Au­di, BMW und Mer­ce­des

Bis­her trie­ben sich Au­di, BMW und Mer­ce­des ge­gen­sei­tig zu Höchst­leis­tun­gen. Doch nun dro­hen neue Her­aus­for­de­run­gen. Wel­che Pre­mium­mar­ke hat in Zu­kunft die Na­se vorn?

AUTO ZEITUNG - - INHALT -

Wenn es in der Au­to­in­dus­trie ein ma­gi­sches Da­tum gibt, dann ist es 2020. In die­sem Jahr soll der Drei­kampf um die Kro­ne der welt­weit größ­ten Pre­mium­mar­ke zwi­schen Au­di, BMW und Mer­ce­des ent­schie­den sein. Zu­min­dest, wenn es nach den Aus­sa­gen der Vor­stands­vor­sit­zen­den geht. 2020 gilt eben­falls als Schick­sals­jahr, in dem die ers­ten Se­ri­en­au­tos au­to­nom fah­ren sol­len – be­gin­nend auf den Au­to­bah­nen. Und auch in der Elek­tro­mo­bi­li­tät wird 2020 ein wich­ti­ges Wen­de­jahr sein: Für vie­le Ex­per­ten be­ginnt ab dann der Durch­bruch der al­ter­na­ti­ven An­triebs­tech­nik im Mas­sen­markt. Da­bei scheint im Wett­kampf der deut­schen Pre­mium­mar­ken ei­ne Vor­ent­schei­dung be­reits ge­fal­len zu sein: 2016 über­hol­te Mer­ce­des den lang­jäh­ri­gen Spit­zen­rei­ter BMW. Und die Stutt­gar­ter kön­nen sich die­ses Jahr wei­ter ab­set­zen: Bis Au­gust leg­te Mer­ce­des um 12,8 Pro­zent auf welt­weit 1,5 Mio. Ver­käu­fe zu – ein wei­te­res Top-Er­geb­nis für die Mar­ke mit dem Stern. Auch BMW steu­ert wie­der ein Re­kord­jahr an: Mit ei­nem Zu­wachs von 4,4 Pro­zent auf 1,3 Mio. Au­tos in den ers­ten acht Mo­na­ten blei­ben die Münch­ner aber hin­ter Mer­ce­des zu­rück.

Ihr stän­di­ger Wett­be­werb hat die deut­schen Mar­ken ge­stärkt

Noch schlim­mer sieht es für Au­di aus. Be­las­tet durch ei­nen Händ­ler­streik im wich­tigs­ten Markt in Chi­na san­ken die Ver­käu­fe der In­gol­städ­ter bis Au­gust um 2,6 Pro­zent auf 1,2 Mio. Neu­wa­gen. Zu­letzt muss­te Au­di 2009 nach der welt­wei­ten Fi­nanz­kri­se ei­nen Rück­gang hin­neh­men. Doch selbst die VW-Toch­ter darf sich noch als Ge­win­ner füh­len: Der har­te Wett­kampf zwi­schen den deut­schen Her­stel­lern führ­te da­zu, dass sie al­le spä­tes­tens seit den 1990er-Jah­ren ih­re in­ter­na­tio­na­len Kon­kur­ren­ten weit hin­ter sich ge­las­sen ha­ben: Al­fa Ro­meo, Ja­gu­ar, Vol­vo oder Ca­dil­lac kön­nen den Deut­schen glo­bal nicht ge­fähr­lich wer­den. So liegt et­wa Le­xus als viert­größ­te in­ter­na­tio­na­le Pre­mium­mar­ke mit 677.615 Ver­käu­fen in 2016 weit hin­ter den drei Deut­schen. Von Tes­la mit 76.230 Aus­lie­fe­run­gen ganz zu schwei­gen ... Doch „Grö­ße al­lein ist kein Er­folgs­ga­rant“, weiß BMW-Chef Harald Krü­ger. Und wer ste­hen bleibt, ver­liert. Da­her wer­den die deut­schen

