Käff­chen mit Mie­ze

Karls­ru­he be­kommt ein Kat­zen­ca­fé / Su­che nach pas­sen­der Im­mo­bi­lie

Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe) - - Karlsruhe / Service - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Pa­tri­zia Ka­luz­ny

Wi­en, Ber­lin und Mün­chen ha­ben ei­nes, eben­so wie Lon­don und New York. Und bald soll sich auch Karls­ru­he in die il­lus­tre Run­de ein­fin­den und ein Kat­zen­ca­fé be­kom­men. Ja, rich­tig ge­le­sen, ein Kat­zen­ca­fé. Ein Ca­fé, in dem man ge­müt­lich an sei­nem Lat­te mac­chia­to nip­pen und gleich­zei­tig die ne­ben sich schnur­ren­de Samt­pfo­te strei­cheln kann. „Wir sind in­ten­siv auf der Su­che nach ei­nem pas­sen­den Ob­jekt“, be­stä­tigt Tho­mas Leid­ner ge­gen­über den BNN. Der 33 Jah­re al­te Münch­ner be­treibt zu­sam­men mit Kath­rin Karl seit zwei­ein­halb Jah­ren das Ca­fé „Kat­zen­tem­pel“in der baye­ri­schen Haupt­stadt, Mit­ten in Schwa­bing. Es war das ers­te Kat­zen­ca­fé Deutsch­lands, in­zwi­schen ha­ben ent­spre­chen­de Pen­dants auch in Ber­lin, Köln und Aa­chen er­öff­net.

„So­bald wir ei­ne pas­sen­de Im­mo­bi­lie in Karls­ru­he ge­fun­den ha­ben, geht es los“, so Leid­ner. Ein­fach ge­stal­tet sich die Su­che al­ler­dings nicht. „Das war da­mals in Mün­chen nicht an­ders, ich ha­be be­stimmt 50 Mak­ler kon­tak­tiert“, so der Samt­pfo­ten-Lieb­ha­ber. Vie­le könn­ten sich un­ter dem Kon­zept nichts vor­stel­len, ha­ben noch nichts von ei­nem Kat­zen­ca­fé ge­hört. „Man­che sind viel­leicht auch kei­ne Tier­freun­de“, mut­maßt Leid­ner. Die Rä­um­lich­kei­ten müss­ten je­doch auch be­stimm­te Kri­te­ri­en er­fül­len. Ein gro­ßes Schaufenster, durch das die Kat­zen hin­aus­schau­en kön­nen, soll­te bei­spiels­wei­se vor­han­den sein. Das Ca­fé muss zu­dem ne­ben dem Gast­raum über ei­nen Rück­zugs­raum für die Kat­zen ver­fü­gen, in den die Gäs­te kei­nen Zu­tritt ha­ben. „Die Tie­re sol­len selbst ent­schei­den kön­nen. Und wenn sie gera­de kei­ne Lust auf Strei­chel­ein­hei­ten ha­ben und sich kom­plett zu­rück­zie­hen oder lie­ber auf dem Kat­zen­baum sit­zen, dann ist das so“, sagt Leid­ner. Au­ßer­dem muss die Kü­che ei­nen se­pa­ra­ten Ein­gang ha­ben und eben­falls ge­trennt vom Gast­raum sein – das ver­lan­gen die Vor­ga­ben der Äm­ter und die Hy­gie­ne­vor­schrif­ten, auf die auch im Münch­ner „Kat­zen­tem­pel“pe­ni­bel ge­ach­tet wird.

