Ja­nu­ar

Badische Neueste Nachrichten (Ettlingen) - - ZEITGESCHEHEN -

Nach den Son­die­rungs­ge­sprä­chen de­bat­tiert die SPD auf ei­nem Son­der­par­tei­tag, ob sie be­reit ist, mit der Uni­on Ver­hand­lun­gen auf­zu­neh­men, die al­ler­dings nicht Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen hei­ßen dür­fen. Die Ju­sos leh­nen das ab, da das be­reits ei­ne Vor­ent­schei­dung für ei­ne GroKo sein kön­ne und for­dern ei­nen wei­te­ren Son­der­par­tei­tag zur wei­te­ren Be­ra­tung. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel hält an ih­rem Ziel fest, ei­ne „sta­bi­le Re­gie­rung“zu bil­den. Horst See­ho­fer ver­kün­det, dass er als CSU-Chef und baye­ri­scher Mi­nis­ter­prä­si­dent im Amt blei­be, um Mer­kel „tat­kräf­tig“zu un­ter­stüt­zen. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner twit­tert: „Lie­ber kein Par­tei­tag als ein schlech­ter Par­tei­tag!“

Fe­bru­ar

Uni­on und SPD kön­nen sich nicht ei­ni­gen, wo die Ver­hand­lun­gen statt­fin­den. In der SPD wird der Ruf nach ei­nem wei­te­ren Son­der­par­tei­tag laut, der die Orts­fra­ge klä­ren soll. Die Ju­sos leh­nen dies al­ler­dings ab, da dies schon ei­ne Vor­ent­schei­dung über die Fort­set­zung der GroKo dar­stel­le und for­dern ei­ne Be­fra­gung der Mit­glie­der. An­ge­la Mer­kel be­kräf­tigt ih­re Ab­sicht, ei­ne „sta­bi­le Re­gie­rung“bil­den zu wol­len. Sie sei be­reit, der SPD in die­ser Fra­ge ent­ge­gen­zu­kom­men. Der baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer ver­kün­det, dass er so lan­ge im Amt blei­ben müs­se, bis in Ber­lin ei­ne Re­gie­rung ge­bil­det sei, bis da­hin müs­se sich sein de­si­gnier­ter Nach­fol­ger Mar­kus Sö­der ge­dul­den. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner twit­tert: „Lie­ber kei­ne Mit­glie­der­be­fra­gung als ei­ne schlech­te Mit­glie­der­be­fra­gung.“

März

Die SPD-Mit­glie­der ge­ben ih­rer Par­tei­füh­rung grü­nes Licht, er­geb­nis­of­fen ei­nen Ort ih­rer Wahl fest­zu­le­gen. Al­ler­dings be­deu­te dies kei­ne Zu­stim­mung zur Auf­nah­me von of­fi­zi­el­len Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen. Der ge­schäfts­füh­ren­de Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el for­dert von Mar­tin Schulz, die SPD müs­se in den Ver­hand­lun­gen min­des­tens auf das In­nen-, das Au­ßen-, das Fi­nanz-, das Wirt­schafts-, das Jus­tiz-, das So­zi­al- und das Um­welt­res­sort po­chen. Die Ju­sos leh­nen dies ab, da dies be­reits ei­ne Vor­ent­schei­dung über die Fort­set­zung der GroKo be­deu­te. Horst See­ho­fer kann un­ter die­sen Um­stän­den nicht zu­rück­tre­ten, weil er in Ber­lin ge­braucht wird. An­ge­la Mer­kel gibt der SPD noch ei­nen Mo­nat Zeit, sich zu ent­schei­den, dann müs­se es ei­ne „sta­bi­le Re­gie­rung“ge­ben. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner twit­tert: „Lie­ber kei­ne Son­die­run­gen als schlech­te Son­die­run­gen.“

