VW T-Roc und VW Ti­guanAll­s­pace

Mit dem neu­en Kom­pakt-SUV T-Roc wird Volks­wa­gen end­gül­tig zur SUVMar­ke: Er ist der hoch­bei­ni­ge Bru­der des Golf, run­det den Ti­gu­an spor­tiv nach un­ten ab und setzt kom­pro­miss­los auf Li­fe­style. Ers­ter Fahr­be­richt

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Für Volks­wa­gen – ei­ne Fir­ma, die jahr­zehn­te­lang ge­fühlt nur den Kä­fer hat­te, dann den Golf samt et­was Po­lo und Pas­sat – ist der T-Roc ein ziem­li­cher Mei­len­stein. Und das geht schon beim Na­men los: „TieW­rock“ist in­ter­na­tio­na­ler Dia­lekt, das Au­to ein Kind des glo­ba­len Trends zum SUV. Bis­her war es bei VW ja im­mer ein we­nig so, dass man Au­tos kon­zi­pier­te, die Deut­sche gut fin­den und die dann mit die­sem Kern­wert rund um die Welt ver­mark­tet wur­den: so­li­de Funk­ti­ons-Bes­ser­wis­ser, ge­le­gent­lich et­was pro­vin­zi­ell, aber im­mer gut. Main­stream-Au­tos für nor­ma­le Leu­te eben. Der T-Roc ist nun ein Kind der Mo­der­ne, er will nicht „nor­mal“sein, son­dern Sel­fie-taug­lich gut aus­se­hen, ma­xi­mal in­di­vi­dua­li­sier­bar, sport­lich-fit, nach­hal­tig und trend­be­wusst sein. Mit dem T-Roc als drit­tem Mo­dell der VWTi­gu­an-Fa­mi­lie (T-Roc, Ti­gu­an, Ti­gu­an All­s­pace – sie­he nächs­te Sei­te) wird die Trend­fahr­zeug­gat­tung SUV end­gül­tig zum tra­gen- den Stand­bein der ge­sam­ten VWMo­dell­pa­let­te. Dass der T-Roc in sei­ner Grö­ßen­klas­se so­gar dem Golf Kon­kur­renz macht, nimmt man bei Volks­wa­gen bil­li­gend in Kauf – auch das ist ein No­vum.

Der T-Roc macht dem Golf mo­di­sche Kon­kur­renz

In­ter­es­san­ter­wei­se rückt der T-Roc bei sei­ner Fer­ti­gung im por­tu­gie­si­schen Werk Pal­me­la na­he Lis­s­a­bon auf den Platz des ein­ge­stell­ten Sci­roc­co: Das zwei­tü­ri­ge Sport-Cou­pé, ein Kind der 1970er­und 1980er-Jah­re, wird vom SUV ab­ge­löst – wenn das nicht gro­ße Sym­bol­kraft hat. Al­ler­dings wer­den auch beim T-Roc Sport­lich­keit und Stil­be­wusst­sein groß­ge­schrie­ben. So ge­se­hen sind sich Sci­roc­co und T-Roc gar nicht ein­mal un­ähn­lich. Die Ab­mes­sun­gen, der ge­sam­te Zu­schnitt auf Hand­lich­keit und Quir­lig­keit las­sen beim T-Roc nie das Ge­fühl auf­kom­men, ei­nen ge- wich­ti­gen Ge­län­de­gän­ger zu fah­ren. Das kom­pak­te Au­to ist leicht­fü­ßig und di­rekt un­ter­wegs, wirkt im All­tag er­freu­lich maß­voll und über­schau­bar. Was im­mer man al­so ge­gen SUV ha­ben könn­te: Ge­gen den T-Roc spricht nur we­nig. Dass die grö­ße­re Stirn­flä­che des SUV-Kon­zepts den Sprit­ver­brauch et­was an­he­ben dürf­te, bleibt bei werks­sei­tig an­ge­ge­be­nen Norm­ver­bräu­chen zwi­schen 5,1 Li­tern ( 1.0 TSI und 2.0 TDI) und 6,8 Li­tern pro 100 km (2.0 TDI) ver­kraft­bar. Für die meis­ten Kun­den sind SUV-At­tri­bu­te wie der et­was kom­for­ta­ble­re Ein­stieg und die ho­he Sitz­po­si­ti­on mit gu­tem Über­blick ein­deu­tig stich­hal­ti­ge­re Ar­gu­men­te. In Sa­chen In­nen­raum, Funk­tio­na­li­tät und Er­go­no­mie ma­chen sich T-Roc und der auf ver­gleich­ba­rem Preis­ni­veau an­ge­bo­te­ne Golf we­nig vor. Dass im T-Roc ei­ne Hart­plas­tik-Ar­ma­tu­ren­ta­fel und far­big kon­fi­gu­rier­ba­re De­kor­flä­chen das zeit­lo­se­re Golf-Am­bi­en­te mit wer­tig ge­schäum­ten Cock­pitE­le­men­ten er­set­zen, ist bei­na­he nur ei­ne mo­di­sche Fra­ge. Über­all sonst herrscht funk­tio­na­ler Gleich­stand. Die Platz­ver­hält­nis­se sind ver­gleich­bar, der Kof­fer­raum des T-Roc zwar no­mi-