Pre­mium­mar­ken in der nächs­ten Run­de bis 2020 ih­re Er­folgs­mo­del­le kon­se­quent wei­ter­ent­wi­ckeln. So küm­mern sich die Münch­ner in der Mit­tel­klas­se nach dem En­de 2018 er­folg­ten Start des neu­en 3er um den BMW 4er. Die erst vor vier Jah­ren ein­ge­führ­te Bau­rei­he – be­ste­hend aus Cou­pé, Ca­brio und dem vier­tü­ri­gen Gran Cou­pé – hat sich welt­weit bis­her über 460.000 Mal ver­kauft. Tech­nisch wird auch die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on des BMW 4er auf der Heck­an­triebs-Ar­chi­tek­tur des kom­men­den 3er auf­bau­en. Die sport­li­che­ren 4er-Mo­del­le pro­fi­tie­ren da­bei be­son­ders von dem tie­fe­ren Schwer­punkt des neu­en Bau­kas­tens, ei­ner aus­ge­gli­che­ne­ren Ge­wichts­ver­tei­lung zwi­schen Vor­der- und Hin­ter­ach­se so­wie ei­nes ins­ge­samt re­du­zier­ten Ge­wichts. Da­bei setzt BMW auf ei­nen in­tel­li­gen­ten Mix aus Alu­mi­ni­um so­wie hoch- und höchst­fes­ten Stäh­len. Teu­res Kar­bon soll je­doch kei­ne Rol­le spie­len. Im In­nen­raum wer­den hoch­wer­ti­ge­re Ma­te­ria­li­en ei­ne bes­se­re An­fass­qua­li­tät bie­ten. Wie der 3er kann künf­tig auch der 4er mit dem BMW-Dis­play-Schlüs­sel fern­ge­steu­ert in en­ge Park­lü­cken bug­siert wer­den. Neu sind eben­falls ein mul­ti­funk­tio­na­les TFTDis­play so­wie ei­ne Ges­ten­steue­rung. Op­tisch wird sich die 4er-Fa­mi­lie je­doch deut­li­cher als bis­her von der BMW 3er-Rei­he un­ter­schei­den: So er­hal­ten die Mo­del­le ei­ne ei­gen­stän­di­ge, stark nach vorn zu­ge­spitz­te und voll­ver­chrom­te Dop­pel­nie­re ähn­lich der des grö­ße­ren 8er so­wie schma­le­re Front­schein­wer­fer mit kan­ti­ge­ren LED-Leuch­ten.

„ Ko­ope­ra­tio­nen – auch mit un­se­ren Geg­nern – wer­den im­mer wich­ti­ger“Harald Krü­ger, Vor­stands­vor­sit­zen­der BMW

Was die Mo­to­ren be­trifft, blei­ben die be­kann­ten 2,0-Li­ter-Vier­zy­lin­der im Pro­gramm, wer­den in Leis­tung und Dreh­mo­ment aber leicht zu­le­gen. Sämt­li­che Die­sel ver­fü­gen dann über ei­ne Bi­tur­bo-Auf­la­dung. An der Spit­ze ste­hen wei­ter­hin drei Rei­hen­sechs­zy­lin­der: Der Die­sel M440d (320 PS), der Ben­zi­ner M440i (360 PS) so­wie der M4 (über 450 PS). Letz­te­rer soll je­doch wie bis­her Cou­pé und Ca­brio vor­be­hal­ten blei­ben. Im Ge­gen­satz zum 3er wird es kei­nen Plug-in-Hy­bri­den ge­ben. Los geht es 2020 mit dem Cou­pé (in­tern G22 ge­nannt) so­wie dem Ca­brio (G23), das vom schwe­ren, ver­senk­ba­ren Hard­top zum platz­spa­ren­den Stoff­dach wech­selt. Spä­ter folgt das vier­tü­ri­ge Gran Cou­pé (G26), das welt­weit die Hälf­te al­ler 4er-Ver­käu­fe aus­macht. Auch beim di­rek­ten Wett­be­wer­ber spielt das vier­tü­ri­ge Cou­pé glo­bal die größ­te Rol­le: 60 Pro­zent ent­fal­len auf die Sport­back ge­nann­te Va­ri­an­te, den Rest tei­len sich Cou­pé

