­hal­ten sind si­cher­heits­re­le­van­te Sys­te­me wie der Spu­ras­sis­tent, der beim un­be­ab­sich­tig­ten Ver­las­sen der Fahr­spur warnt, und auch die Ver­kehrs­schil­der­ken­nung. Hin­zu kom­men De­tails wie LED-Tag-

fahr­licht, LED-Rück­leuch­ten und LED-Blin­ker vorn, der Tem­po­mat und das Ra­dio­sys­tem 4.0. In­ter­es­san­te Ex­tras sind die breit ge­schnit­te­nen Er­go­no­mie­sit­ze vorn (685 Eu­ro), die be­heiz­ba­re Wind­schutz­schei­be (210 Eu­ro) und die emp­feh­lens­wer­te Rück­fahr­ka­me­ra in­klu­si­ve Park­pi­lot (435 Eu­ro), denn die wuch­ti­gen hin­te­ren Dach­säu­len er­schwe­ren die Sicht nach schräg hin­ten. Auf der Stra­ße hin­ter­lässt der klei­ne Drei­zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner ei­nen mun­te­ren Ein­druck. Schon bei 1750 Tou­ren steht das ma­xi­ma- le Dreh­mo­ment von 230 New­ton­me­tern zur Ver­fü­gung. Zü­gig ge­schal­tet lässt sich der un­be­la­den 1275 Ki­lo leich­te Grand­land X er­staun­lich flott be­we­gen. Ganz nach Art der Blitz­mar­ke über­win­det man die Sper­re des Rück­wärts­gangs per Zug an der „Opel-Klin­ke“. Die Schal­tung selbst dürf­te et­was schnel­ler zu be­die­nen sein. Der klei­ne 1,2-Li­ter-Tur­bo­ben­zi­ner hält sich akus­tisch zu­rück. Das für die Zy­lin­der­zahl ty­pi­sche Knur­ren ist gut ge­dämmt, und auch bei hö­he­ren Ge­schwin­dig­kei­ten fällt auf, dass der Opel eher zu den Lei­se­tre­tern ge­hört. Rol­lund Wind­ge­räu­sche drin­gen sub­jek­tiv nie in den Vor­der­grund. Ge­naue­res wer­den die ers­ten Mes­sun­gen im Test er­ge­ben. Mit der mög­li­chen Spit­ze von 188 km/ h kann man im All­tag gut le­ben, und auch der ge­bo­te­ne Fe­de­rungs­kom­fort bie­tet ei­nen ge­lun­ge­nen Kom­pro­miss aus straf­fer Gr­und­ab­stim­mung und nutz­ba­rem Fe­der­weg. Der Grand­land X lässt sich ent­spre­chend zü­gig be­we­gen, oh­ne sei­ne In­sas­sen mit star­ken Wank­be­we­gun­gen zu be­hel­li­gen.

Kna­cki­ge Heck­par­tie, mar­kan­te C-Säu­le, 2675 Mil­li­me­ter Rad­stand

Cock­pit mit kla­rer Opel-Ar­chi­tek­tur und gu­ter Be­dien­bar­keit

Bis zu 1652 Li­ter Stau­vo­lu­men und dop­pel­ter La­de­bo­den

Weit­ge­hend kul­ti­vier­ter 1,2-Li­ter-Drei­zy­lin­der

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