SUV Opel Cross­land X Opel Mok­ka X

Au­ßer dem nach­ge­stell­ten X in der Mo­dell­be­zeich­nung ha­ben der be­währ­te Mok­ka X und der neue Cross­land X auf den ers­ten Blick nicht viel ge­mein­sam. Wel­cher der bei­den pfif­fi­gen Ci­ty-SUV aus dem Hau­se Opel über­zeugt mit dem bes­se­ren Ge­samt­pa­ket?

AUTO ZEITUNG - - INHALT - [ TEXT Mar­cel Küh­ler FO­TOS Zbigb­niew Ma­zar ]

Er­höh­te Sitz­po­si­ti­on wie im SUV, prak­ti­ka­bel wie ein Van, ge­räu­mig wie ein Kom­bi: Der neue Opel Cross­land X ver­eint gleich drei Fahr­zeug­gat­tun­gen. Da­mit will er ei­ne pfif­fi­ge Al­ter­na­ti­ve zu den eta­b­lier­ten Ci­ty-SUV sein. Doch gräbt er da­mit nicht dem für die Mar­ke wich­ti­gen Mok­ka X das Was­ser ab? Im­mer­hin ge­hört der seit 2012 er­hält­li­che Best-

sel­ler zu den größ­ten Opel-Er­folgs­ge­schich­ten. Al­lein in die­sem Jahr ha­ben sich bis­her über 25.000 Kun­den für den klei­nen Krax­ler ent­schie­den. Der Ver­gleichs­test ver­rät, wel­cher der bei­den un­glei­chen Brü­der das bes­se­re Au­to ist.

Ka­ros­se­rie

Der neue Cross­land tritt deut­lich life­sty­li­ger auf als der haus­ei­ge­ne Mit­strei­ter im klas­si­schen Mi­niSUV-Look. Gleich­wohl bie­tet er durch den grö­ße­ren Stan­dard-Kof­fer­raum (410 zu 356 Li­ter) et­was mehr Nutz­wert bei vol­ler Pas­sa­gier­be­le­gung. Bucht man die ver­schieb­ba­re Rück­bank für 325 Eu­ro hin­zu, lässt sich das Vo­lu­men so­gar auf üp­pi­ge 520 Li­ter er­wei­tern. Beim ma­xi­ma­len Kof­fer­raum­vo­lu­men, sprich: bei um­ge­leg­ter Rück­bank und be­la­den bis zum Dach hat hin­ge­gen der Mok­ka X die Na­se mit 1372 zu 1255 Li­ter vorn. Ein wei­te­rer Vor­teil des „Klas­si­kers“: Beim Um­klap­pen der Rück­sitz­leh­ne ent­steht ein na­he­zu ebe­ner La­de­bo­den, wäh­rend die um­ge­leg­te Rück­bank im Cross­land X trotz hö­hen­ein­stell­ba­ren La­de­bo­dens ei­ne klei­ne Kan­te bil­det, an der sper­ri­ges Trans­port­gut

leicht hän­gen bleibt. Für bei­de Opel-Mo­del­le gilt: Für die Fahr­zeug­grö­ße gibt es in Rei­he eins er­freu­lich viel Platz. Hoch­ge­wach­se­ne Fond­gäs­te fin­den hin­ge­gen im Cross­land X et­was mehr Be­we­gungs­frei­heit vor. Da­für sam­melt der Mok­ka X, der im De­tail mit den hoch­wer­ti­ge­ren Ma­te­ria­li­en be­stückt und ins­ge­samt et­was bes­ser ver­ar­bei­tet ist, im Be­reich Qua­li­tät ein paar Zäh­ler mehr. Das im ver­gan­ge­nen Jahr er­folg­te Face­lift hat dem In­te­ri­eur des Mok­ka sicht­lich gut­ge­tan. Dass der Cross­land X in­des das neue­re Au­to ist, be­weist auch der Um­fang der Si­cher­heits­op­tio­nen. So ist für den No­vi­zen im

Ge­gen­satz zum Rou­ti­nier bei­spiels­wei­se ein au­to­no­mer Not­brems­as­sis­tent ver­füg­bar, der zwar nur ei­ne Teil­ver­zö­ge­rung ein­lei­tet, da­für aber Per­so­nen er­kennt. Und auch ei­nen Spur­wech­sel­as­sis­ten­ten oder ei­ne Pau­sen­emp­feh­lung sucht man in der Preis­lis­te des Mok­ka X ver­ge­bens. An­de­re Fea­tu­res wie ei­ne Spur­halt­e­hil­fe oder die Ver­kehrs­zei­chen­er­ken­nung sind hin­ge­gen beim Cross­land X Be­stand­teil der Se­ri­en­aus­stat­tung, wäh­rend sie beim Kon­tra­hen­ten ex­tra kos­ten.

