Schulz ver­spricht Ab­schaf­fung des So­li

SPD-Kan­di­dat stellt sein Steuerkonzept vor

Badische Neueste Nachrichten (Baden-Baden) - - POLITIK -

Ber­lin. Die so­for­ti­ge Ab­schaf­fung des „So­li“für ei­nen Groß­teil al­ler Be­schäf­tig­ten und Steu­er­ent­las­tun­gen für die klei­ne­ren und mitt­le­ren Ein­kom­men ver­spricht SPD-Chef und Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz im Fal­le ei­nes Wahl­sie­ges im Herbst. Im Ge­gen­zug sol­len Bes­ser­ver­die­nen­de durch ei­ne Er­hö­hung des Spit­zen­steu­er­sat­zes von 42 auf 45 Pro­zent mehr be­zah­len, für Rei­che wä­ren so­gar 48 Pro­zent fäl­lig. Das sieht ein Kon­zept für ei­ne Steu­er­re­form, die Schulz zu­sam­men mit Ham­burgs Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz und dem hes­si­schen Lan­des­chef Thors­ten Schä­fer-Güm­bel vor­stell­te.

So­li­dar­zu­schlag: Mit dem En­de des So­li­dar­pakts II En­de 2019 läuft nach An­sicht von Olaf Scholz auch die Grund­la­ge für die Er­he­bung des So­li­da­ri­täts­zu­schlags in Hö­he von 5,5 Pro­zent aus. Nach den Vor­stel­lun­gen der SPD soll er ab 2020 da­her für Be­zie­her von zu ver­steu­ern­der Ein­kom­men in Hö­he von 52 000 Eu­ro für Le­di­ge und 104 000 Eu­ro für Ver­hei­ra­te­te kom­plett ab­ge­schafft wer­den, für Be­zie­her hö­he­rer Ein­kom­men wird der „So­li“stu­fen­wei­se ab­ge­baut.

Fa­mi­li­en­ta­rif: Für be­reits ver­hei­ra­te­te Ehe­paa­re än­dert sich nichts, für sie gilt wei­ter­hin das Ehe­gat­ten­split­ting. Für Neu­ver­hei­ra­te­te gilt ein neu­er Fa­mi­li­en­ta­rif. Die Ehe­leu­te wer­den wei­ter­hin ge­mein­sam steu­er­lich ver­an­lagt, der Ehe­part­ner mit dem hö­he­ren Ein­kom­men kann ei­nen Be­trag von bis zu 20 000 Eu­ro auf sei­nen Ehe­part­ner über­tra­gen, wo­durch ein Split­ting­vor­teil ent­steht.

Ein­kom­men­steu­er: Der Spit­zen­steu­er­satz von 42 Pro­zent, den der­zeit Singles bei ei­nem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men von 54 058 Eu­ro und Ver­hei­ra­te­te bei 108 116 Eu­ro zah­len müs­sen, soll künf­tig erst ab ei­nem Ein­kom­men von 60 000/120 000 Eu­ro er­ho­ben wer­den. Das ent­spricht ei­nem Brut­to­ein­kom­men von 70 500 für Le­di­ge und 141 000 Eu­ro für Ver­hei­ra­te­te. Im Ge­gen­zug wird der Spit­zen­steu­er­satz li­ne­ar-pro­gres­siv von der­zeit 42 auf 45 Pro­zent an­ge­ho­ben, der ab ei­nem Net­to-Ein­kom­men von 76 200/154 000 Eu­ro fäl­lig wird. Wer 250 000 Eu­ro (500 000 Eu­ro) ver­dient, muss 48 Pro­zent be­zah­len.

Erb­schafts­steu­er: Lang­fris­tig will die SPD die Ver­mö­gen­steu­er wie­der ein­füh­ren. Kurz­fris­tig soll ei­ne Re­form der Erb­schafts­steu­er ga­ran­tie­ren, dass gro­ße Erb­schaf­ten stär­ker be­steu­ert wer­den.

Mar­tin Fer­ber

MAR­TIN SCHULZ will auf den So­li ver­zich­ten. Fo­to: dpa

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