Die Ske­let­te tan­zen für die To­ten

Me­xi­ko ehrt am „Día de los Mu­er­tos“in die­sem Jahr vor al­lem Erd­be­ben­op­fer

Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe) - - Blick In Die Welt - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Ge­org Is­mar

Me­xi­ko-Stadt. Tan­zen­de Ske­let­te und To­ten­schä­del: In Me­xi­ko ha­ben die Men­schen am „Tag der To­ten“in die­sem Jahr be­son­ders den 470 To­des­op­fern der zwei schwe­ren Erd­be­ben im Sep­tem­ber ge­dacht. Der „Día de los Mu­er­tos“ist ei­ne der wich­tigs­ten Fei­er­lich­kei­ten in Me­xi­ko. In fröh­li­cher At­mo­sphä­re wird der Ver­stor­be­nen ge­dacht, auf Fried­hö­fen wer­den Grä­ber ge­schmückt und Pick­nicks ver­an­stal­tet. Zum zwei­ten Mal gab es auch ei­nen Um­zug mit gro­ßen Wa­gen und rie­si­gen Ma­rio­net­ten im Zen­trum der Haupt­stadt.

Die Idee für den bun­ten To­ten­um­zug in Me­xi­ko-Stadt ist von dem Ki­no-Ge­heim­agen­ten Ja­mes Bond in­spi­riert: Im letz­ten Bond-Film „Spect­re“ist der be­rühm­te bri­ti­sche Spi­on auf ei­ner fik­ti­ven „Tag der To­ten“-Pa­ra­de in der Haupt­stadt zu se­hen. An dem von Zehn­tau­sen­den Men­schen be­glei­te­ten Um­zug nah­men auch Ret­tungs­kräf­te des Erd­be­bens teil, das am 19. Sep­tem­ber be­son­ders Me­xi­ko-Stadt schwer ge­trof­fen hat­te. Vie­le Men­schen hat­ten sich ver­klei­det und schwarz-weiß ge­schminkt. „Die Haupt­idee ist, das Le­ben mit dem Tod und den Tod mit dem Le­ben zu fei­ern“, sag­te die Künst­le­rin Alejandra Gon­zá­lez Ana­ya. „Das ist ei­ne Art, die­se hier exis­tie­ren­de Tra­di­ti­on zu be­wah­ren. Wir brau­chen hier kein Hal­lo­ween“, sag­te Gon­zá­lez Ana­ya.

Am „Tag der To­ten“gibt es für die Kin­der To­ten­schä­del aus Zu­cker­guss oder „Pan de Mu­er­te“(To­ten­brot). In den Häu­sern wer­den mit Ker­zen, Blu­men und Krepp­pa­pier ge­schmück­te Al­tä­re auf­ge­stellt. Den to­ten An­ge­hö­ri­gen wer­den Op­fer­ga­ben wie Brot, Salz, Te­qui­la und Zi­gar­ren dar­ge­reicht. In Me­xi­ko ver­mi­schen sich ka­tho­li­sche und prä­hi­s­pa­ni­sche Tra­di­tio­nen. Die Fei­er­lich­kei­ten fal­len mit den christ­li­chen Fei­er­ta­gen Al­ler­hei­li­gen und Al­ler­see­len zu­sam­men. Die in­di­ge­nen Völ­ker fei­ern zu die­ser Zeit die Mai­s­ern­te. Mit den Op­fer­ga­ben wol­len sie den Ver­stor­be­nen den Weg ins Dies­seits öff­nen, da­mit die Geis­ter Wohl­stand und Gesundheit brin­gen. Die Ri­tua­le wur­den 2008 von der Unesco in die Lis­te des im­ma­te­ri­el­len Welt­kul­tur­er­bes auf­ge­nom­men.

BEMALTE GE­SICH­TER, ge­schmück­te Al­tä­re, aus­ge­las­se­ne Stim­mung auf den Fried­hö­fen. Me­xi­ko fei­ert in ein­ma­li­ger Wei­se je­des Jahr sei­ne To­ten. Fo­to: dpa

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