nell grö­ßer, aber auch nur mit Front­an­trieb. So­bald – wie im von uns ge­fah­re­nen 190 PS star­ken 2.0 TSI – der All­rad­an­trieb an Bord ist, packt der T-Roc „nur“noch 392 Li­ter (445 Li­ter mit Front­an­trieb), der Golf schafft 380 Li­ter.

Bei As­sis­tenz & Si­cher­heit ganz auf der Hö­he der Zeit

Zum Kind der Zeit wird der T-Roc durch ei­ne über­aus um­fang­rei­che Se­ri­en- und Op­ti­ons­aus­stat­tung an As­sis­tenz- und Si­cher­heits­sys­te­men. Im In­fo­tain­ment­fach gibt sich das Kom­pakt-SUV be­geis­ternd viel­sei­tig und in je­der Hin­sicht gut ge­macht – hier wer­den nicht nur Con­nec­tivi­ty-Hips­terEn­kel glück­lich, son­dern auch staub­tro­cken-er­go­no­mie­kri­ti­sche Groß­vä­ter der al­ten Schu­le. Mit dem durch­zugs­star­ken und sprit­zi­gen 190-PS-Zwei­li­ter-Ben­zi­ner samt Sie­ben­gang- Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be und All­rad­an­trieb ist der T-Roc er­war­tungs­ge­mäß mehr als sou­ve­rän mo­to­ri­siert, er be­herrscht ei­ne be­tont sport­li­che Gan­gart eben­so gut wie ent­spann­tes Crui­sen. Die­se mo­to­ri­sche Viel­sei­tig­keit fin­det im Fahr­werk ih­re Ent­spre­chung: Kon­zept­be­dingt ist der T-Roc eher sport­lich ab­ge­stimmt, er wird aber nie un­an­ge­nehm hart, fe­dert stets sou­ve­rän so­wie kon­trol­liert an und ge­winnt mit dem op­tio­na­len ad­ap­ti­ven Dämp­f­er­fahr­werk deut­lich an Kom­fort. Jo­han­nes Riegs­in­ger

FA­ZIT: Sein leich­tes und prä­zi­ses Fahr­ver­hal­ten so­wie der sprit­zi­ge Mo­tor ste­hen für das ge­sam­te Fahr­zeug­kon­zept: Mit dem T-Roc prä­sen­tiert Volks­wa­gen ein au­then­ti­sches „Sports Uti­li­ty Ve­hi­cle“: sport­lich, prak­tisch, viel­sei­tig, trend­be­wusst. Ein star­ker und lo­gisch ge­mach­ter Ein­stand in die­ser Klas­se.

Sport­li­cher T-Roc: Blin­ker und Tag­fahr­leuch­ten sind in die LED-Rin­ge un­ter­halb der Schein­wer­fer in­te­griert

Voll­di­gi­ta­les Ac­tive In­fo Dis­play op­tio­nal, durch­lau­fen­des De­ko­r­ele­ment mit wähl­ba­rer Far­be

In das Heck des T-Roc pas­sen mit Front­an­trieb 445, mit All­rad­an­trieb 392 Li­ter Ge­päck

Of­f­road-An­zei­gen: Leich­tes Ge­län­de macht der T-Roc pro­blem­los mit

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