Fahr­kom­fort

Auch wenn der Cross­land X und der Mok­ka X vor­wie­gend im ur­ba­nen Um­feld zu­hau­se sind: Lan­ge Au­to­bahn-Etap­pen meis­tern bei­de Opel-Mo­del­le, oh­ne die Ner­ven ih­rer Pas­sa­gie­re über Ge­bühr zu stra­pa­zie­ren. Dies liegt zum ei­nen an den kom­for­ta­bel ge­pols­ter­ten Er­go­no­mie­sit­zen, mit de­nen un­se­re Test­wa­gen aus­ge­rüs­tet sind, zum an­de­ren an den or­dent­li­chen Fahr­werks­ab­stim­mun­gen. Lan­ge Wel­len, wie sie re­la­tiv häu­fig auf Au­to­bah­nen an­zu­tref­fen sind, glei­chen die Ci­ty-SUV sou­ve­rän aus. Erst auf sehr schlech­ten Un­ter­grün­den er­weist sich das Fe­der-/ Dämp­fer-Set-up des Mok­ka X als das et­was nach­gie­bi­ge­re. Ein Ein­druck, der sich gera­de mit ma­xi­ma­ler Be­la­dung noch ver­stärkt. Dann näm­lich ver­här­tet der Cross­land X spür­bar und ge­rät schnell ans En­de der Fe­de­rungs­re­ser­ven. Da­für geht es im In­nen-

raum des Neu­lings et­was lei­ser zu als im Mok­ka X, in dem vor al­lem die Ab­roll­ge­räu­sche der Rei­fen, aber auch der Mo­tor stets prä­sent sind. Auf­fäl­lig im Cross­land X: ein un­schö­nes Achs­pol­tern, das be­reits beim Über­fah­ren mit­tel­schwe­rer Stra­ßen­schä­den auf­tritt.

Mo­tor / Ge­trie­be

Im Ge­gen­satz zum Mok­ka trägt der Cross­land un­ter der Hau­be ei­nen Tur­bo­die­sel aus dem fran­zö­si­schen PSA-Kon­zern. Die­ser leis­tet bei glei­chem Hu­b­raum 120 statt 136 PS und pro­du­ziert 20 Nm we­ni­ger Dreh­mo­ment als das be­währ­te Opel-Trieb­werk im Mok­ka. Da­für hat der Cross­land im Ge­gen­satz zu sei­nem Geg­ner ei­nen SCR-Ka­ta­ly­sa­tor samt AdBlu­eEin­sprit­zung, der den Aus­stoß von Stick­oxi­den re­du­zie­ren soll. Auch wenn die Un­ter­schie­de in der Pra­xis ge­ring aus­fal­len: Der Mok­ka X wirkt ins­ge­samt et­was sprit­zi­ger. Sein Trieb­werk ar­bei­tet sich druck­vol­ler durchs Dreh­zahl­band und spricht spon­ta­ner aufs Gas an. Der fran­zö­si­sche Selbst­zün­der im Cross­land X läuft hin­ge­gen et­was vi­bra­ti­ons­är­mer und lei­ser. Trau­te Ei­nig­keit herrscht bei den Fahr­leis­tun­gen. Bei­de SUV be­schleu­ni­gen in 10,1 Se­kun­den aus dem Stand auf 100 km/ h und sind ma­xi­mal 187 km/ h schnell. Der Grund, war­um der Mok­ka X sei­nen Leis­tungs­vor­teil nicht aus­spie­len kann, dürf­te im ho­hen Leer­ge­wicht be­grün­det lie­gen. Der kom­pak­te Best­sel­ler be­strei­tet den Test mit op­tio­na­lem All­rad­an­trieb – der Front­trieb­ler stand her­stel­ler­sei­tig zum Test­zeit­punkt nicht zur Ver­fü­gung. Der­art ge­rüs­tet, bringt das klei­ne SUV sat­te 1505 Ki­lo­gramm und da­mit 185 kg mehr als sein Wett­be­wer­ber auf die Waa­ge. Er­freu­lich: Mit 5,5 be­zie­hungs­wei­se 5,6 Li­tern er­wei­sen sich Cross­land X und Mok­ka X als äu­ßerst ge­nüg­sam und er­rei­chen im Test da­mit fast die je­wei­li­ge Her­stel­ler­an­ga­be für den durch­schnitt­li­chen EU-Ver­brauch.