und Ca­brio. Der In­gol­städ­ter tritt be­reits seit 2016 in der zwei­ten Ge­ne­ra­ti­on ge­gen den BMW 4er an. Mit der Markt­ein­füh­rung des RS 5 Cou­pés im Ju­ni die­sen Jah­res er­lebt die Bau­rei­he ih­ren bis­he­ri­gen Ab­schluss: Des­sen 2,9 Li­ter gro­ßer V6-Ben­zi­ner mit 450 PS be­schleu­nigt den RS 5 in 3,9 Se­kun­den auf Tem­po 100. Doch trotzt des Mo­dell­wech­sels konn­te sich der A5 auf dem Welt­markt nicht ge­gen den ak­tu­el­len BMW 4er durch­set­zen: Im ers­ten Halb­jahr 2017 stand es 68.646 (BMW) zu 47.900 (Au­di) Ver­käu­fen. Da­bei gibt es den Au­di A5 Sport­back seit Au­gust als ers­tes Au­to sei­nes Seg­ments mit bi­va­len­tem Gas­an­trieb g-tron: Der 170 PS star­ke 2,0-Li­ter-Mo­tor kann so­wohl mit Erd­gas als auch mit Ben­zin fah­ren. Au­diEnt­wick­lungs­vor­stand Pe­ter Mer­tens hält viel von der neu­en An­triebs­va­ri­an­te: „Erd­gas ist der Ham­mer, auch in Sa­chen Leis­tung.“Ein­zig Mer­ce­des leis­tet sich noch ei­ne of­fe­ne Flan­ke, was vier­tü­ri­ge Cou­pés in der Mit­tel- klas­se be­trifft: Die Mer­ce­des C-Klas­se gibt es bis­her nur als zwei­tü­ri­ges Cou­pé und Ca­brio. Doch nach dem Start des grö­ße­ren CLS schlie­ßen die Stutt­gar­ter 2019 die Lü­cke: Der Mer­ce­des

CLC wird ei­ne Sport­li­mou­si­ne mit et­was län­ge­rem Rad­stand als die C-Klas­se und auf Wunsch mit Luft­fe­de­rung. Das mög­li­che Spit­zen­mo­dell AMG CLC 63 S wür­de mit V8-Bi­tur­bo und 510 PS so­wohl den Au­di RS 5 als auch den nächs­ten BMW M4 in den Schat­ten stel­len. Deut­lich ent­spann­ter geht es da­ge­gen in der Ober­klas­se zu. Hier sind die In­gol­städ­ter mit dem neu­en Au­di A6 am Zug, der Mit­te 2018 star­tet. Das ers­te Mo­dell, das kom­plett aus der Fe­der von Au­di-Chef­de­si­gner Mark Lich­te stammt, wird deut­lich ath­le­ti­scher mit stark be­ton­ten Schul­ter­par­ti­en. Der Avant be­kommt ei­ne schrä­ger ge­stell­te C-Säu­le und ei­ne fla­cher ste­hen­de Heck­schei­be. Ob­wohl die Län­ge mit 4,95 Me­tern in et­wa gleich blei­ben soll, wirkt der um 13 Mil­li­me­ter ver­brei­ter­te A6 da­durch

