St­indl setzt den Schluss­punkt

DFB-Elf bleibt dank des ehe­ma­li­gen Karls­ru­hers auch im letz­ten Spiel des Jah­res un­ge­schla­gen

Badische Neueste Nachrichten (Hardt) - - SPORT -

Köln (sid). Jo­ker Lars St­indl hat zum Ab­schluss ei­nes gran­dio­sen Län­der­spiel­jah­res die stol­ze Se­rie der deut­schen Fuß­ball-Welt­meis­ter ge­ret­tet. Mit ei­nem Rechts­schuss be­wahr­te der Mön­chen­glad­ba­cher die Mann­schaft von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw beim 2:2 (0:1) im WM-Här­te­test ge­gen Frank­reich vor der ers­ten Nie­der­la­ge nach 20 Spie­len. Zu­letzt hat die deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft im EM-Halb­fi­na­le ver­lo­ren - ge­gen die Fran­zo­sen (0:2). Vor dem Län­der­spiel hat­ten die Mann­schaf­ten und Zu­schau­er in Köln dem ver­stor­be­nen 54er-Welt­meis­ter Hans Schä­fer mit ei­ner Schwei­ge­mi­nu­te ge­dacht. Die deut­sche Elf spiel­te mit Trau­er­flor.

Beim Come­back des WM-Hel­den Ma­rio Göt­ze hat­te Alex­and­re La­ca­zet­te (33./71.) zwei­mal für die tech­nisch ex­zel­len­ten Gäs­te in Köln ge­trof­fen. Die Welt­meis­ter hin­ge­gen spiel­ten lan­ge sta­tisch, zö­ger­lich und mit we­nig Es­prit – bis Werner das 1:1 er­ziel­te (56.). To­ni Kroos setz­te ei­nen Frei­stoß an die Un­ter­kan­te der Qu­er­lat­te (70.), Se­kun­den spä­ter fiel das 1:2. St­indl kon­ter­te in der drit­ten Mi­nu­te der Nach­spiel­zeit. Po­si­tiv in Er­in­ne­rung blei­ben wird Göt­zes Rück­kehr. Der Sieg­tor­schüt­ze im WMFi­na­le 2014 wur­de nach gut ei­ner St­un­de für Il­kay Gün­do­gan ein­ge­wech­selt.