April

An­ge­la Mer­kel, Horst See­ho­fer und Mar­tin Schulz tref­fen sich auf der In­sel Hel­go­land, um mit­ein­an­der aus­zu­lo­ten, an wel­chem Ort die Ver­hand­lun­gen statt­fin­den sol­len. Die Ju­sos pro­tes­tie­ren, weil dies be­reits ei­ne Vor­ent­schei­dung für ei­ne Fort­set­zung der Gro­ßen Ko­ali­ti­on dar­stel­le und for­dern die so­for­ti­ge Ein­be­ru­fung ei­nes Son­der­par­tei­tags. Horst See­ho­fer bit­tet Mar­kus Sö­der um Ge­duld, so lan­ge die Orts­fra­ge nicht ge­klärt ist, kön­ne er nicht zu­rück­tre­ten. Sig­mar Ga­b­ri­el for­dert, die SPD müs­se auch noch das Ge­sund­heits-, das Bil­dungs-, das neue Di­gi­tal- und das Ver­kehrs­res­sort er­hal­ten, es sei schon ge­nug, wenn die Uni­on als ein­deu­ti­ge Wahl­ver­lie­re­rin wei­ter­hin die Bun­des­kanz­le­rin stel­le. FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner twit­tert: „Lie­ber kei­ne Kanz­le­rin als ei­ne schlech­te Kanz­le­rin.“

Mai

In der SPD wird der Ruf nach ei­nem Rück­tritt von An­ge­la Mer­kel lau­ter. Nur das sei ein glaub­wür­di­ges Si­gnal, dass die neue GroKo ei­ne völ­lig an­de­re GroKo sei als die al­te GroKo. Die Ju­sos schlie­ßen sich die­ser For­de­rung an, le­gen aber Wert auf die Fest­stel­lung, dass dies al­les an­de­re als ei­ne Vor­ent­schei­dung für ei­ne Fort­set­zung der Gro­ßen Ko­ali­ti­on sei. Sig­mar Ga­b­ri­el for­dert, dass die SPD den Bun­des­kanz­ler stel­len müs­se. Horst See­ho­fer kann un­ter die­sen Um­stän­den nicht zu­rück­tre­ten. Chris­ti­an Lind­ner schließt sich der For­de­rung nach ei­nem Rück­tritt der Bun­des­kanz­le­rin an und stellt für die­sen Fall neue Ver­hand­lun­gen über die Bil­dung ei­ner Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on in Aus­sicht. Er twit­tert: „Lie­ber kei­ne GroKo als ei­ne schlech­te GroKo.“

Ju­ni

An­ge­la Mer­kel lädt sich zu „An­ne Will“ein und er­klärt ih­ren Rück­tritt von al­len Äm­tern. Sie kle­be nicht an ih­rem Stuhl und wol­le den Weg für die Bil­dung ei­ner „sta­bi­len Re­gie­rung“frei­ma­chen. Al­ler­dings kann sich die Uni­on nicht ent­schei­den, wer ih­re Nach­fol­ge an­tre­ten soll. Die Kon­ser­va­ti­ven fa­vo­ri­sie­ren Jens Spahn, die Li­be­ra­len den Ja­mai­ka­er­fah­re­nen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten von Schles­wig-Hol­stein, Da­ni­el Gün­ther. Spahn kün­digt Ver­hand­lun­gen mit der FDP zur Bil­dung ei­ner Min­der­heits­re­gie­rung an, Gün­ther mit der FDP und den Grü­nen. Horst See­ho­fer kann in die­ser La­ge un­mög­lich zu­rück­tre­ten. Die Ju­sos wis­sen nicht, was sie da­von hal­ten sol­len, leh­nen aber ei­nen Au­to­ma­tis­mus ent­schlos­sen ab. Chris­ti­an Lind­ner sagt sei­nen lan­ge ge­plan­ten Ur­laub ab, um je­der­zeit für Son­die­run­gen zur Ver­fü­gung zu ste­hen, und twit­tert: „Lie­ber kei­nen Ur­laub als ei­nen schlech­ten Ur­laub.“

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