Funk­ge­rät statt Lauf­dress

Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe) - - Südwestecho -

Karls­ru­he (eki). Die Vor­be­rei­tung auf dem Ba­den-Ma­ra­thon lie­fen bei Ste­phan Erat, Alex­an­der Hahn, Mar­tin Freu­den­ber­ger und Horst Kell­ho­fer be­reits seit ei­ni­gen Wo­chen auf Hoch­tou­ren. Al­ler­dings sind die vier Karls­ru­her da­für nicht mit Jog­ging­schu­hen und Lauf­dress im Ober­wald oder im Hardtwald un­ter­wegs ge­we­sen, viel­mehr stand die Ent­wick­lung von sinn­vol­len Stra­te­gi­en für den mög­lichst rei­bungs­lo­sen Ablauf des sport­li­chen Groß­er­eig­nis­ses im Mit­tel­punkt. Erat und sei­ne drei Mit­strei­ter sit­zen am Ma­ra­thon­wo­chen­en­de näm­lich mit ih­ren Funk­ge­rä­ten in den Ret­tungs­wä­gen des Deut­schen Ro­ten Kreu­zes (DRK) und ha­ben da­bei die je­wei­li­ge Po­si­ti­on der Ein­satz­kräf­te ganz ge­nau im Blick.

Erat ist Vor­sit­zen­der des Karls­ru­her Orts­ver­bands des Deut­schen Ama­teur Ra­dio Clubs (DARC). Zum zwei­ten Mal in Fol­ge un­ter­stüt­zen er und sei­ne Fun­ker-Freun­de die Ret­tungs­kräf­te wäh­rend des Ma­ra­thons bei der in­ter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on. „Ein Funk­ge­rät ist im Be­gleit­fahr­zeug an der Spit­ze des Ren­nens im Ein­satz und ei­nes im Wa- gen am En­de“, sagt Erat. Er selbst sitzt mit ei­nem wei­te­ren Ge­rät an ei­nem zen­tra­len Platz im Ein­satz­leit­wa­gen und kann die Po­si­ti­on der bei­den Be­gleit­fahr­zeu­ge durch den Ab­gleich der GPS-Da­ten in Echt­zeit ver­fol­gen. Bei ei­nem Not­fall kann Erat dann re­la­tiv schnell die Stre­cke bis zum Ein­satz­ort

Un­ter­stüt­zung für die Ret­tungs­kräf­te

ab­schät­zen und sei­ne Ein­schät­zung an die Ein­satz­lei­tung wei­ter­ge­ben. Die schnellst­mög­li­che Ver­sor­gung hat da­bei obers­te Prio­ri­tät. Der Grund: Weil bei ei­nem mehr­stün­di­gen Ma­ra­thon auch trai­nier­te Sport­ler teil­wei­se mit Herz-Kreis­lauf-Pro­ble­me zu kämp­fen ha­ben, kön­nen bis zum Ein­tref­fen der Ret­tungs­kräf­te selbst we­ni­ge Se­kun­den über Le­ben und Tod ent­schei­den.

Bei gro­ßen Sport­ver­an­stal­tun­gen wie ei­nem Ma­ra­thon ha­ben die Ein­satz­kräf­te zwar auch ei­ge­ne Funk­ge­rä­te da­bei, doch mit ih­rem spe­zi­el­len An­ge­bot zur Po­si­ti­ons­be­stim­mung bie­ten Erat und sei­ne Mit­strei­ter den Ret­tungs­diens­ten ei­ne zu­sätz­li­che Si­cher­heit. „Wir sen­den auf un­se­ren ei­ge­nen Fre­quen­zen und sind des­halb für Stö­run­gen im Mo­bil­funk­netz oder Strom­aus­fäl­le schlicht­weg nicht an­fäl­lig“, so Erat. Au­ßer­dem kom­me es im in­ter­nen Funk­ver­kehr zu kei­nen Über­las­tun­gen und die Ka­nä­le wür­den wäh­rend des Ma­ra­thons aus­schließ­lich für die Si­che­rung des Ein­sat­zes ge­nutzt. Auch bei an­de­ren Groß­ver­an­stal­tun­gen wie den Fa­schings­um­zü­gen in der Re­gi­on ha­ben Ver­an­stal­ter so­wie Ret­tungs­und Si­cher­heits­kräf­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf die tech­ni­sche Kom­pe­tenz der Karls­ru­her Ama­teur­fun­ker zu­rück­ge­grif­fen. „Von der tech­ni­schen Sei­te sind sol­che Ein­sät­ze für uns schon Rou­ti­ne“, so Erat. Doch die Un­vor­her­seh­bar­keit ei­nes mög­li­chen Ein­sat­zes sor­ge trotz­dem wäh­rend ei­nem Sport­spek­ta­kel wie dem Ma­ra­thon noch für er­höh­te Ad­re­na­lin-Wer­te.

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