An­ti­bak­te­ri­el­ler Griff

Häu­fig wird Süd­me­tall nur als Händ­ler wahr­ge­nom­men. Die­sem Image will das Un­ter­neh­men, das sich be­reits vor 16 Jah­ren mit dem ita­lie­ni­schen Her­stel­ler Al­mar zur Al­mar Süd­me­tall Grup­pe zu­sam­men­ge­schlos­sen hat, nun en­er­gi­scher ent­ge­gen­tre­ten.

bauelement+technik - - BAUBESCHLAG- MAGAZIN -

Der an­ti­bak­te­ri­el­le Griff „Aba­co“der Al­mar Süd­me­tall Grup­pe ha­be nach be­reits fünf Mi­nu­ten al­le Bak­te­ri­en auf sei­ner Ober­flä­che ele­mi­niert. So zi­tiert der Her­stel­ler die Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se zwei­er Hoch­schu­len.

Doch die­ses Image, das vor­ran­gig im deutsch­spra­chi­gen Markt herrscht, soll durch ei­nen kon­se­quen­ten Auf­tritt als Grup­pe ge­wan­delt wer­den. Man­fred Ret­ten­stei­ner, CEO Süd­me­tall in Ain­ring: „Durch die neue Be­zeich­nung als Grup­pe soll bes­ser kom­mu­ni­ziert wer­den, dass das Un­ter­neh­men über ei­ge­ne Pro­duk­ti­on und Ver­trieb ver­fügt.“Zu die­sem Zweck hat sich die Grup­pe mit Da­nie­la Kam­mer­mei­er und Chris­ti­na Ret­ten­stei­ner, der Toch­ter des Ge­schäfts­füh­rers, zwei Mar­ke­ting­fach­leu­te an Bord ge­holt. Hier wird nicht nur die Tra­di­ti­on wei­ter­ge­führt, dass der Nach­wuchs der In­ha­ber­fa­mi­lie ins Un­ter­neh­men ein­steigt, son­dern Chris­ti­na ver­fügt wie Kol­le­gin Kam­mer­mei­er auf­grund ih­res frisch ab­ge­schlos­se­nen Mar­ke­ting­stu­di­ums über das not­wen­di­ge Rüst­zeug. „Das Pro­dukt­mar­ke­ting soll im­mer mehr auf die Grup­pe fi­xiert wer­den“, nennt CEO Ret­ten­stei­ner ei­ne der Auf­ga­ben für die bei­den Mar­ke­ting­fach­leu­te, „das neue Lo­go soll in­ten­si­ver ge­nutzt wer­den.“Doch nicht nur in punc­to Mar­ke­ting star­tet die Süd­me­tall Grup­pe durch. Auch die neu­es­ten Pro­duk­te sol­len am Markt die in­no­va­ti­ve Kom­pe­tenz der Grup­pe ver­deut­li­chen. Da ist ein­mal die jüngs­te Ver­si­on des „Ülock“-Schließ­sys­tems, mit dem be­reits auf der Se­cu­ri­ty im Herbst in Es­sen viel Auf­merk­sam­keit er­zielt wur­de. Da über­rasch­te der Her­stel­ler mit dem Pro­to­ty­pen ei­nes elek­tro­me­cha­ni­schen Schlos­ses aus der Leip­zi­ger Ide­en­schmie­de Süd­me­tall Schließ­sys­te­me, das die Ener­gie in­duk­tiv über­tra­gen be­kommt. Le­dig­lich auf der Zar­gen­sei­te muss es ei­ne Strom­zu­fuhr ge­ben, auf die Tür wird die Ener­gie dann in ge­schlos­se­nem Zu­stand völ­lig ka­bel­los über­tra­gen. Ei­nen kon­kre­ten Ter­min für die Markt­ein­füh­rung die­ser Neu­heit will man bei Süd­me­tall noch nicht nen­nen, doch „der Weg vom Pro­to­typ zur Markt­rei­fe ist bei uns recht kurz“, heißt es beim Her­stel­ler. Für Auf­merk­sam­keit im Markt soll auch der neue Griff „Aba­co“sor­gen. Er hat sei­nen Na­men von der an­ti­bak­te­ri­el­len Be­schich­tung er­hal­ten, die mit­tels Na­no­tech­no­lo­gie auf sei­ner Ober­flä­che auf­ge­tra­gen wird. Da­bei wird die Dünn­film-Be­schich­tung in ei­ner Hoch­va­ku­um-Kam­mer mit PVD-Tech­no­lo­gie er­zeugt. Die­se Be­schich­tung soll nicht nur „ewig hal­ten“, so das Ver­spre­chen der Grup­pe, son­dern die an­ti­bak­te­ri­el­le Wir­kung sich im Lau­fe der Zeit so­gar noch ver­stär­ken. In­so­fern ge­währ­leis­tet der Her­stel­ler die an­ti­bak­te­ri­el­le Wir­kung sei­ner „Aba­co“-Be­schlä­ge da­her über die ge­sam­te Pro­dukt­le­bens­dau­er hin­weg. Pier­lu­i­gi Mar­ti­nel­li, der mit sei­nen Brü­dern und sei­nem Va­ter einst Al­mar grün-

