VW Golf All­track · VW Ti­gu­an

Frisch über­ar­bei­tet rückt der Golf All­track in punc­to Aus­stat­tung und An­spruch nä­her an den Ti­gu­an her­an. Kann er auch vor­bei­zie­hen?

AUTO ZEITUNG - - INHALT - Cars­ten van Zan­ten

Die An­fang 2017 von Volks­wa­gen an ih­rem Best­sel­ler Golf vor­ge­nom­me­ne Mo­dell­pfle­ge kam auch der mit 35 Mil­li­me­ter mehr Bo­den­frei­heit ge­seg­ne­ten All­rad­ver­si­on All­track zu­gu­te. Ne­ben ei­ner leicht ge­schärf­ten Op­tik prä­sen­tiert sie sich vor al­lem in punc­to Aus­stat­tung auf­ge­wer­tet. So ste­hen jetzt et­wa mit dem Stau­as­sis­ten­ten als Be­stand­teil des Fahras­sis­tenz-Pa­kets „Plus“(2275 Eu­ro) und der voll­di­gi­ta­len In­stru­men­ten­ein­heit Ac­tive In­fo Dis­play (665 Eu­ro) zwei Op­tio­nen zur Wahl, die für den Ti­gu­an eben­falls er­hält­lich sind (1525 bzw. 510 Eu­ro). Der ein­zig ver­füg­ba­re Ben­zin­mo­tor für den Golf All­track ist und bleibt der 1.8 TSI mit 180 PS zu ei­nem Grund­preis von 33.650 Eu­ro. Der gleich star­ke Ti­gu­an 2.0 TSI kos­tet ab 35.275 Eu­ro. Der hö­he­re Kauf­preis des SUV re­la­ti­viert sich al­ler­dings durch die et­was um­fang­rei­che­re Com­fort­li­ne-Aus­stat­tung. Die­se um­fasst un­ter an­de­rem den Spur­hal­teas­sis­ten­ten La­ne As­sist und ei­nen Re­gen­sen­sor, die beim Golf All­track 895 bzw. 395 Eu­ro Auf­preis kos­ten. Für den Ti­gu­an spricht zu­dem sein grö­ßer ge­schnit­te­ner In­nen­raum, wo­bei sich die In­sas­sen des Golf eben­falls nicht wirk­lich über Platz­man­gel be­schwe­ren dür­fen. Auch das La­de­vo­lu­men des All­track er­reicht mit 605 bis 1620 Li­tern nur ein ge­ring­fü­gig nied­ri­ge­res Ni­veau als das des Ti­gu­an (615 bis 1655 Li­ter). Bei­de bie­ten se­ri­en­mä­ßig ei­ne um- klapp­ba­re Bei­fah­rer­sitz­leh­ne und Durch­rei­che in der asym­me­trisch ge­teil­ten Rück­sitz­leh­ne, das Fond­ge­stühl des Ti­gu­an ist zu­dem in Längs­rich­tung ver­schieb­bar. Deut­lich hö­he­ren Nut­zen bie­tet das SUV zu­dem als Zug­fahr­zeug, denn mit bis zu 2500 Ki­lo­gramm ma­xi­ma­le An­hän­ge­last darf der Ti­gu­an im­mer­hin ei­ne hal­be Ton­ne mehr an die für bei­de Mo­del­le 880 Eu­ro teu­re op­tio­na­le An­hän­ge­vor­rich­tung neh­men als der Golf All­track. Die­ser punk­tet da­für – si­cher auch we­gen sei­nes um 170 kg ge­rin­ge­ren Leer­ge­wichts – bei den Fahr­leis­tun­gen. Den Stan­dard­sprint aus dem Stand auf 100 km/ h ab­sol­viert der Golf in 7,4 Se­kun­den und da­mit fast ei­ne Se­kun­de schnel­ler als der Ti­gu­an (8,3 Se­kun­den). Sei­ne Höchst­ge­schwin­dig­keit von 217 km/ h lie­ße ihn zu­min­dest in der Theo­rie in ei­ner St­un­de ei­ne um neun Ki­lo­me­ter wei­te­re Stre­cke zu­rück­le­gen. Die dy­na­mi­schen Vor­tei­le wer­den al­ler­dings mit ei­nem hö­he­ren Durch­schnitts­ver­brauch er­kauft. Auf der AU­TO ZEI­TUNG-Test­run­de ge­neh­migt sich der Golf All­track mit 9,1 Li­ter Su­per ei­nen hal­ben Li­ter mehr als der Ti­gu­an. Bei­de Test­kan­di­da­ten sind üb­ri-

Der Ti­gu­an ist kür­zer, aber brei­ter und hö­her als der Golf All­track

gens aus­schließ­lich mit Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be er­hält­lich, das des Golf ver­fügt über sechs, das des Ti­gu­an über sie­ben Gän­ge. Auch wenn in bei­den Test­wa­gen die je­weils 1045 Eu­ro teu­re ad­ap­ti­ve Fahr­werks­re­ge­lung DCC ver­baut ist, geht die Kom­fort­wer­tung ein­deu­tig an den Ti­gu­an. Er fe­dert nicht nur Fahr­bahnu­n­eben­hei­ten har­mo­ni­scher ab als der et­was steif­bei­nig wir­ken­de All­track, er ist auch deut­lich bes­ser ge­dämmt und glänzt so mit ei­nem sehr gu­ten Ge­räusch­kom­fort. Ein wei­te­res Aus­ru­fe­zei­chen setzt das SUV bei den Brems­we­gen. Mit kal­ten wie mit war­men Brem­sen steht es aus Tem­po 100 be­reits nach we­ni­ger als 33 Me­tern. Mit knapp über 33 Me­tern muss sich aber auch der Golf All­track kei­ner­lei Vor­wür­fe ma­chen las­sen – um­so we­ni­ger, da die Test­wa­gen­be­rei­fung be­reits im Na­men trägt, dass sie eher auf Ef­fi­zi­enz denn Dy­na­mik ge­trimmt ist.

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