„Wir wer­den un­se­re Sport­mar­ke S in

den nächs­ten Jah­ren wei­ter­ent­wi­ckeln“Pe­ter Mer­tens, Ent­wick­lungs­vor­stand Au­di

deut­lich fla­cher. Das Stau­vo­lu­men steigt leicht auf 580 bis 1695 Li­ter. In­nen fal­len die Än­de­run­gen gra­vie­ren­der aus: Au­di re­du­ziert die Schal­ter auf ein Mi­ni­mum - nur noch fünf Tas­ten für die Kli­ma­be­die­nung blei­ben üb­rig. Da­für gibt es auf der Mit­tel­kon­so­le zwei von­ein­an­der ge­trenn­te Touch­screens. Bei den Mo­to­ren set­zen die In­gol­städ­ter in Eu­ro­pa auf die be­währ­ten Eu­ro-6Tur­bo­die­sel, de­ren Ab­gas­wer­te noch wei­ter ver­bes­sert wer­den sol­len. Ein gro­ßes Leis­tungs­plus ist bei den 3,0-Li­ter-Sechs­zy­lin­derTur­bo­die­seln aber nicht zu er­war­ten. BMW bie­tet die sieb­te Ge­ne­ra­ti­on des 5er da­ge­gen be­reits seit Fe­bru­ar an. Noch lässt der Ver­kaufs­er­folg al­ler­dings auf sich war­ten: Im ers­ten Halb­jahr ver­buch­te die Ober­klas­se welt­weit ein Mi­nus von 1,8 Pro­zent auf 166.353 Ex­em­pla­re. Doch im Au­gust zo­gen die Ver­käu­fe au­ßer­halb Chi­nas um 50,7 Pro­zent an. Und in der Volks­re­pu­blik selbst star­tet die neue Ge­ne- ra­ti­on des 5er ge­ra­de erst, dort auch als Lang­ver­si­on. Ei­nem Die­sel-Plug-in-Hy­bri­den er­teilt BMW-Chef Harald Krü­ger im Ge­spräch mit der AU­TO ZEI­TUNG aber ei­ne Ab­sa­ge – für die ge­sam­te Mo­dell­pa­let­te der Münch­ner.

BMW setzt dem 5er Tou­ring am Jah­res­en­de die Die­sel-Kro­ne auf

Da­ge­gen dür­fen sich Kom­bi­fans recht­zei­tig zum Be­ginn des Weih­nachts­ge­schäfts im No­vem­ber auf ein po­ten­tes Prä­sent freu­en: Der

M550d xD­ri­ve Tou­ring bil­det künf­tig die Spit­ze der Tou­ring-Die­sel­pa­let­te. In ihm kommt der welt­weit stärks­te Sechs­zy­lin­der-Selbst­zün­der mit sat­ten 400 PS zum Ein­satz. Der 3,0 Li­ter gro­ße Die­sel ver­fügt über vier Tur­bo­la­der und ei­ne Com­mon-Rail-Di­rekt­ein­sprit­zung, die mit ei­nem Ma­xi­mal­druck von mehr als 2500 bar agiert. 760 Nm Dreh­mo­ment und ei­ne Be­schleu­ni­gung in 4,6 Se­kun­den auf Tem­po 100 run­den das Sport­pro­gramm ab. Die Kon­kur­ren­ten aus Stuttgart ge­ben in der Ober­klas­se da­ge­gen mit dem vier­tü­ri­gen Cou­pé Mer­ce­des CLS Gas (ers­te Mit­fahrt auf Sei­te 54). Ob­wohl die drit­te Ge­ne­ra­ti­on auf der E-Klas­se ba­siert – und da­mit streng ge­nom­men CLE hei­ßen müss­te –, hält Daim­ler an der bis­he­ri­gen Be­zeich­nung fest. Im­mer­hin ist der CLS so et­was wie der Ur­va­ter al­ler mo­der­nen, vier­tü­ri­gen Cou­pés. Der Mer­ce­des wirkt ent­tarnt deut­lich ge­streck­ter als sein Vor­gän­ger, mit ei­ner leicht nach vorn ge­neig­ten Front. Für den glo­ba­len Ver­kaufs­er­folg der Stutt­gar­ter sind SUV aber deut­lich wich­ti­ger: Vom kom­pak­ten GLA bis zum 5,16 lan­gen GLS ha­ben sie mitt­ler­wei­le sie­ben Mo­del­le im An­ge­bot. Kein Wun­der, dass Mer­ce­des im ers­ten Halb­jahr 2017 welt­weit mehr SUV ver­kauft hat als BMW oder Au­di. In der jun­gen Daim­lerSUV-Pa­let­te wirkt der ak­tu­el­le Mer­ce­des GLE mitt­ler­wei­le et­was an­ge­graut. Al­ler­dings ist er le­dig­lich ein Face­lift der seit 2011 ge­bau­ten M-