de­te, ist auch ei­ner von zwei Prä­si­den­ten der P&P Hol­ding. Zu die­ser ge­hört das Un­ter­neh­men Protim La­fer, das die Be­schich­tun­gen auf­trägt. So­mit ist Mar­ti­nel­li prä­des­ti­niert da­zu, das Sys­tem ge­nau zu er­klä­ren. Ba­sis, so sagt er, ist ei­ne PVD-Be­schich­tung, die so­zu­sa­gen ei­ne un­zer­stör­ba­re Hül­le um den Me­tall­griff bil­det. Denn wo an­de­re La­ckie­run­gen ab­plat­zen, Krat­zer und Fur­chen da­von­tra­gen, geht die PVD-Be­schich­tung qua­si in je­de Del­le, in je­den Krat­zer mit und of­fen­bart so kei­ne Lü­cke. „Die Kunst ist nun zu wis­sen, wie die PVD- ge­mein­sam mit der Sil­be­rio­nen-Be­schich­tung ver­nünf­tig und halt­bar auf den Griff zu brin­gen ist“, sagt Mar­ti­nel­li, und ver­rät: „Wir ha­ben da vie­le Jah­re For­schung in­ves­tiert.“

Bin­nen fünf Mi­nu­ten ab­ge­tö­tet

Gleich von zwei Uni­ver­si­tä­ten ließ die Al­mar Süd­me­tall Grup­pe die „Aba­co“-Be­schich­tung auf ih­re Wirk­sam­keit prü­fen. Die wis­sen­schaft­li­che Va­li­die­rung der „Aba­co“-Be­schich­tung wur­de an der Uni­ver­si­tät von Na­var­ra (Spa­ni­en) und der Uni­ver­si­tät Bre­scia (Ita­li­en), Ab­tei­lung Mo­le­ku­la­re und Trans­la­tio­na­le Me­di­zin, in Über­ein­stim­mung mit der Norm JIS Z 2801 / A12012 durch­ge­führt. Die Wirk- sam­keit der „Aba­co“-Be­schich­tung wur­de an­hand der Bak­te­ri­en­stäm­me Esche­ri­chia Co­li (Gram ne­ga­tiv) und Sta­phy­lo­coc­cus Au­reus (Gram po­si­tiv) ge­tes­tet. Bei­de ge­hö­ren den Fa­mi­li­en der am wei­tes­ten ver­brei­te­ten Bak­te­ri­en an. Sie sind ver­ant­wort­lich für vie­le Kon­tak­t­in­fek­tio­nen. „Aba­co“er­ziel­te da­bei laut Her­stel­ler über­zeu­gen­de Er­geb­nis­se. Die Un­ter­su- chun­gen wür­den be­le­gen, dass dank die­ser Be­schich­tung die Bak­te­ri­en nach nur fünf Mi­nu­ten voll­stän­dig ab­ge­tö­tet sind. Dies ge­lin­ge da­durch, dass „Aba­co“die Zell­mem­bran der Bak­te­ri­en zer­stö­re, ih­re Er­näh­rung un­ter­bin­de und den Tei­lungs­pro­zess der Zel­len un­ter­bre­che, ver­rät der mit die­sem Er­geb­nis äu­ßerst zuf­rie­de­ne Her­stel­ler.

Fotos (2): Al­mar Süd­me­tall Grup­pe

In die­sen Ma­schi­nen in Nord­ita­li­en wird mit­tels Na­no­tech­no­lo­gie in Hoch­va­ku­um­kam­mern die Ober­flä­che der Grif­fe be­schich­tet.

Die an­ti­bak­te­ri­el­le Be­schich­tung des „Aba­co“-Griffs er­zielt au­ßer­ge­wöhn­li­che Er­geb­nis­se.

Foto: Re­dak­ti­on/cfk

Mat­teo Mar­ti­nel­li (v. l.), Chris­ti­na Ret­ten­stei­ner, Man­fred Ret­ten­stei­ner, Silvia Mar­ti­nel­li und sit­zend Pier­lu­i­gi Mar­ti­nel­li ste­hen für die Fa­mi­li­en, die nun in zwei­ter und drit­ter Ge­ne­ra­ti­on die Al­mar Süd­me­tall Grup­pe füh­ren.

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