Ja­mai­ka-Run­de ringt um Asyl­kurs

Flücht­lings­po­li­tik ent­zweit wei­ter die Par­tei­en / Lö­sung bis Frei­tag an­ge­strebt

Badische Neueste Nachrichten (Rastatt / Gaggenau) - - ERSTE SEITE -

Ber­lin (dpa). An­ge­sichts vie­ler Streit­punk­te steu­ern die Ja­mai­ka-Son­die­rer beim Kern­the­ma Zu­wan­de­rung auf ei­ne Ent­schei­dung in letz­ter Mi­nu­te zu. Die Un­ter­händ­ler von CDU, CSU, FDP und Grü­nen woll­ten sich am Di­ens­tag­abend un­be­grenzt Zeit da­für neh­men. Es war nicht da­von aus­zu­ge­hen, dass ei­ne Ver­stän­di­gung er­reicht wür­de. CSU-Chef Horst See­ho­fer sag­te mit Blick auf den bis in der Nacht zu Frei­tag ge­plan­ten Ab­schluss der Ge­sprä­che: „Noch zwei­mal schla­fen, dann wis­sen wir Be­scheid.“

Of­fen war, ob es zu Fort­schrit­ten in kon­tro­ver­sen The­men wie Land­wirt­schaft, Ver­kehr und der Au­ßen­po­li­tik kom­men wür­de. Beim Streit­punkt Fa­mi­li­en­nach­zug für im Land le­ben­de Flücht­lin­ge sieht Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der (CDU) kei­nen Spiel­raum. „Für Flücht­lin­ge mit ein­ge­schränk­tem Schutz­sta­tus se­he ich kei­ne Mög­lich­keit, den Fa­mi­li­en­nach­zug wie­der zu­zu­las­sen“, sag­te er der „Pas­sau­er Neu­en Pres­se“.

Für Flücht­lin­ge mit ein­ge­schränk­tem Sta­tus ist der Nach­zug von An­ge­hö­ri­gen bis März 2018 ge­stoppt – die Grü­nen wol­len ihn wie­der er­mög­li­chen. Nord­rhein-West­fa­lens In­te­gra­ti­ons­mi­nis­ter Joa­chim Stamp, der für die FDP mit­ver­han­delt, sag­te in ei­nem In­ter­view: „Die Fra­ge, ob ins­ge­samt der hu­ma­ni­tä­re Zu­zug von Asyl­be­wer­bern, un­ter­schied­li­chen Flücht­lings­grup­pen und ih­ren An­ge­hö­ri­gen be­grenzt und ge­steu­ert wird, ist der zen­tra­le Streit­punkt, an dem ein Ge­samt­kon­zept schei­tern kann.“Ei­nig sei man sich, dass es für das Grund­recht auf Asyl kei­ne Ober­gren­ze ge­be. Auch die Ein­sicht, dass gut in­te­grier­te Flücht­lin­ge ein dau­er­haf­tes Blei­be­recht er­hal­ten soll­ten, schei­ne sich durch­zu­set­zen.

Die vier Par­tei­en ha­ben sich bis in die Nacht zu Frei­tag Zeit ge­ge­ben, ein ge­mein­sa­mes Pa­pier zu er­stel­len. Da­mit wol­len sie in ih­ren je­wei­li­gen Gre­mi­en für grü­nes Licht zum Ein­stieg in for­mel­le Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen wer­ben.

Grü­nen-Frak­ti­ons­chef An­ton Ho­frei­ter for­der­te ei­ne „Ver­kehrs­wen­de“und den Um­stieg auf emis­si­ons­freie Mo­bi­li­tät. „Durch­wurs­teln nach dem Prin­zip Hoff­nung geht in die­sem Be­reich für uns Grü­ne nicht“, sag­te er der „Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung“. Die CDU ist op­ti­mis­tisch. „Die Chan­cen für Ja­mai­ka sind ge­stie­gen. Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass es ge­lingt und wir am Frei­tag ein po­si­ti­ves Son­die­rungs­er­geb­nis ha­ben wer­den“, sag­te Kau­der.

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