Löw hat­te beim 0:0 in En­g­land am Frei­tag das Blitz­ar­ti­ge im Um­schalt­spiel ver­misst. Er ver­schrieb sei­ner Mann­schaft, das schleu­nigst „wie­der ein­zu­schlei­fen“, um in Russ­land Geg­ner der Welt­klas­se ins Wan­ken brin­gen zu kön­nen. Für ein Start­elf-Come­back Göt­zes sah der Bun­des­trai­ner die Zeit noch nicht ge­kom­men, wohl aber für ei­nen wei­te­ren Test des Frank­reichKen­ners Ke­vin Trapp (Pa­ris Saint-Ger­main) im Tor. Jos­hua Kim­mich war erst­mals seit Mit­te 2016 nicht da­bei, der Münch­ner er­hielt ei­ne Pau­se und wur­de von Em­re Can ver­tre­ten. Das deut­sche Spiel soll­ten wie­der Kroos und Ka­pi­tän Sa­mi Khe­di­ra auf­zie­hen, die Löw in Lon­don ge­schont hat­te. Das wirk­te sich an­fangs po­si­tiv aus, mit sehr hoch ste­hen­den Au­ßen­ver­tei­di­gern wähl­ten die Welt­meis­ter den Weg nach vor­ne – Özil hät­te bei­na­he das 1:0 er­zielt (3.). Be­son­ders Kroos tauch­te da­nach lan­ge ab. Das ge­fäl­li­ge Spiel der tech­nisch ex­zel­len­ten Fran­zo­sen, un­ter an­de­rem an­ge­trie­ben von Bay­erns Mün­chens Re­kord­ein­kauf Co­ren­tin To­lis­so, war auf das Su­per­ta­lent Ky­li­an Mbap­pé zu­ge­schnit­ten. Mats Hum­mels spit­zel­te dem 180-Mil­lio­nen­Mann im letz­ten Mo­ment den Ball vom Fuß (12.). Ei­nen ers­ten Schuss von La­ca­zet­te ent­schärf­te Trapp (19.) eben­so ent­schlos­sen wie spä­ter ge­gen Mbap­pé (32.). Im deut­schen Spiel war das Zen­trum dicht, auch weil Gün­do­gan weit in die Mit­te zog und so­mit die rech­te An­griffs­sei­te ent­blöß­te. In der Spit­ze bei Werner ka­men die Bäl­le meist erst gar nicht an. Frank­reich zwang die deut­sche Mann­schaft mit Pres­sing und klu­gem Ver­schie­ben zu et­li­chen Quer- und Rück­päs­sen, der von Löw en­er­gisch ein­ge­for­der­te Über­fall­fuß­ball blieb zu­nächst aus. Den spiel­ten eher die Gäs­te, wie nach ei­nem pfeil­schnel­len Kon­ter über Ant­ho­ny Mar­ti­al (28.). Se­kun­den zu­vor war auf der Ge­gen­sei­te ei­ne Vol­ley­ab­nah­me von Me­sut Özil ge­blockt wor­den. Nach ei­ner Traum-Kom­bi­na­ti­on mit klein­tei­li­gen Di­rekt­päs­sen über vier Sta­tio­nen spie­gel­te sich die fran­zö­si­sche Über­le­gen­heit auch auf der An­zei­ge­ta­fel. Löw wirk­te nach­denk­lich, sei­ne Mann­schaft wur­de kaum noch ge­fähr­lich, bis Werner von Özil wun­der­bar steil ge­schickt wur­de und Tor­hü­ter Ste­ve Mand­an­da tun­nel­te. Da­nach hat­te Deutsch­land deut­lich mehr Zug zum Tor, doch Frank­reich schlug kalt zu. Löw ent­lässt sei­ne Na­tio­nal­spie­ler nun in ei­ne vier­mo­na­ti­ge Pha­se oh­ne Länderspiele, mit ei­nem kla­ren Auf­trag: Je­der muss mehr tun, al­les ge­ben, um auf höchst­mög­li­chem kör­per­li­chen und men­ta­len Ni­veau in die un­mit­tel­ba­re WM-Vor­be­rei­tung star­ten zu kön­nen. Die­se be­ginnt mit den Ge­ne­ral­pro­ben ge­gen Spa­ni­en (23. März in Düs­sel­dorf) und Bra­si­li­en (27. März in Ber­lin).

Göt­ze fei­ert Come­back

Sta­tis­tik

Deutsch­land: Trapp, Can (83. St­indl), Hum­mels (46. Rü­di­ger), Sü­le, Plat­ten­hardt, Khe­di­ra (75. Ru­dy), Kroos, Drax­ler, Gün­do­gan (65. Göt­ze), Özil, Werner (85. Wa­gner).

Frank­reich: Mand­an­da, Jal­let (64. Pa­vard), Va­ra­ne, Um­ti­ti, Di­g­ne (82. Kurza­wa), To­lis­so, Ra­bi­ot, Ma­tui­di (64. N’Zon­zi), Mbap­pé, La­ca­zet­te (75. Griez­mann, Mar­ti­al.

Schieds­rich­ter: Ca­kir (Tür­kei), Zu­schau­er: 36 948 in Köln, To­re: 0:1 La­ca­zet­te (33.), 1:1 Werner (56.), 1:2 La­ca­zet­te (71.), 2:2 Lars St­indl (90.+3).

Gel­be Kar­te: Wa­gner – .

IN LETZ­TER SE­KUN­DE: Lars St­indl war nach sei­ner Ein­wechs­lung ge­gen Frank­reich gleich hell­wach und traf in der Nach­spiel­zeit noch zum ver­dien­ten 2:2 für die deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft. Fo­to: GES

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