Nach­wuchs-Star zum An­fas­sen

Win­cent Weiss zeigt in Ba­den-Ba­den kei­ner­lei Be­rüh­rungs­ängs­te

Badische Neueste Nachrichten (Baden-Baden) - - NEW POP FESTIVAL -

„Gibt’s hier ei­gent­lich auch was für jun­ge Leu­te?“, fragt Win­cent Weiss („Feu­er­werk“) bei ei­nem Shop­ping­trip durch die Ba­den-Ba­de­ner In­nen­stadt. Das An­ge­bot der Ver­käu­fe­rin, doch ein­fach ein Hemd und ei­nen Roll­kra­gen­pul­li mo­disch mit­ein­an­der zu kom­bi­nie­ren, lehnt der New­co­mer freund­lich, aber be­stimmt ab. Dann muss der Sän­ger eben selbst für fri­schen Wind in der alt­ehr­wür­di­gen Kur­stadt sor­gen – was dem 24-Jäh­ri­gen, der ne­ben Mu­sikauch Mo­del­erfah­rung mit­bringt, spie­le­risch leicht ge­lingt. Sei­ne jun­gen, vor­nehm­lich weib­li­chen Fans sind dem gut aus­se­hen­den Nord­licht mit der ein­neh­men­den Stim­me oh­ne­hin ver­fal­len (die mög­li­chen Schwie­ger­müt­ter üb­ri­gens eben­falls). Nicht nur je­der ge­sun­ge­ne Ton, auch je­der Mo­ve des Sän­gers wird beim Kon­zert im Kur­haus ge­fei­ert und mit Ge­kreisch im hoch­fre­quen­ten Be­reich be­dacht.

Dass Win­cent Weiss bei so viel Auf­merk­sam­keit für sei­ne Per­son nicht ab­hebt, son­dern durch­weg bo­den­stän­dig und grund­sym­pa­thisch bleibt, ist ihm ge­ra­de mit Blick auf sein Al­ter hoch an­zu­rech­nen. Bald will er so­gar von Ber­lin wie­der in sein Zwei­hun­dert-See­lenDorf in der al­ten Hei­mat Schles­wi­gHol­stein zie­hen, um auch im über­tra­ge­nen Sin­ne „Fri­sche Luft“zu tan­ken und dem Haupt­stadt­t­ru­bel zu ent­kom­men.

Doch erst ein­mal ist es al­les an­de­re als ru­hig: So­wohl beim Star­talk mit Pier­re M. Krau­se als auch bei sei­nem um­ju­bel­ten Kon­zert stürzt sich Win­cent Weiss mehr­fach in die Men­ge, schießt Sel­fies mit dem ver­zück­ten Pu­bli­kum und schenkt sei­nen Fans ein strah­len­des Lä­cheln nach dem an­de­ren. Müss­te die Wen­dung „Star zum An­fas­sen“be­bil­dert wer­den – er wä­re die per­fek­te Wahl da­für. Dass da­zu auch noch die Mu­sik stimmt und von Weiss und sei­ner Band sou­ve­rän in­ter­pre­tiert wird, kommt auf der Ha­ben­sei­te zu­sätz­lich da­zu.

Num­mern wie sein Hit „Mu­sik sein“(hier mit ei­nem klei­nen Ab­ste­cher Rich­tung Reg­gae), ur­sprüng­lich für sei­ne jün­ge­re Schwes­ter ge­schrie­be­ne Ti­tel „Nur ei­nen Herz­schlag ent­fernt“und „Re­gen­bo­gen“(re­du­ziert im Ar­ran­ge­ment mit Cel­lo und Keys) punk­ten mit ein­gän­gi­gen Me­lo­di­en, viel­schich­ti­gen Tex­ten und cha­ris­ma­ti­schem Ge­sang. Ja, selbst ein aus­gie­bi­ges „Quatsch-Med­ley“macht Spaß, wenn es so da­her kommt. Die Son­g­aus­wahl reicht von „Pal­men aus Plas­tik“von Bo­nez MC und RAF Ca­mo­ra bis „Ich und mein Holz“von den 257ers. Das Ge­samt­fa­zit fällt ent­spre­chend po­si­tiv aus: Al­le lie­ben Win­cent Weiss. Und das zu Recht.

Eli­sa Rez­nicek

WER HAT NOCH NICHT, wer will noch mal? Win­cent Weiss war auch wäh­rend sei­nes Kon­zerts im Kur­haus mehr­fach im Pu­bli­kum un­ter­wegs, was Ge­le­gen­heit für zahl­rei­che Sel­fies gab. Fo­to: Rez­nicek

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.