„Wir ha­ben in Eu­ro­pa 2017 bis­her mehr Die­sel ver­kauft als

im Jahr zu­vor“Ola Käl­le­ni­us, Ent­wick­lungs­vor­stand Mer­ce­des

Klas­se. Der im Ok­to­ber 2018 star­ten­de Nach­fol­ger trägt da­ge­gen klar die Hand­schrift von Chef­de­si­gner Gor­den Wa­ge­ner. Im Ge­gen­satz zum klei­ne­ren GLC wer­den beim GLE die hin­te­ren Dach­säu­len wie­der stär­ker be­tont. Die Tech­nik des rund 4,90 Me­ter lan­gen SUV stammt von der E-Klas­se. Auch die Mo­to­ren des GLE sind neu: mo­der­ne 3,0-Li­ter-Rei­hen­sechs­zy­lin­der als Tur­bo­die­sel (286 und 340 PS) so­wie Tur­bo­ben­zi­ner (367 und 435 PS). Da­zu gibt es zwei Plug-in-Hy­bri­de in Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem Vier- und ei­nem Sechs­zy­lin­der. BMW hat ei­ne Klas­se dar­un­ter ge­ra­de erst den neu­en X3 ein­ge­führt. Die­ser bil­det die Ba­sis für die zwei­te Ge­ne­ra­ti­on des BMW X4, die Mit­te nächs­ten Jah­res star­tet. Für das vier­tü­ri­ge SUVCou­pé ge­hö­ren ei­ne Acht­stu­fen-Au­to­ma­tik und der All­rad­an­trieb xD­ri­ve zum Se­ri­en­um­fang. Das Mo­to­ren­an­ge­bot reicht vom 2,0-Li­ter-Vier­zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner (184 und 252 PS) über den 3,0-Li­ter-Rei­chen­sech­ser (360 PS) bis zum eben­falls drei Li­ter gro­ßen Tur­bo­die­sel im M40d (330 PS). Doch da­mit ist noch lan­ge nicht Schluss: Ge­krönt wird das Mo­del­l­an­ge­bot von ei­ner M-Va­ri­an­te mit rund 450 PS. Wie bei Mer­ce­des steht auch bei Au­di der Mo­dell­wech­sel ei­nes Best­sel­ler-SUV an: Mit dem

Au­di Q3 konn­ten die In­gol­städ­ter vie­le Kun­den für das The­ma SUV be­geis­tern. Ob­wohl be­reits sechs Jah­re alt, fand er im ers­ten Halb­jahr 2017 welt­weit noch 98.212 Käu­fer. Die zwei­te Ge­ne­ra­ti­on, die im nächs­ten Jahr star­tet, wächst auf 4,50 Me­ter Län­ge und rückt da­mit deut­li­cher vom Q2 ab. Zu­dem sol­len ein ge­streck­ter Rad­stand und re­la­tiv weit an den äu­ße­ren En­den der Ka­ros­se­rie plat­zier­te Rä­der für mehr Platz im In­nen­raum sor­gen. Das auf dem Mo­du­la­ren Qu­er­bau­kas­ten (MQB) ba­sie­ren­den SUV ist mit Front- oder All­rad­an­trieb zu ha­ben. Neu ins Mo­to­ren­pro­gramm kommt der 1.5 TFSI mit 150 PS, an der Spit­ze thront der RS Q3 mit ei­nem 2,5-Li­ter-Fünf­zy­lin­der-Tur­bo­ben­zi­ner

