May­er schlägt May­er

Der Deut­sche un­ter­liegt im Ro­then­baum-End­spiel sei­nem Na­mens­vet­ter

Badische Neueste Nachrichten (Rastatt / Gaggenau) - - SPORT -

Ham­burg (sid/dpa). Flo­ri­an May­er nahm ei­nen kräf­ti­gen Schluck aus der Was­ser­fla­sche und schau­te sich mit ent­täusch­tem Blick auf dem Cen­ter Court am Ham­bur­ger Ro­then­baum um. Doch der Ap­plaus der rund 7 000 Fans konn­te den Ten­nis-Rou­ti­nier ein biss­chen trös­ten, nach­dem May­er den größ­ten Tri­umph sei­ner Kar­rie­re ganz knapp ver­passt hat­te. Der Bay­reu­ther ver­lor das Fi­na­le der 111. Ger­man Open ge­gen sei­nen Na­mens­vet­ter Leo­nar­do May­er aus Ar­gen­ti­ni­en nach gro­ßem Kampf mit 4:6, 6:4, 3:6. „Nächs­tes Jahr, ich er­war­te Dich nächs­tes Jahr wie­der“, sag­te Micha­el

„Ich bin stolz auf mei­ne Leis­tung“

Stich in Rich­tung Flo­ri­an May­er. Der heu­ti­ge Tur­nier­di­rek­tor bleibt da­mit wei­ter der bis­her letz­te deut­sche Pro­fi, der in Ham­burg ge­win­nen konn­te. Der ehe­ma­li­ge Wim­ble­don­sie­ger hat­te sich 1993 den Sieg ge­holt.

„Das war ei­ne un­glaub­li­che Wo­che. Ich bin stolz auf mei­ne Leis­tung. Ich kann mir nicht viel vor­wer­fen, ich bin im­mer dran­ge­blie­ben“, sag­te der zu­letzt von vie­len Ver­let­zun­gen ge­plag­te Flo­ri­an May­er und mein­te: „Ich ha­be ge­se­hen, wie viel mit Kampf und Ein­stel­lung ge­hen kann.“Die Num­mer 101 der Welt kann sich mit ei­nem Preis­geld von 158 420 Eu­ro und 300 Welt­rang­lis­ten­punk­ten trös­ten. Flo­ri­an May­er wird in der neu­en Lis­te wie­der un­ter den Top 60 ge­führt. May­er war am Sams­tag durch die ver­let­zungs­be­ding­te Auf­ga­be von Phil­ipp Kohl­schrei­ber aus Augs­burg ins Fi­na­le ein­ge­zo­gen.

„Ich wer­de mich zer­rei­ßen und mein Herz auf dem Platz las­sen“, hat­te May­er vor dem End­spiel ver­spro­chen. Und er zeig­te sei­ne ein­ge­sprun­ge­ne Rück­hand, Stopps aus dem Nichts, doch es reich­te am En­de nicht. Zum denk­bar un­güns­tigs­ten Zeit­punkt ver­lor May­er zum zwei­ten Mal im ers­ten Satz sei­nen Auf­schlag, da­nach war der ers­te Durch­gang 4:6 ver­lo­ren. Zwar zeig­te der Deut­sche da­nach auch im­mer wie­der tol­les Ten­nis, im zwei­ten Satz war er der do­mi­nie­ren­de Mann – doch es ge­lang ihm nicht mehr, über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum Druck auf Leo­nar­do May­er aus­zu­üben. Die Num­mer 138 der Welt aus Ar­gen­ti­ni­en spiel­te in den ent­schei­den­den Mo­men­ten auch ei­nen Tick kon­se­quen­ter. Der in der Qua­li­fi­ka­ti­on ei­gent­lich ge­schei­ter­te und nach­träg­lich noch als Lu­cky Lo­ser ins Feld ge­rutsch­te May­er hat­te be­reits 2014 bei der mit knapp 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro do­tier­ten Ver­an­stal­tung in der Han­se­stadt tri­um­phiert.

In der Dis­kus­si­on um die Zu­kunft der Tra­di­ti­ons­ver­an­stal­tung sprach sich Stich ve­he­ment für ei­ne Fort­füh­rung un­ter sei­ner Re­gie aus. „Wir ver­sper­ren uns kei­ner Op­ti­on. Ob wir auf Sand, auf Ra­sen, auf Hart­platz oder auf Kuh­mist spie­len, ist egal“, sag­te Stich. „Wir wol­len ein­fach ein tol­les Tur­nier aus­rich­ten.“Sein Ver­trag läuft nur noch bis 2018. Top-Spie­ler wie der Ham­bur­ger Alex­an­der Zverev mach­ten die­ses Jahr ei­nen Bo­gen um den Ro­then­baum, weil sie vor den US Open auf Hart­platz spie­len wol­len. Der Deut­sche Ten­nis Bund be­fin­det sich in Ge­sprä­chen mit der ATP über ei­ne Än­de­rung des Be­lags bei der Neu­ord­nung des Ka­len­ders von 2019 an. Zu­dem führt der Ver­band Ver­hand­lun­gen mit drei Mit­be­wer­bern ne­ben Stich. Die Ent­schei­dung fällt im Herbst.

GRATULATION: Der in Ham­burg fi­nal un­ter­le­ge­ne Flo­ri­an May­er (links) be­glück­wünscht Leo­nar­do May­er zu des­sen Sieg am Ro­then­baum. Fo­to: dpa

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