Fahr­dy­na­mik

Als ve­ri­ta­bles Kur­ven­wun­der er­weist sich kei­ner der bei­den Opel. Wäh­rend der Mok­ka an sei­nem ho­hen Ge­wicht zu kn­ab­bern hat, ist es beim Cross­land das viel zu früh ein­grei­fen­de ESP, das ein lau-

Bei­de Ci­ty- SUV be­schleu­ni­gen in 10,1 Se­kun­den aus dem Stand auf Tem­po 100

ni­ges Kur­ven­räu­bern be­reits im An­satz ver­ei­telt. In Ab­hän­gig­keit vom an­lie­gen­den Lenk­win­kel stoppt der über­eif­ri­ge Ret­tungs­an­ker in Kur­ven oh­ne Not jed­we­den Tem­po­zu­wachs. Scha­de ei­gent­lich, denn mit sei­nem ge­rin­gen Ge­wicht, der um die Mit­tel­la­ge her­um sehr di­rekt an­spre­chen­den Len­kung und dem da­mit ver­bun­de­nen agi­len Ein­lenk­ver­hal­ten wä­ren auf dem Hand­ling­kurs si­cher­lich bes­se­re Zei­ten mög­lich. So aber muss er dem Mok­ka X den Vor­tritt las­sen, der sich durch die we­ni­ger di­rek­te Len­kung und die stär­ke­ren Ka­ros­se­rie­be­we­gun­gen nicht ganz so be­hän­de an­fühlt, sich aber beim Her­aus­be­schleu­ni­gen aus en­gen Kur­ven auf den trak­ti­ons­star­ken All­rad­an­trieb ver­las­sen kann. Für ein der­art kom­pak­tes Fahr­zeug ent­täu­schend ist der gro­ße Wen­de­kreis von fast zwölf Me­tern.

Um­welt / Kos­ten

Der neue Cross­land X ist sehr volks­nah ein­ge­preist. Die von uns ge­tes­te­te Mo­to­ri­sie­rung star­tet bei 22.800 Eu­ro und bie­tet da­für un­ter an­de­rem be­reits Leicht­me­tall­rä­der, Kli­ma­an­la­ge, elek­tri­sche Fens­ter­he­ber rund­um so­wie ein um­fang­rei­ches Mul­ti­me­dia-Pa­ket in­klu­si­ve Smart­pho­ne-In­te­gra­ti­on. Für den be­wer­te­ten Preis müs­sen wir auf­grund der spe­zi­fi­schen Test­wa­gen­aus­stat­tung le­dig­lich 595 Eu­ro für die Er­go­no­mie­sit­ze auf­schla­gen – macht in Sum­me 23.395 Eu­ro. Der Mok­ka X kos­tet mit dem 136-PS-Die­sel bei ver­gleich­ba­rer Ba­sis­aus­stat­tung min­des­tens 25.415 Eu­ro und so­mit 2615 Eu­ro mehr als der Cross­land. Für den be­wer­te­ten Preis ad­die­ren wir auch bei ihm die Kos­ten für die Er­go­no­mie­sit­ze (685 Eu­ro) so­wie 490 Eu­ro für die 18 Zoll gro­ße Op­ti­ons­be­rei­fung zum Grund­preis hin­zu. Der im ur­ba­nen All­tag durch­aus ver­nach­läs­sig­ba­re All­rad­an­trieb schlägt mit wei­te­ren 2000 Eu­ro zu Bu­che. Des­halb ist der Mok­ka X am En­de 5195 Eu­ro teu­rer. Da sich die Be­triebs­auf­wen­dun­gen auf ei­nem ähn­li­chen Ni­veau wie beim Cross­land X be­we­gen, ver­liert er das Kos­ten­ka­pi­tel deut­lich.

Au­tos im Test Opel Cross­land X 1.6 Die­sel 120 PS, 187 km/h, 5,5 l D/100 km, 22.800 Eu­ro Opel Mok­ka X 1.6 Die­sel 136 PS, 187 km/h, 5,6 l D/100 km, 25.415 Eu­ro

Trotz Li­fe­sty­leOp­tik kann der Cross­land ei­ni­ge prak­ti­sche Tu­gen­den vor­wei­sen – et­wa den va­ria­ble­ren In­nen­raum Cross­land X

Der Cross­land bie­tet vorn viel Platz, der mo­der­ne Ar­ma­tu­ren­trä­ger sitzt aber sehr tief

Der 120 PS star­ke, kul­ti­vier­te Tur­bo­die­sel stammt aus dem fran­zö­si­schen PSA-Kon­zern

Der zu­sätz­li­che Ein­füll­stut­zen ver­rät den Stick­oxid-re­du­zie­ren­den SCR-Ka­ta­ly­sa­tor

Die 595 Eu­ro teu­ren Er­go­no­mie­sit­ze ge­fal­len mit an­ge­neh­mer Kon­tur

Der Mok­ka X tritt im zünf­ti­gen SUV-Look auf. Zu­dem fe­dert er et­was er­wach­se­ner

Auch der Mok­ka X bie­tet für die Fahr­zeug­grö­ße er­staun­lich viel Platz in Rei­he eins

Trotz 16 PS Mehr­leis­tung lie­fert der Mok­ka X na­he­zu iden­ti­sche Fahr­leis­tun­gen

Der Spur­hal­teas­sis­tent ist Se­rie. Kli­ma-Ein­heit vom Vor­face­lift-Mo­dell

Die an­stei­gen­den Sitz­flä­chen der Er­go­no­mie-Sit­ze sind Ge­schmacks­sa­che

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