Ge­fei­ert als ge­nia­ler Ver­wand­lungs­künst­ler

Schau­spiel­star Ant­ho­ny Hop­kins wird am Sonn­tag 80 Jah­re alt / Er­folg von Gru­sel­film bis Sha­ke­speare-Dra­ma

Badische Neueste Nachrichten (Ettlingen) - - KULTUR -

Mit grau­em Rau­sche­bart und ei­nem Zöpf­chen im Haar ver­wan­del­te sich Ant­ho­ny Hop­kins zu­letzt in den ein­äu­gi­gen Göt­ter­va­ter Odin. Wie ein läs­si­ger Alt-Hip­pie kam der bri­ti­sche Star in der nor­di­schen Göt­ter-Sa­ga „Thor: Tag der Ent­schei­dung“da­her. Nur we­ni­ge Mo­na­te zu­vor ließ es der Schau­spie­ler in Micha­el Bays Ro­bo­ter­spek­ta­kel „Trans­for­mers: The Last Knight“kra­chen. Hop­kins, der an die­sem Sonn­tag (31. De­zem­ber) 80 Jah­re alt wird, hat die Mess­lat­te als ge­nia­ler Ver­wand­lungs­künst­ler hoch ge­hängt. In „Hitch­cock“nahm er die Gestalt sei­nes Lands­man­nes Al­f­red Hitch­cock an. Die Ähn­lich­keit mit Halb­glat­ze, Dop­pel­kinn und Ex­tra-Pfun­den, so wie Hitch­cock um 1960 aus­sah, als sein Hor­ror­Scho­cker „Psy­cho“den Ki­no­gän­gern Gän­se­haut ein­jag­te, war ver­blüf­fend.

Mit Gru­sel­stof­fen kennt sich Hop­kins bes­tens aus. Als psy­cho­pa­thi­scher Han­ni­bal Lec­ter in „Das Schwei­gen der Läm­mer“hol­te er 1992 den Os­car als bes­ter Haupt­dar­stel­ler. Ge­ra­de ein­mal 16 Mi­nu­ten ist er in dem Psy­cho­thril­ler auf der Lein­wand zu se­hen, doch das Du­ell zwi­schen dem mör­de­ri­schen Kan­ni­ba­len und der stand­fes­ten FBIA­gen­tin Cla­ri­ce Star­ling (Jo­die Fos­ter) schrieb Film­ge­schich­te.

Hop­kins wird als Schau­spiel­le­gen­de ver­ehrt, doch sei­nen Er­folg spielt er be­schei­den als „Glück im Le­ben“her­un­ter. Man kön­ne nur we­ni­ge Din­ge steu­ern, be­tont der Star. „Ich den­ke, man soll im Le­ben sein Bes­tes ge­ben, freund­lich, groß­zü­gig und hilfs­be­reit sein und da­bei ein biss­chen Spaß ha­ben.“Für den Sohn ei­ner Bä­cker­fa­mi­lie in Wa­les war es ein schwie­ri­ger Weg in die Top-Rie­ge der Schau­spie­ler. Hop­kins, der sich mit mi­ni­ma­ler Mi­mik ei­ne so star­ke Lein­wand­prä­senz ver­schafft, war lan­ge von Furcht und Un­si­cher­heit ge­plagt. Nach dem Mi­li­tär­dienst schaff­te er 1961 die Auf­nah­me an die Roy­al Aca­de­my of Dra­ma­tic Art in Lon­don. Am Thea­ter konn­te er sich den Ruf ei­nes viel­sei­ti­gen Cha­rak­ter­dar­stel­lers er­wer­ben. Doch er galt auch als schwie­rig und un­be­re­chen­bar. Seit 2003 ist er in drit­ter Ehe mit der ge­bür­ti­gen ko­lum­bia­ni­schen Schau­spie­le­rin Stel­la Ar­roya­ve ver­hei­ra­tet. Mit bri­ti­schem Pass und ame­ri­ka­ni­scher Staats­bür­ger­schaft leb­te er die meis­te Zeit im ka­li­for­ni­schen Strand­ort Ma­li­bu.

Für ihn selbst ge­hört die Rol­le des auf­op­fern­den, all­zu per­fek­ten But­lers in dem Dra­ma „Was vom Ta­ge üb­rig blieb“(1993) zu sei­nen wich­tigs­ten Fil­men. Fast 25 Jah­re da­nach steht er wie­der mit Em­ma Thomp­son vor der Ka­me­ra – für ei­ne Ver­fil­mung von Sha­ke­speares „King Le­ar“. Der Ki­no­start ist für 2018 ge­plant. Bar­ba­ra Mun­ker

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