Über­blick in Zei­ten der Viel­falt

bauelement+technik - - EDITORIAL -

Ken­nen Sie das? Sie kom­men in den Su­per­markt und wol­len nur ei­ne ganz nor­ma­le Fla­sche Sham­poo kau­fen, brau­chen aber min­des­tens zehn Mi­nu­ten da­für – nicht weil die Schlan­ge an der Kas­se so lang ist, nein, son­dern weil das An­ge­bot so groß ist, dass man kaum ei­nen Über­blick ge­win­nen und sich da­her schlecht ent­schei­den kann. Da gibt es Pro­duk­te für dün­nes Haar, emp­find­li­che Kopf­haut, ge­gen Schup­pen, ge­gen vor­zei­ti­ges Er­grau­en, für ge­tön­tes und ge­färb­tes Haar oder auch stra­pa­zier­tes, für mehr Glanz, mehr Fül­le, mehr Sprung­kraft oder nur für Lo­cken. Da fragt sich der ein oder an­de­re auf ein­mal, wel­cher Haar­typ er denn sei – ei­ne bis­lang nie ge­stell­te Fra­ge, die – weil man ja nur „mal eben“ei­ne Fla­sche Sham­poo kau­fen woll­te – Stress aus­löst.

Die­ses an­stren­gen­de Über­an­ge­bot ist auch häu­fig in un­se­rer Bran­che an­zu­tref­fen. Die Va­ri­an­ten­viel­falt bei Fens­tern und Tü­ren scheint schier end­los und ist bei man­chen An­bie­tern so groß, dass selbst Fach­händ­ler manch­mal ih­re lie­be Mü­he ha­ben, noch al­les zu ken­nen und ih­rem Kun­den ent­spre­chend ver­mit­teln zu kön­nen. Aber: „Viel­falt ist kein Ver­kaufs­ar­gu­ment“, wuss­te To­bi­as Buch von Jeld-Wen in sei­nem Vor­trag „Al­lein­stel­lung – In­di­vi­dua­li­sie­rung – Ato­mi­sie­rung“auf dem Vom­berg Tü­ren-Ob­jekt­kon­gress in Ful­da zu be­rich­ten. Der Mar­ke­ting spe­zia­list, der­be im Tür­her­stel­ler für In­no­va­tio­nen zu­stän­dig ist, mo­niert, dass bei den Fach­händ­lern kei­ne Le­bens­wel­ten an­zu­tref­fen sind, die den Käu­fer in­spi­rie­ren, son­dern ein Tü­ren­wald, um eben je­ne Viel­falt zu zei­gen. Doch in die­ser ver­ir­re sich der Kun­de eher als das er das fin­de, was zu ihm pass­te.

Ein ähn­lich er­schla­gen­des An­ge­bot wird auch die Be­su­cher der Fens­ter­bau/Fron­ta­le er­war­ten. Schier un­zäh­li­ge Neu­hei­ten sind be­reits an­ge­kün­digt, ei­ni­ge Un­ter­neh­men hal­ten noch ge­heim, was sie prä­sen­tie­ren wer­den, aber in der Sum­me wird wohl wie­der ein Feu­er­werk an Pre­mie­ren ab­ge­brandt. Da ist es schwer, den Über­blick zu be­hal­ten – zu­mal nicht al­les so neu ist, wie es man­cher dar­stel­len mag. Doch Hil­fe naht: Die Nürn­berg Mes­se will mit ei­ner App für Ori­en­tie­rung sor­gen. Mit der Ap­pli­ka­ti­on sol­len sich Aus­stel­ler, Pro­duk­te und Events vor­mer­ken las­sen. Zu­dem wird ein dy­na­mi­scher Hal­len­plan an­ge­bo­ten. Ein Vor­ge­schmack, was Sie in Nürn­berg er­war­tet, bie­tet auch un­se­re Aus­wahl an Mes­se vor be­richt­er­stat­tung auf den Sei­ten 22 bis 34 so­wie 67 bis 73, die Sie nun ganz oh­ne Stress ge­nie­ßen kön­nen.

„Die Va­ri­an­ten­viel­falt bei Fens­tern und Tü­ren man­cher Her­stel­ler ist so groß, dass selbst Fach­händ­ler manch­mal den Über­blick ver­lie­ren.“

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