Neu­er Film über Chris­tia­ne F.

Das Buch „Wir Kin­der vom Bahn­hof Zoo“war in den 80er Jah­ren ein Best­sel­ler

Badische Neueste Nachrichten (Rastatt / Gaggenau) - - BLICK IN DIE WELT -

München (dpa). Aus dem Best­sel­ler „Wir Kin­der vom Bahn­hof Zoo“wird ei­ne Fern­seh­se­rie. Das 1978 er­schie­ne­ne Buch von Kai Her­mann und Horst Rieck über das Schick­sal der dro­gen­ab­hän­gi­gen Kin­der­pro­sti­tu­ier­ten Chris­tia­ne F. wur­de mil­lio­nen­fach ver­kauft und ge­hör­te an vie­len Schu­len zur Pflicht­lek­tü­re. Nun ver­filmt Con­stan­tin Te­le­vi­si­on die be­rühm­te Vor­la­ge, Pro­du­zent ist Oli­ver Ber­ben. Die Ar­beit am Dreh­buch hat be­reits be­gon­nen, wie die Film­pro­duk­ti­ons­fir­ma mit­teil­te.

In dem Buch, das auch ein Spie­gel der so­zia­len Si­tua­ti­on im Ber­lin vor der Wen­de ist, geht es um die au­then­ti­sche Ge­schich­te ei­ner 14-Jäh­ri­gen, die mit zwölf Jah­ren Ha­schisch rauch­te und spä­ter auf den Kin­der­strich ging, um das He­ro­in zu fi­nan­zie­ren, von dem sie ab­hän­gig war. Die so­ge­nann­te He­a­dAu­to­rin der Se­rie ist An­net­te Hess („Ku’damm 56“, „Weis­sen­see“), die die Ge­schich­te ge­mein­sam mit fünf KoAu­to­ren noch ein­mal an­geht: „Das mo­der­ne se­ri­el­le Er­zäh­len bie­tet die Mög­lich­keit, Chris­tia­nes Le­ben und das der an­de­ren Kin­der aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven oh­ne Aus­las­sun­gen und his­to­risch ge­nau ab­zu­bil­den: um­fas­send in­ten­siv und scho­nungs­los“, so die Dreh­buch­au­to­rin.

Ne­ben den Pro­ble­men der Ju­gend­li­chen mit Dro­gen­ab­hän­gig­keit und Kri­mi­na­li­tät wer­den auch die Sicht­wei­sen der El­tern be­leuch­tet, die ih­re Kin­der al­lei­ne las­sen. Die his­to­ri­sche Chris­tia­ne F. hat­te selbst sehr un­ter ih­rem Al­lein­sein und dem feh­len­den In­ter­es­se ih­rer El­tern an ih­rer Per­son und ih­ren Be­dürf­nis­sen zu lei­den.

„Die Se­rie wird zum Sit­ten­bild ei­ner Zeit der Ex­tre­me, Süch­te und des dro­hen­den, links­ex­tre­men Ter­rors“, so An­net­te Hess. „Es gibt deut­li­che Par­al­le­len zum Heu­te. Die Ju­gend ist im­mer der Seis­mo­graf ei­ner Ge­sell­schaft“, meint sie.

Das Buch ist schon ein­mal ver­filmt wor­den – 1981 fürs Ki­no. Der Film hat­te da­mals knapp fünf Mil­lio­nen Ki­no-Zu­schau­er. An­ders als das da­ma­li­ge zeit­ge­nös­si­sche Werk ist die neue Ver­fil­mung ein Blick in die Ge­schich­te.

Spie­gel der so­zia­len Si­tua­ti­on vor der Wen­de

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