Sep­tem­ber

Badische Neueste Nachrichten (Ettlingen) - - ZEITGESCHEHEN -

Bei den Land­tags­wah­len in Bay­ern kommt die CSU auf nur noch 35 Pro­zent. Horst See­ho­fer über­nimmt die vol­le Ver­ant­wor­tung für das Wahl­de­sas­ter und kün­digt an, in die­ser schwe­ren St­un­de nicht flie­hen und sei­ne Par­tei im Stich las­sen zu wol­len, son­dern „tat­kräf­tig“ih­re Er­neue­rung vor­zu­neh­men. SPD-Chef Mar­tin Schulz deu­tet erst­mals an, ei­ner Er­neue­rung der SPD nicht im Weg ste­hen zu wol­len, um die Bil­dung ei­ner sta­bi­len Re­gie­rung mög­lich zu ma­chen. Die Ju­sos schla­gen die Bil­dung ei­ner Min­der­heits­re­gie­rung von FDP und Grü­nen vor, die von Uni­on und SPD to­le­riert wird. Chris­ti­an Lind­ner lehnt dies ab und twit­tert: „Lie­ber kei­ne Min­der­heits­re­gie­rung als ei­ne schlech­te Min­der­heits­re­gie­rung.“

Ok­to­ber

Horst See­ho­fer schmie­det in Bay­ern ei­ne Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on aus CSU, Grü­nen und FDP - mit ihm an der Spit­ze, weil nur er die­ses fra­gi­le Bünd­nis zu­sam­men­hal­ten kann. SPD-Chef Mar­tin Schulz tritt von sei­nem Amt zu­rück, um ei­ner glaub­wür­di­gen Er­neue­rung sei­ner Par­tei nicht län­ger im We­ge zu ste­hen. Chris­ti­an Lind­ner twit­tert: „Lie­ber kein Par­tei­chef als ein schlech­ter Par­tei­chef.“

No­vem­ber

Dra­ma­ti­sche Ent­wick­lun­gen bei CDU und SPD. Der „Rat der Wei­sen“schlägt vor, An­ge­la Mer­kel zur Par­tei­che­fin zu wäh­len und mit der Re­gie­rungs­bil­dung zu be­auf­tra­gen, da sie als ein­zi­ge über die nö­ti­ge Er­fah­rung und Au­to­ri­tät ver­fü­ge. Auf ei­nem Son­der­par­tei­tag der SPD setzt sich Sig­mar Ga­b­ri­el in ei­ner Kampf­ab­stim­mung ge­gen Ex-Ju­soChe­fin Jo­han­na Ue­ker­mann durch. Ge­mein­sam la­den sich Mer­kel und Ga­b­ri­el zu An­ne Will ein, wo sie ver­kün­den, un­ver­züg­lich Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen auf­zu­neh­men. Horst See­ho­fer bit­tet Mar­kus Sö­der um Ge­duld, das En­de der Ver­hand­lun­gen ab­zu­war­ten. Die Ju­sos tre­ten ge­schlos­sen zur Lin­ken über. Chris­ti­an Lind­ner schreibt auf Twit­ter: „Lie­ber kei­ne Ju­sos als sol­che Ju­sos.“

De­zem­ber

In nur drei Wo­chen schlie­ßen CDU, CSU und SPD die Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ab. An­ge­la Mer­kel bleibt Bun­des­kanz­le­rin, Sig­mar Ga­b­ri­el Au­ßen­mi­nis­ter und Vi­ze­kanz­ler. Für Fu­ro­re sor­gen an­de­re Ent­schei­dun­gen – Jens Spahn wird Wirt­schafts­mi­nis­ter, Mar­kus Sö­der über­nimmt das Fi­nanz- und Ju­li Klöck­ner das Ge­sund­heits­res­sort. Do­ro­thee Bär wird Mi­nis­te­rin für Di­gi­ta­les und Ma­nue­la Schwe­sig Su­per­mi­nis­te­rin für Ar­beit, Soziales und Fa­mi­lie. Dies sei die rich­ti­ge Mi­schung aus Er­fah­rung und Er­neue­rung, sagt An­ge­la Mer­kel nach ih­rer vier­ten Ve­rei­di­gung ei­nen Tag vor Weih­nach­ten, man ha­be das Ziel ei­ner sta­bi­len Re­gie­rung er­reicht. Um die In­ter­es­sen der CSU im Ko­ali­ti­ons­aus­schuss durch­zu­set­zen, kann Horst See­ho­fer noch im­mer nicht zu­rück­tre­ten, oh­ne ihn ge­he es nicht. Und Chris­ti­an Lind­ner twit­tert: „Lie­ber spät als nie. Schö­ne Be­sche­rung.“

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