„90 Pro­zent der Ein­käu­fer goo­geln vor dem Kauf“

Di­gi­ta­li­sie­rung zen­tra­les The­ma beim Un­ter­neh­mer­fo­rum Gerns­bach / Ent­wick­lung nicht auf­zu­hal­ten

Badische Neueste Nachrichten (Baden-Baden) - - GAGGENAU UND MURGTAL -

Gerns­bach (is­ho). Neue We­ge be­schritt das Un­ter­neh­mer­fo­rum Gerns­bach bei sei­ner jet­zi­gen sieb­ten Auf­la­ge. Da die Ver­an­stal­tung we­gen ei­nes Was­ser­scha­dens nicht, wie ge­plant, in ei­nem ört­li­chen Un­ter­neh­men statt­fin­den konn­te, sprang kur­zer­hand die Han­dels­lehr­an­stalt (HLA) ein. Die Or­ga­ni­sa­ti­on liegt fort­an al­lein in den Hän­den des Deut­sche Be­triebs­wir­te-Ver­lags (DBV) und des Ge­wer­be­ver­eins Gerns­bach; die Stadt Gerns­bach hat sich zu­rück­ge­zo­gen.

„Das Un­ter­neh­mer­fo­rum be­steht wei­ter – bei be­währ­tem Kon­zept mit Vor­trag und an­schlie­ßen­den Ge­sprä­chen,“sag­te die Ge­wer­be­ver­eins­vor­sit­zen­de Sabine Katz. Un­ge­zwun­ge­nes Flair be­zog der Abend durch das ge­lun­ge­ne Mit­wir­ken der HLA-Schü­ler­ge­nos­sen­schaft „Even­ture“bei Be­grü­ßung und Be­wir­tung. HLA-Schul­lei­ter Ste­phan Blum stell­te sei­ne Schu­le mit Kon­zept und Pro­jek­ten die­ser neu­en Schü­ler­fir­ma kurz vor.

„Di­gi­ta­li­sie­rung be­trifft uns al­le, im Pri­va­ten und im Be­trieb“, sag­te DBVChe­fin Re­gi­na Mei­er bei ih­rer Ein­füh­rung zum Abend­vor­trag „Neue Tech­no­lo­gi­en, neu­es Glück? Wie Di­gi­ta­li­sie­rung Hand­werk und Mit­tel­stand ver­än­dert“. Da­für konn­te Raid Gha­rib, Lei­ter der Ab­tei­lung Um­welt-, Ener­gie- und Tech­no­lo­gie­po­li­tik vom Ba­den-Würt­tem­ber­gi­schen Hand­werks­tag in Stutt­gart ge­won­nen wer­den. Vie­ler­lei Er­war­tun­gen hat­ten die zahl­reich er­schie­ne­nen Ge­wer­be­trei­ben­den an sei­ne Aus­füh­run­gen, wie sich in der Vor­stel­lungs­run­de her­aus­stell­te. Der elo­quen­te Ex­per­te konn­te denn auch vie­ler­lei An­re­gun­gen ge­ben

„90 Pro­zent al­ler Ein­käu­fer goo­geln vor dem Kauf.“Die­ser Tat­sa­che müss­ten Ver­käu­fer ins Au­ge se­hen und das Me­di­um In­ter­net ak­tiv für sich nut­zen, be­ton­te Gha­rib: „Die On­li­ne-Prä­senz ist ih­re ers­te Vi­si­ten­kar­te.“

Die Di­gi­ta­li­sie­rung bie­te zu­dem neue Ge­schäfts­mo­del­le, Ef­fi­zi­enz bei Be­triebs­ab­läu­fen, Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on und Wis­sens­ver­mitt­lung. „Nicht al­les ist schlecht oder ge­fähr­lich,“gab der stu­dier­te Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler bei der Vor­stel­lung neu­er Ge­schäfts­mo­del­le zu be­den­ken. Dank Platt­for­men wie „Airb­nb“auf dem Über­nach­tungs­sek­tor hät­ten vie­le klei­ne­re Häu­ser über­le­ben kön­nen.

Wich­ti­ge Hand­lungs­fel­der be­züg­lich der Di­gi­ta­li­sie­rung sei­en der Auf­bau von Kom­pe­ten­zen in den Un­ter­neh­men, so­wie die Gestal­tung der Rah­men­be­din­gun­gen. Pro­ble­me des Da­ten­schut­zes und der Ar­beits- und So­zi­al­po­li­tik müss­ten ge­löst wer­den. Auch wenn das The­ma Di­gi­ta­li­sie­rung der­zeit ho­he Auf­merk­sam­keit in der Po­li­tik ge­nie­ße, lie­ge vie­les im Ar­gen, be­merk­te der Re­fe­rent. So sei­en die Zu­stän­dig­kei­ten in Ba­den-Würt­tem­berg auf meh­re­re Mi­nis­te­ri­en ver­teilt.

Ve­he­ment for­der­te Gha­rib den Aus­bau des Breit­band­net­zes: „Wenn die In­fra­struk­tur fehlt, ge­ra­ten wir ins Hin­ter­tref­fen.“Im­mer­hin ha­be Deutsch­land die Hälf­te al­ler Welt­markt­füh­rer auf­zu­bie­ten.

„Wir sind nicht auf ei­ner In­sel der Glück­se­li­gen“, mahn­te der Po­li­to­lo­ge, auch wenn das Hand­werk durch die Kun­den­nä­he noch ei­ne „Po­le-Po­si­ti­on“ein­neh­me. Die Zei­ten kön­nen sich durch neue Wett­be­wer­ber wie „Uber“, On­li­neVer­mitt­lungs­dienst für Fahr­dienst­leis­tun­gen oder die Han­dels­platt­form „Ali­ba­ba“schnell än­dern. „Die Ent­wick­lung ist nicht auf­zu­hal­ten“.

DIE ZU­KUNFT BE­SCHREI­TEN wol­len Det­lef Im­se, Re­gi­na Mei­er, Re­fe­rent Raid Gha­rib, Sabine Katz und Ste­phan Blum (von links). Fo­to: Schneid-Horn

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