Wa­nit­zeks Sonn­tags­schuss

Der Karls­ru­her SC baut ge­gen den 1. FC Mag­de­burg sei­ne ma­kel­lo­se Heim­se­rie aus

Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe) - - Sport - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Chris­toph Dre­scher

Karls­ru­he. Ein biss­chen Sor­gen hat­te sich Mar­vin Wa­nit­zek schon ge­macht in den letz­ten Spiel­mi­nu­ten. Dass der Fuß­ball-Dritt­li­gist Karls­ru­her SC beim Heim­spiel ge­gen den 1. FC Mag­de­burg noch in der Nach­spiel­zeit um die ver­dien­ten drei Punk­te zit­tern muss­te, lag auch am ge­bür­ti­gen Bruch­sa­ler selbst. Bu­rak Ca­mog­lu hat­te sich in der 85. Mi­nu­te ein­mal mehr über die rech­te Sei­te durch­ge­tankt und spiel­te ei­nen fla­chen Qu­er­pass durch den Straf­raum. Am hin­te­ren Pfos­ten lau­er­te Wa­nit­zek – und häm­mer­te den Ball aus knapp drei Me­tern an die Lat­te.

Statt 2:0 führ­te der KSC wei­ter nur mit ei­nem Tor. „So kam wie­der ein biss­chen Un­ru­he rein. Aber wir ha­ben es dann trotz­dem gut über die Büh­ne ge­bracht“, at­me­te Wa­nit­zek nach dem 1:0(1:0)-Er­folg er­leich­tert durch, den der 24-Jäh­ri­ge mit sei­nem Sonn­tags­schuss aus rund 25 Me­tern be­sorgt hat­te. Auch KSC-Coach Alois Schwartz sah im Ver­pas­sen des zwei­ten Tref­fers den ein­zi­gen An­satz zur Kri­tik.

Ei­ni­ge der of­fi­zi­ell 12 748 Zu­schau­er schwelg­ten zu­nächst in Er­in­ne­run­gen und be­grüß­ten den ehe­ma­li­gen KSCKa­pi­tän Ma­ik Franz, heu­te As­sis­tent der Ge­schäfts­füh­rung in Mag­de­burg, mit ei­nem Pla­kat mit der Auf­schrift „Will­kom­men Zu­hau­se Iron Ma­ik“. Der sah ei­ne im Ver­gleich zum Re­mis in Müns­ter auf ei­ner Po­si­ti­on ver­än­der­te KSC-Elf, An­ton Fink rück­te als hän­gen­de Spit­ze für Marc Lo­renz ins Team. Der KSC über­ließ den Gäs­ten zu­nächst die Spiel­ge­stal­tung und lau­er­te auf Feh­ler. Doch den ers­ten Faux­pas der Par­tie leis­te­te sich Mar­cel Meh­lem, der den Puls der An­hän­ger mit ei­nem haar­sträu­ben­den Ball­ver­lust am ei­ge­nen Straf­raum das ers­te Mal in die Hö­he jag­te. Mag­de­burg schal­te­te schnell, über Den­nis Erd­mann und Philip Türpitz lan­de­te der Ball schließ­lich bei Björn Ro­ther, der sei­nen Schuss aus knapp 15 Me­tern rechts am Tor vor­bei­sch­lenz­te. 20 Mi­nu­ten spä­ter schüt­tel­te Türpitz nach fei­nem Pass von Erd­mann sei­nen Ge­gen­spie­ler Da­vid Pisot ab. Doch KSC-Kee­per Ben­ja­min Uphoff ver­kürz­te ge­schickt den Win­kel, so dass auch die zwei­te Chan­ce ins Lee­re lief.

