Kor­rek­tur geht wei­ter

Badische Neueste Nachrichten (Rastatt / Gaggenau) - - WIRTSCHAFT -

„Vie­le Men­schen in Deutsch­land über­schät­zen das Ri­si­ko der Ak­ti­en­märk­te und un­ter­schät­zen die Chan­cen“, sagt Ve­ro­ni­ka Csi­zi. Die Fi­nanz­jour­na­lis­tin lässt für die Le­se­rin­nen und Le­ser je­de Wo­che das Bör­sen­ge­sche­hen Re­vue pas­sie­ren und er­klärt da­bei die Zu­sam­men­hän­ge.

Die Kor­rek­tur geht al­so wei­ter. Ver­gan­ge­ne Wo­che ver­lor der Dax 0,6 Pro­zent auf 12 1 63 Punk­te. Ein be­trächt­li­cher An­teil der Ver­lus­te geht auf das Kon­to der Au­to­her­stel­ler im Dax. BMW, Daim­ler und VW ver­lo­ren al­le drei gut vier Pro­zent. Am an­de­ren En­de glänz­te nur Adi­das mit sehr gu­ten Quar­tals­zah­len und ei­nem Wo­chen­plus von fast neun Pro­zent. Eu­ro­pa und der USMarkt schaff­ten es über die Wo­che er­neut ins Plus, der Dow Jo­nes er­klomm – schon wie­der – ein neu­es All­zeit­hoch. Was man­chen lang­sam un­heim­lich ist, ist da­bei nur ein fa­der Ab­glanz vie­ler gu­ter Quar­tals­er­geb­nis­se. Hier gilt in­zwi­schen so­gar die De­vi­se: Gut reicht nicht mehr. Käu­fer ins Boot ho­len konn­ten meist nur Un­ter­neh­men, de­ren Er­geb­nis­se bes­ser als er­war­tet aus­fie­len. Der Öl­mul­ti Exxon Mo­bi­le et­wa hat­te zwar den Ge­winn fast ver­dop­pelt, doch die An­le­ger ließ das kalt, sie ver­kauf­ten, denn ei­gent­lich hat­te man noch bes­se­re Zah­len er­hofft. Die BASF hob die Pro­gno­se an, mel­de­ten ei­nen sprung­haft ge­stie­ge­nen Ge­winn. „We­nig über­ra­schend“, hieß es auf dem Par­kett.

Die Kor­rek­tur in Deutsch­land bei gleich­zei­tig neu­en Re­kord­wer­ten im US-Leit­in­dex hat in­zwi­schen auch zu neu­er Aus­ge­wo­gen­heit ge­führt. Der Dax hat sei­nen Per­for­man­ceVor­sprung wie­der ab­ge­ge­ben, bei­de Leit­in­di­zes lie­gen im Jah­res­ver­gleich nun gut 18 Pro­zent vor­ne. Und: Es bleibt ei­ne Kor­rek­tur. We­nig spricht da­für, dass die jüngs­ten Ver­käu­fe in ei­nen ech­ten Trend­wech­sel füh­ren und die Hausse be­en­den könn­ten. War­um auch soll­te der Markt dre­hen, wenn die wirt­schaft­li­che Dy­na­mik eher zu- als ab­nimmt? Zu ach­ten wä­re al­ler­dings auf geo­po­li­ti­sche Kri­sen, et­wa den Kon­flikt mit Nord­ko­rea, der an Schär­fe ge­winnt. Auch das Ge­jam­mer über den neu­er­dings so star­ken Eu­ro ver­liert beim ge­naue­ren Blick sei­nen Schre­cken.

Ja, der Eu­ro hat deut­lich zu­ge­legt, was der Ex­port­in­dus­trie den Ab­satz au­ßer­halb der Eu­ro-Zo­ne nicht er­leich­tert. An­de­rer­seits no­tiert der Eu­ro ziem­lich ex­akt auf je­nem Le­vel von 1,17 Dol­lar, das er bei sei­nem Start im Ja­nu­ar 1999 hat­te.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.