Fau­ler Ap­fel

Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe) - - Politik -

Es gibt Un­ter­neh­men, de­nen das Gros der Kund­schaft trotz Skan­da­len und Skan­däl­chen treu bleibt. App­le zählt da­zu, weil der Ei­gen­tü­mer ei­nes Pro­dukts mit dem Ap­fel-Lo­go zugleich ein Sta­tus­sym­bol ge­kauft hat.

Der Tech­no­lo­gie­kon­zern hat nun noch recht­zei­tig er­kannt, dass er es nicht über­trei­ben darf: Die Ka­li­for­ni­er ha­ben sich bei ih­ren Kun­den für ih­re In­for­ma­ti­ons­po­li­tik ent­schul­digt. Sie hat­ten ver­schwie­gen, dass sie die Leis­tung äl­te­rer iPho­nes dros­seln. Nur bei ei­nem teu­ren Ak­ku­wech­sel lie­fen die Ge­rä­te wie­der flott. Zu die­sem Ein­ge­ständ­nis ha­ben mit Si­cher­heit auch Ver­brau­cher­kla­gen in den USA bei­ge­tra­gen. So wur­de der Druck er­höht – auch wenn der Kon­zern et­wai­ge Stra­fen aus der Por­to­kas­se be­zah­len könn­te.

App­le ist Kult, aber kein Ku­schel­kon­zern: Vor­wür­fe gibt und gab es im­mer wie­der. Ar­beits­be­din­gun­gen bei den Zu­lie­fe­rern, man­geln­de In­fos über die ge­setz­li­che Ge­währ­leis­tung in der EU und Steu­er­op­ti­mie­rungs-Tricks sind Bei­spie­le. Dass App­le bald Er­satz­ak­kus für 29 statt 89 Eu­ro ver­kauft, ist ein Zu­ge­ständ­nis. Die Ak­ti­on ist aber bis En­de 2018 li­mi­tiert – und das beim mit 734 Mil­li­ar­den Eu­ro wert­volls­tem Kon­zern der Welt. So bleibt et­was von ei­nem fau­len Ap­fel. Dirk Neu­bau­er

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