Mehr ließ die Karls­ru­her De­fen­si­ve im ers­ten Durch­gang nicht zu, die vie­len lan­gen Bäl­le von Mag­de­burgs „Quar­ter­back“ Ni­co Ha­mann wa­ren meist si­che­re Beu­te von Da­ni­el Gor­don und Pisot. Nach vor­ne of­fen­bar­te der KSC aber wei­ter­hin Op­ti­mie­rungs­be­darf. Die bes­te Ge­le­gen­heit un­ter­brach Schieds­rich­ter Ro­bert Kamp­ka zu Un­recht, als Ca­mog­lu sei­nen ei­ge­nen Pass durch die Mag­de­bur­ger Ab­wehr­ket­te er­reich­te, der Li­ni­en­rich­ter aber trotz­dem die Fah­ne hob, weil sich der im Ab­seits ste­hen­de Fa­bi­an Schleu­se­ner eben­falls zum Ball be­wegt hat­te (17.). Bei Wa­nit­zeks Knal­ler in der 40. Mi­nu­ten wa­ren dann kei­ne Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit vor­han­den. Leicht ab­ge­fälscht knall­te der Ball ge­gen den rech­ten In­nen­pfos­ten und von da ins Mag­de­bur­ger Ge­häu­se.

In der zwei­ten Halb­zeit er­höh­te Mag­de­burg noch ein­mal die Schlag­zahl der lan­gen Bäl­le. Doch die Kopf­bäl­le von Erd­mann (48.) und Chris­ti­an Beck (49.) brach­ten kei­ne Ge­fahr. „Wie sie sich rein­ge­hau­en hat in die Zwei­kämp­fe, ge­gen ei­nen kör­per­lich sehr prä­sen­ten Geg­ner, da muss ich der Mann­schaft ein rie­sen­gro­ßes Lob ma­chen“, sag­te Schwartz, den sei­ne Elf aber auch an den Rand der Ver­zweif­lung brach­te: „Wir schal­ten su­per um, wir spie­len schnell in die Räu­me. Aber du musst ein­fach das zwei­te Tor ma­chen.“

Zu­nächst ent­schärf­te Mag­de­burgs Tor­hü­ter Jan Glin­ker ei­nen Kopf­ball von Gor­don (50.). Dann block­te Chris­to­pher Hand­ke den Schuss von Fink aus 15 Me­tern ab, den Ab­pral­ler setz­te Ca­mog­lu aus noch kür­ze­rer Dis­tanz am lee­ren Tor vor­bei (56.). We­nig spä­ter traf der Tür­ke nur das Au­ßen­netz, ehe Wa­nit­zek schließ­lich für den Fehl­schuss des Ta­ges sorg­te. „Ich hab’s mir für Ros­tock auf­ge­ho­ben“, scherz­te Wa­nit­zek nach dem Schluss­pfiff der Par­tie, die von meh­re­ren hun­dert Ein­satz­kräf­ten ge­si­chert wor­den war. Zu­hau­se bleibt der KSC da­mit in die­ser Sai­son wei­ter­hin un­ge­schla­gen. „Wir wol­len die Eu­pho­rie aus den Heim­spie­len jetzt auch mal aus­wärts mit­neh­men“, be­ton­te Wa­nit­zek.

Karls­ru­her SC: Uphoff, Ba­der, Pisot, Gor­don, Föh­ren­bach, Meh­lem (90.+2 Sie­beck), Wa­nit­zek, Ca­mog­lu, Fink (90.+1 Stoll), Mus­li­ja, Schleu­se­ner.

1. FC Mag­de­burg: Glin­ker, Hand­ke, Ham­mann, Schä­fer, But­zen, Ro­ther, Erd­mann (65. Lud­wig), Nie­mey­er, Türpitz (82. Pick), Beck, Lohkem­per (46. Cha­hed).

Schieds­rich­ter: Kamp­ka (Mainz), Zu­schau­er: 12 748, Tor: 1:0 Wa­nit­zek (40.).

Gel­be Kar­ten: Gor­don, Mus­li­ja, Ba­der – Erd­mann, Ro­ther.

GLÜCK­LI­CHES DUO: KSC-Coach Alois Schwartz be­glück­wünscht sei­nen Tor­schüt­zen Mar­vin Wa­nit­zek. Fo­tos: GES

Ma­ik Franz

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