mit 400 PS. In Eu­ro­pa wei­ter in­ter­es­sant blei­ben die Tur­bo­die­sel mit 116 bis 190 PS. Doch kei­ne Angst, die deut­schen Pre­mium­mar­ken zie­hen sich nicht ver­schämt auf ihr Selbst­zün­der-An­ge­bot zu­rück. Den Feh­de­hand­schuh von Tes­la be­ant­wor­ten sie mit ei­ner Of­fen­si­ve von Elek­tro­mo­del­len. Mer­ce­des­Ent­wick­lungs­chef Ola Käl­le­ni­us: „Bis 2025 wol­len wir zwi­schen 15 und 25 Pro­zent al­ler Mer­ce­des als E-Fahr­zeu­ge ver­kau­fen.“Da­bei soll ne­ben dem 2019 star­ten­den Elek­tro-SUV EQC der kom­pak­te Mer­ce­des EQA ei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len – im­mer­hin tritt er im welt­weit vo­lu­men­stärks­ten Seg­ment an, der Kom­pakt­klas­se. Zwei E-Mo­to­ren, die zu­sam­men 272 PS leis­ten, trei­ben den Stro­mer an. All­rad­an­trieb und in­di­vi­du­el­le Fahr­pro­gram­me sol­len für ge­nü­gend Dy­na­mik sor­gen. Mer­ce­des peilt ei­ne Reich­wei­te von rund 400 Ki­lo­me­tern an. BMW hat da­ge­gen mit der Sub­mar­ke i be­reits Elek­tro- und Plug-in-Hy­brid­mo­del­le im Pro- gramm. Ei­ne wich­ti­ge Er­gän­zung stellt der

BMW i5 dar, der in der Mit­tel­klas­se ge­nau auf das mit viel Vor­schuss­lor­bee­ren ge­star­te­te Mo­del 3 von Tes­la zielt. Die De­sign­spra­che des i5 zeigt, dass sich die Sub­mar­ke deut­li­cher von den nor­ma­len BMW-Mo­del­len ab­gren­zen wird. Ei­ne Reich­wei­te von 600 Ki­lo­me­tern und ein Sprint auf Tem­po 100 in vier Se­kun­den ma­chen deut­lich, dass auch die Elek­tro-BMW noch „Freu­de am Fah­ren“be­herr­schen. Be­reits 2019 soll der i5 in Mün­chen vom Band lau­fen. Dann star­tet auch das Se­ri­en­mo­dell des

Au­di e-tron Sport­back, ei­ner Mi­schung aus SUV und vier­tü­ri­gem Cou­pé. Des­sen drei Elek­tro­mo­to­ren – zwei an der Hin­ter­ach­se, ei­ner vorn – leis­ten zu­sam­men 500 PS. Die flüs­sig­keits­ge­kühl­te 95-kWh-Bat­te­rie soll ei­ne Reich­wei­te von mehr als 500 Ki­lo­me­tern er­mög­li­chen. Denn auch bei den Elek­tro­mo­bi­len be­flü­gelt der Drei­kampf die deut­schen Pre­mi­um­her­stel­ler zu neu­en Höchst­leis­tun­gen.