So­wohl für Tho­mas Leid­ner als auch Kath­rin Karl ist der Tier­schutz ei­ne Her­zens­sa­che. Die sechs Samt­pfo­ten, die es sich im Münch­ner Kat­zen­ca­fé ne­ben den Gäs­ten ge­müt­lich ma­chen, stam­men von der Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on „Ras­se­kat­zen in Not“. Da­mit sich die Tie­re an ihr neu­es Zu­hau­se ge­wöh­nen, über­nach­te­te Leid­ner in den ers­ten Ta­gen mit den Kat­zen im Ca­fé. Auch die künf­ti­gen Karls­ru­her Mie­zen wer­den von ei­ner Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on über­nom­men. Es eig­net sich üb­ri­gens nicht je­de Ti­ger­kat­ze als Ca­fé­kat­ze. Die Tie­re soll­ten neu­gie­rig und selbst­be­wusst sein, sich ger­ne prä­sen­tie­ren – sie soll­ten „de­zen­ten Ram­pen­sau-Cha­rak­ter“ha­ben, be­schreibt Leid­ner la­chend. Die Spei­se­kar­te des künf­ti­gen Karls­ru­her Kat­zen­ca­fés wird eben­so wie im Münch­ner „Kat­zen­tem­pel“rein ve­ga­ne Ge­rich­te ent­hal­ten. „Wir möch­ten den Tier­schutz­ge­dan­ken kon­se­quent um­set­zen“, be­to­nen die bei­den Pio­nie­re, die au­ßer­dem auf Re­gio­na­li­tät und Nach­hal­tig­keit set­zen. „Und wir wol­len weg von dem Dog­ma, dass ve­ga­nes Es­sen schlecht ist, und die Men­schen vom Ge­gen­teil über­zeu­gen.“In Mün­chen ha­ben die bei­den in­zwi­schen vie­le Stamm­kun­den.

Die „Kat­zen­tem­pel“-Be­sit­zer sind bei­de Quer­ein­stei­ger: Kath­rin Karl ist pro­mo­vier­te Bio­che­mi­ke­rin, die ih­re Zu­kunft nicht im La­bor sah. Tho­mas Leid­ner war ein ge­frag­ter In­vest­ment­ban­ker, Spe­zia­list für De­ri­va­te, der aber ir­gend­wann sei­nen Job nicht mehr vor sich selbst ver­tre­ten konn­te.

Die Idee ei­nes Kat­zen­ca­fés stammt üb­ri­gens nicht aus Wi­en, wo das ers­te Kat­zen­ca­fé Eu­ro­pas er­öff­ne­te, son­dern aus Ja­pan. Dort al­ler­dings wer­den oft viel zu vie­le Kat­zen auf kleins­tem Raum ge­hal­ten und die Leu­te zah­len Ein­tritt und er­war­ten da­für auch, dass sie die Kat­zen strei­cheln dür­fen. So et­was kä­me den Münch­ner Tier­schüt­zern nie in den Sinn: „Bei uns ste­hen die Tie­re an ers­ter Stel­le“, be­to­nen sie. Im „Kat­zen­tem­pel“ist al­so die Kat­ze der Kö­nig, dann erst kommt der Gast.

Trick­die­bin setzt auf Sam­mel­lis­te

BNN – Als Trick­die­bin ent­puppt hat sich am Don­ners­tag­nach­mit­tag in der Lamm­stra­ße ei­ne jün­ge­re Frau, die vor­gab, mit ei­ner Spen­den­lis­te für ein Ge­hör­lo­sen­zen­trum Geld zu sam­meln. Wie die Po­li­zei ges­tern mit­teil­te, trug sich ei­ne spen­den­wil­li­ge 68-Jäh­ri­ge mit Post­leit­zahl und Ort in die Lis­te ein und spen­de­te fünf Euro. Dar­auf­hin um­arm­te die ver­meint­li­che Spen­den­samm­le­rin die Frau über­schwäng­lich und gab ihr Luft­küs­se. Die Wohl­tä­te­rin stell­te we­nig spä­ter fest, dass aus ih­rer Geld­bör­se 400 Euro fehl­ten. Die Die­bin war et­wa 30 Jah­re alt, et­wa 1,55 Me­ter groß mit un­ter­setz­ter Fi­gur und Schwan­ger­schafts­bauch, hat­te ein schma­les Ge­sicht und dun­k­les, nach hin­ten ge­bun­de­nes Haar.

Samt­pfo­ten kom­men von Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on

Zeu­gen­auf­ruf

Zeu­gen wer­den ge­be­ten, sich mit dem Po­li­zei­re­vier Markt­platz un­ter (07 21) 6 66 33 11 in Ver­bin­dung zu set­zen.

EIN KAT­ZEN­CA­FÉ wie der „Kat­zen­tem­pel“in Mün­chen ist auch für Karls­ru­he ge­plant. Fo­to: Wolf­gang Bayer

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