Steu­ern Wer ein Fahr­ten­buch führt, kann die pau­scha­le Be­steue­rung des Di­enst­wa­gens um­ge­hen

Die pau­scha­le Be­steue­rung des Di­enst­wa­gens kann man ver­hin­dern, wenn man ein Fahr­ten­buch führt

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Ein auch pri­vat ge­nutz­ter Di­enst­wa­gen hat vie­le Vor­tei­le – aber ei­nen gro­ßen Nach­teil: Das Fi­nanz­amt möch­te von dem Se­gen et­was ab­ha­ben. Die Ver­steue­rung des geld­wer­ten Vor­teils durch die pri­va­te Nut­zung des Au­tos er­folgt meist über die Pau­schal­me­tho­de, die Ein-Pro­zent-Re­ge­lung. Das zu ver­steu­ern­de Ge­halt er­höht sich je­den Mo­nat um ein Pro­zent des Fahr­zeu­gLis­ten­prei­ses plus Ex­tras. Wer et­wa ein Au­to mit ei­nem Neu­preis von 35.000 Eu­ro nutzt, ver­steu­ert zu­sätz­lich zu sei­nem nor­ma­len Ge­halt 350 Eu­ro im Mo­nat. Oben­drein er­höht sich das zu ver­steu­ern­de mo­nat­li­che Ein­kom­men um 0,03 Pro­zent des Lis­ten­prei­ses pro Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter zwi­schen Woh­nung und Be­trieb. Bei zehn Ki­lo­me­tern sind das rund 105 Eu­ro im Mo­nat. Pro Jahr muss man al­so in die­sem Fall ei­nen geld­wer­ten Vor­teil von ins­ge­samt 5460 Eu­ro ver­steu­ern. Wer we­nig pri­vat fährt, soll­te ein Fahr­ten­buch füh­ren, um den tat­säch­li­chen Nut­zungs­wert zu er­rech­nen und nach­träg­lich beim Fi­nanz­amt die Pau­schal- durch die Ein­zelab­re­chung zu er­set­zen. Die Wahl der Be­rech­nungs­me­tho­de kann in je­dem Jahr neu ge­wählt wer­den. Da­mit das Fahr­ten­buch vom Fi­nanz­amt an­er­kannt wird, muss es fol­gen­de Ein­trä­ge auf­wei­sen: Da­tum und Ki­lo­me­ter­stand bei Be­ginn und En­de ei­ner Fahrt, Rei­se­ziel, Zweck der Rei­se so­wie Na­me des Ge­sprächs­part­ners, bei Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Ar­beits­platz und Pri­vat­fahr­ten nur Da­tum und Ki­lo­me­ter­stand. Die­se An­ga­ben müs­sen fort­lau­fend er­fasst wer­den, al­so nicht auf lo­sen Zet­teln, son­dern im Fahr­ten­buch. Al­ter­na­tiv kön­nen sie auch elek­tro­nisch er­fasst wer­den durch fest ein­ge­bau­te Ge­rä­te im Fahr­zeug oder per Apps fürs Smartphone (sie­he Kas­ten). Was nicht als Fahr­ten­buch an­er­kannt wird: am PC aus­ge­füll­te Lis­ten, denn die­se kön­nen auch nach­träg­lich noch ver­än­dert wer­den. Will man mit der Ein­zelab­rech­nung Steu­ern spa­ren, muss man die Kos­ten für das Au­to, die dem Ar­beit­ge­ber ent­stan­den sind, auf­lis­ten. Das sind Lea­sing, Steu­er, Ver­si­che­rung so­wie Re­pa­ra­tur- und Be­triebs­kos­ten. An­schlie­ßend er­rech­net man an­hand des Fahr­ten­buchs, wie hoch der Pri­vat­an­teil lag: Man rech­net al­le Pri­vat­fahr­ten so­wie (nur bei An­ge­stell­ten) die Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Ar­beits­platz zu­sam­men, teilt dies durch die Ge­samt­fahr­leis­tung und mul­ti­pli­ziert das mit 100. Da­bei kom­men et­wa 30 Pro­zent Pri­vat­fahr­ten her­aus, die bei Ge­samt­kos­ten von ins­ge­samt 9600 Eu­ro ei­nen Nut­zungs­wert von 2880 Eu­ro er­ge­ben. Jetzt ist man fast am Ziel: Von dem bis­he­ri­gen Jah­res­brut­to auf der Steu­er­kar­te kann man die 5460 Eu­ro der Pau­scha­la­b­rech­nung strei­chen und durch die 2880 Eu­ro der Ein­zelab­rech­nung er­set­zen. Das er­gibt ein neu­es Jah­res­brut­to. Sprich: Es müs­sen 2580 Eu­ro we­ni­ger ver­steu­ert wer­den.

Fahr­ten­buch aus dem Bü­ro- und Schreib­wa­ren­han­del

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