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Die Punk­te-Kri­te­ri­en

Bei der Vier­schan­zen­tour­nee ge­winnt nicht un­be­dingt der, der am wei­tes­ten springt. An­de­re Fak­to­ren spie­len eben­falls ei­ne Rol­le. Der Überblick:

• Wei­te: Grund­la­ge für die Punkt­zahl von Richard Frei­tag und Co ist nach wie vor die Wei­te. Pro ge­sprun­ge­nem Me­ter gibt es ab ei­ner ge­wis­sen Wei­te 1,8 Punk­te. Bei­spiel: Springt Ath­let A auf 140 Me­ter und Ath­let B auf 138 Me­ter, er­hält Ath­let A 3,6 Punk­te mehr als Ath­let B. Die rei­ne Wei­te macht am En­de et­was mehr als die Hälf­te der Punkt­zahl aus. Beim Ski­flie­gen (Wei­ten bis über 250 Me­ter) gibt es pro Me­ter 1,2 Punk­te. Bei der Tour­nee zäh­len nur die 1,8 Punk­te pro Me­ter.

• No­ten: Die Ju­ry mit fünf Wer­tungs­rich­tern be­ur­teilt die Äs­t­he­tik des Sprungs und der Lan­dung des Sprin­gers. Die Best­no­te, die ein Sprin­ger er­hal­ten kann, ist 20,0. Üb­lich sind bei den Top-Ath­le­ten No­ten zwi­schen 17,5 und 19. Die bes­te und die schlech­tes­te No­te der Ju­ry wer­den ge­stri­chen. Bei­spiel: Ein Sprin­ger er­hält Wer­tungs­no­ten von 19, zwei­mal 18 und zwei­mal 17,5. In die Wer­tung ge­hen nach Strei­chung der bes­ten No­te (19) und der schlech­tes­ten No­te (17,5) zwei­mal die 18 und ein­mal die 17,5. Der Sprin­ger er­hält 53,5 Punk­te.

• Wind: Im Som­mer 2009 wur­de zu­sätz­lich zu Wei­te und No­ten noch ei­ne wei­te­re Ka­te­go­rie ein­ge­führt. Da bei der Frei­luft­sport­art Ski­sprin­gen nicht je­der bei glei­chen Be­din­gun­gen springt, wird der Wind seit­dem mit ein­ge­rech­net. Bei­spiel: Hat ein Ath­let mehr Rü­cken­wind als ein an­de­rer, be­kommt er zu­sätz­li­che Punk­te. Ist ein Sprin­ger vom Auf­wind be­güns­tigt, be­kommt er Punk­te ab­ge­zo­gen.

• An­lau­f­län­ge: Auch die An­lau­f­län­ge fließt in die so­ge­nann­te Win­dGa­te-Kom­pen­sa­ti­on ein. So­wohl die Ju­ry als auch der Trai­ner des oben sit­zen­den Sprin­gers kön­nen ei­nen Wech­sel der An­lauf­lu­ke an­ord­nen. Das war vor der ein­ge­führ­ten Wind-Ga­te-Re­gel nicht mög­lich. Bei­spiel: Springt ein Ath­let mit we­ni­ger An­lauf, be­kommt er zu­sätz­li­che Punk­te, hat es da­für aber schwie­ri­ger, auf ei­ne gro­ße Wei­te zu kom­men. Be­kommt ein Ath­let mehr An­lauf, er­hält er zwar we­ni­ger Punk­te, hat da­für aber auch die Chan­ce auf hö­he­re Ge­schwin­dig­keit und da­mit ei­ne grö­ße­re Wei­te. dpa

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