Der star­ke Wett­be­werb un­ter­ein­an­der war das Er­folgs­ge­heim­nis von Au­di, BMW und Mer­ce­des. Nur so konn­ten sie zu den welt­weit er­folg­reichs­ten Pre­mium­mar­ken wer­den. Die Neu­hei­ten der nächs­ten Jah­re, egal ob BMW 4er, Au­di A6 oder Mer­ce­des GLE, zei­gen, dass die Her­stel­ler sich nicht auf ih­ren Lor­bee­ren aus­ru­hen und wei­ter den Drei­kampf su­chen. Doch in der nächs­ten Run­de bis 2020 ha­ben sie es mit neu­en Her­aus­for­de­run­gen zu tun: Ver­schärf­te Ab­gas­nor­men, E-Mo­bi­li­tät, Ver­net­zung und das au­to­no­me Fah­ren sind al­les ho­he Hür­den. Um sie zu über­sprin­gen, wer­den Ko­ope­ra­tio­nen im­mer wich­ti­ger – auch mit neu­en Play­ern aus der di­gi­ta­len Welt wie App­le oder In­tel. Und ge­gen Gi­gan­ten wie Goog­le ist es ge­nau der rich­ti­ge Weg, den Drei­kampf bei­sei­te­zu­le­gen und ge­mein­sam et­wa den Di­gi­tal-Kar­ten­dienst He­re zu kau­fen. So viel Wett­be­werb wie mög­lich, so viel Zu­sam­men­ar­beit wie nö­tig – das könn­te das neue Er­folgs­re­zept der deut­schen Pre­mium­mar­ken sein.

Die zwei­te Ge­ne­ra­ti­on gibt es auch als 170 PS star­ken g-tron, der mit Erd­gas oder Ben­zin ge­fah­ren wer­den kann Mer­ce­des CLC Noch hat Daim­ler in der Mit­tel­klas­se kein vier­tü­ri­ges Cou­pé. 2019 soll sich das mit ei­nem Mo­dell auf C-Klas­se-Ba­sis än­dern BMW 4er Gran Cou­pé Op­tisch rückt die Bau­rei­he deut­li­cher vom Tech­nik­spen­der BMW 3er ab, et­wa durch ei­ne ei­gen­stän­di­ge Dop­pel­nie­re (l.)

Mer­ce­des CLS Die Sport­li­mou­si­ne wirkt we­sent­lich ge­streck­ter als ihr Vor­gän­ger, Sei­te und „Boots­heck“äh­neln de­nen des E-Klas­se Cou­pé

BMW M550d Tou­ring Im No­vem­ber star­tet der welt­weit stärks­te Sechs­zy­lin­der-Die­sel mit 400 PS und 760 Nm Dreh­mo­ment Au­di A6 Avant Die fünf­te Ge­ne­ra­ti­on des Ober­klas­se-Kom­bis bie­tet et­was mehr Stau­raum bei sport­li­che­rem De­sign

Nach nur vier Jah­ren wird das SUV-Cou­pé 2018 durch ei­nen Nach­fol­ger er­setzt. Mo­to­ren und Tech­nik teilt es sich mit dem neu­en X3 (sie­he Sei­te 40)

Au­di Q3 Der Best­sel­ler wird 2018 deut­lich grö­ßer und rückt so vom Q2 ab. Als RS Q3 mit 400 PS

Mer­ce­des GLE Die brei­ten hin­te­ren Dach­säu­len un­ter­schei­den das 4,90 Me­ter lan­ge SUV vom klei­ne­ren GLC. Zwei Plug-in-Hy­bri­de mit Vier­und Sechs­zy­lin­der-Ben­zi­ner gel­ten als ge­setzt

BMW i5 Der Geg­ner ist klar: Die ab 2019 ge­bau­te Elek­tro-Mit­tel­klas­se zielt auf das Tes­la Mo­del 3. 600 Ki­lo­me­ter Reich­wei­te sind ei­ne An­sa­ge

Au­di e-tron

sport­ba ck Er kommt in zwei Jah­ren. Drei Elek­tro­mo­to­ren und ei­ne Mi­schung aus SUV und vier­tü­ri­gem Cou­pé

Mer­ce­des EQA Die Stutt­gar­ter trau­en sich mit dem 272 PS star­ken Elek­tro­au­to in die um­kämpf­te, aber vo­lu­men­star­ke Kom­pakt­klas­se

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