Kräf­ti­ger Schlag ins Was­ser

Die Jo­nes-Aus­wahl er­lebt im ver­scho­be­nen Vier­tel­fi­nal­spiel zur Mit­tags­stun­de ihr EM-Wa­ter­loo

Badische Neueste Nachrichten (Rastatt / Gaggenau) - - DES R PSOPROTRT -

Rotterdam (dpa). Der Blick der sonst so fröh­li­chen St­ef­fi Jo­nes ging ins Lee­re. Sicht­lich ge­zeich­net vom un­er­war­tet schnel­len En­de des EM-Traums such­te die Bun­des­trai­ne­rin nach dem 1:2 (1:1) im Vier­tel­fi­na­le ge­gen Dä­ne­mark nach Wor­ten. „Un­ser Sie­ges­wil­le war nicht so groß wie der von Dä­ne­mark. Na­tür­lich ist die Ent­täu­schung jetzt sehr groß“, sag­te Jo­nes in Rotterdam. Ob­wohl die deut­schen Fuß­bal­le­rin­nen seit 30 Jah­ren nicht so früh bei ei­ner Eu­ro­pa­meis­ter­schaft aus­ge­schie­den sind wie nun beim ers­ten Tur­nier un­ter der neu­en Bun­des­trai­ne­rin, ver­schwen­det Jo­nes kei­nen Ge­dan­ken dar­an, ih­re Mis­si­on vor­ei­lig auf­zu­ge­ben. „Mei­ne ei­ge­ne Mo­ti­va­ti­on ist da“, sag­te die 44-Jäh­ri­ge. „Die Ent­schei­dungs­trä­ger sit­zen im DFB. Und die wer­den si­cher in den nächs­ten Ta­gen mit mir zu­sam­men­sit­zen.“

Kurz nach dem Aus äu­ßer­te DFB-Prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del, man wol­le „nun­mehr in al­ler Ru­he, un­ab­hän­gig von der ak­tu­el­len Ent­täu­schung über das Aus­schei­den, mit al­len Be­tei­lig­ten ana­ly­sie­ren und über­le­gen, was zu tun ist, da­mit un­se­re Frau­en-Na­tio­nal­mann­schaft wie­der an frü­he­re Er­fol­ge an­knüp­fen kann“. Zu­min­dest was den Zu­sam­men­halt an­geht, ist dem acht­ma­li­gen Eu­ro­pa­meis­ter nichts vor­zu­wer­fen. Die vor­han­de­ne spie­le­ri­sche Qua­li­tät zeig­te der Olym­pia­sie­ger von 2016 im ge­sam­ten Tur­nier kaum. We­der in den drei Grup­pen­spie­len bei dem dürf­ti­gen 0:0 ge­gen die eben­falls schon im Vier­tel­fi­na­le ge­schei­ter­ten Schwe­din­nen, bei dem 2:1 ge­gen Ita­li­en oder dem 2:0 ge­gen Russ­land – noch im ers­ten K.-o.Spiel. Für die deut­schen Fuß­bal­le­rin­nen war es die erst fünf­te Nie­der­la­ge im 47. EM-Spiel. Zwar ge­lang Isa­bel Ker­schow­ski ge­gen die Dä­nin­nen in der drit­ten Spiel­mi­nu­te das ers­te deut­sche Tur­nier­tor aus dem Spiel her­aus. Aber Si­cher­heit und Mut gab der von ei­nem gro­ben Schnit­zer der Tor­frau Sti­na Pe­ter­sen be­güns­tig­te Füh­rungs­tref­fer kei­nes­wegs. Im Ge­gen­teil: Es zeig­ten sich die glei­chen Pro­ble­me im Pass­spiel und beim Tor­ab­schluss wie in der Vor­run­de. „Wir ha­ben jeg­li­che Sou­ve­rä­ni­tät und Ag­gres­si­vi­tät ver­mis­sen las­sen, wa­ren un­si­cher und hat­ten vie­le Ball­ver­lus­te“, klag­te Jo­nes, die an der Sei­ten­li­nie teil­wei­se An­fän­ger­feh­ler be­ob­ach­te­te. So ver­wei­ger­ten Dz­se­ni­fer Ma­roz­sán und Ker­schow­ski plötz­lich den Di­enst, als sie nach ei­nem ver­meint­li­chen Foul ver­geb­lich auf ei­nen Pfiff der un­ga­ri­schen Schieds­rich­te­rin Ka­ta­lin Kulc­sar war­te­ten. So fiel dem Team von Nils Niel­sen das 1:1 von Na­dia Na­dim prak­tisch in den Schoß. Den Traum vom neun­ten EM-Ti­tel zer­stör­te The­re­sa Niel­sen (83.) mit ih­rem Tref­fer zum Halb­fi­nal­ein­zug der Dä­nin­nen. „Es ist bit­ter, wie die­ses Aus zu­stan­de kommt: Wenn man seit Wo­chen den Rhyth­mus hat und dann hier um 11 Uhr raus muss zum Warm­ma­chen, das ist ei­ne ziem­li­che Ka­ta­stro­phe“, klag­te Tor­hü­te­rin Al­muth Schult. Das Spiel war am spä­ten Sams­tag­abend nach hef­ti­gen Re­gen­fäl­len in Rotterdam auf ges­tern Mit­tag ver­scho­ben wor­den. Als Ent­schul­di­gung moch­te Jo­nes die schwie­ri­ge Vor­be­rei­tung nicht gel­ten las­sen: „Dä­ne­mark hat­te die glei­chen Be­din­gun­gen.

DFB-Boss Gr­in­del er­war­tet Ana­ly­sen „in al­ler Ru­he“

NACH DEM AUS am Bo­den zer­stört: Die deut­schen Na­tio­nal­spie­le­rin­nen Man­dy Is­la­cker (9) und Le­na Go­eß­ling. Fo­to: dpa

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