Durch­gän­ge ge­stal­ten

In­nen­tü­ren gibt es in un­ter­schied­li­chen Va­ri­an­ten. Egal ob mit oder oh­ne Glas­aus­schnitt – sie soll­ten ei­ne op­tisch an­spre­chen­de Ein­heit bil­den, zum Er­schei­nungs­bild der Räu­me pas­sen und raum­spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen ent­spre­chen.

bauelement+technik - - INHALT -

In­nen­tü­ren gibt es in un­ter­schied­li­chen Va­ri­an­ten. Sie soll­ten ei­ne op­tisch an­spre­chen­de Ein­heit bil­den, zum Er­schei­nungs­bild der Räu­me pas­sen und raum­spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen ent­spre­chen. In un­se­rem Spe­cial bie­ten wir ei­nen Über­blick.

Das Schat­ten­da­sein, das In­nen­tü­ren lan­ge führ­ten, ist vor­bei. Zu­neh­mend wird Wert auf ein an­spre­chen­des Aus­se­hen ge­legt. Doch trotz al­ler op­ti­schen Be­dürf­nis­se, darf es an Funk­tio­na­li­tät nicht man­geln. Das gilt nicht nur in Wohn­räu­men, son­dern auch in an­de­ren Wir­kungs­stät­ten, wie bei­spiels­wei­se in dem Ber­li­ner Syn­chron­stu­dio Eu­ro-Sync, ei­nes der be­deu­tends­ten Ton­stu­di­os für Film- und Vi­deo­syn­chro­ni­sa­ti­on in Deutsch­land. Par­al­lel wer­den hier in fünf ver­schie­de­nen Stu­di­os Spiel­fil­me, Do­ku­men­ta­tio­nen, Kin­der­fil­me und vor al­lem Se­ri­en von zu­meist pro­fes­sio­nel­len Syn­chron­spre­chern und Schau­spie­lern ins Deut­sche syn­chro­ni­siert. „Meist blei­ben uns nur we­ni­ge Wo­chen zur Fer­tig­stel­lung der deut­schen Fas­sung ei­ner kom­plet­ten Staf­fel, da man­cher Se­ri­en­start in Ame­ri­ka so­wie Deutsch­land fast zeit­gleich statt­fin­det“, er­klärt Ge­schäfts­füh­rer Bernd Kup­ke. Die Schaf­fung von ab­so­lut per­fek­ten räum­li­chen und tech­ni­schen Rah­men­be­din­gun­gen ist da­her für den Ge­schäfts­füh­rer des Stu­di­os, in dem un­ter an­de­rem Cri­mi­nal Minds, e Wal­king De­ad, aber auch Bie­ne Ma­ja ins Deut­sche syn­chro­ni­siert wer­den, ei­ne ab­so­lu­te Gr­und­vor­aus­set­zung. Die Ton­stu­di­os selbst so­wie die Re­gie­und Schnitt­plät­ze er­for­dern ein Ma­xi­mum an Schall­schutz, schließ­lich darf kein frem­des Ge­räusch auf der Auf­nah­me lan­den. Die In­nen­tü­ren sind die ein­zi­gen be­weg­li­chen Ele­men­te in­ner­halb der Pro­duk­ti­ons­räu­me des Ton­stu­di­os und ver­fü­gen da­her über ei­ne be­son­de­re Aus­stat­tung, wie sie sonst nur sel­ten zur Aus­füh­rung kommt. Um den größt­mög­li­chen Schall­schutz zu er­rei­chen, wur­den in en­ger Zu­sam­men­ar­beit mit der Ob­jekt­kun­den­be­treu­ung von Jeld-Wen ei­ni­ge Maß­nah­men um­ge­setzt. Ge­plant und rea­li­siert wur­de ei­ne spe­zi­el­le Dop­pel­tür­kon­struk­ti­on. Die sich nach au­ßen öff­nen­den Ele­men­te be­ste­hen aus 70 Mil­li­me­ter star­ken, stumpf ein­schla­gen­den Schall­schutz­tü­ren der Schall­schutz­klas­se 4, ein­ge­baut in ei­ner Holz­um­fas­sungs­zar­ge VZ-6 kan­tig (Schall­schutz Rw,P 47dB, Rw,R 42 dB). Nach in­nen, in das Stu­dio be­zie­hungs­wei­se den Re­gie­raum hin­ein, plat­zier­ten die Pla­ner 48 Mil­li­me­ter star­ke Schall­schutz­tü­ren der Schall­schutz­klas­se 2. Das Zu­sam­men­spiel die­ser bei­den Mo­del­le mit un­ter­schied­li­chen Schall- schutz­klas­sen be­wirkt, dass mög­li­che Re­so­nanz­fre­quen­zen weit­ge­hend ver­mie­den wer­den. Zu­dem wur­de zwi­schen den Tür­blät­tern ein Ab­stand von 20 Zen­ti­me­tern ein­ge­hal­ten, was zu­sätz­lich zur Ver­mei­dung von Re­so­nan­zen bei­trägt.

Stil­le zu al­len Sei­ten

Beim Schließ­vor­gang des zwei­ten Tür­blatts ei­ner Dop­pel­tür baut sich na­tur­ge­mäß ein Luft­pols­ter auf, wo­durch sich der not­wen­di­ge Schließ­druck auf die Tür deut­lich er­höht. Die­ser zu­sätz­li­che Kraft­auf­wand muss nor­ma­ler­wei­se bei Dop­pel­tü­ren in Kauf ge­nom­men wer­den, stellt je­doch ei­nen er­heb­li­chen Kom­fort­ver­lust dar. Aus die­sem Grund wur­de bei der vor­lie­gen­den In­stal­la­ti­on ei­ne Ent­lüf­tung zwi­schen den bei­den Zar­gen ver­baut, um das Tü­r­ele­ment mit ei­ner ge­rin­ge­ren Schließ­kraft be­die­nen zu kön­nen. Ein akus­tisch be­last­ba­res Tür­sys­tem be­steht aus mög­lichst vie­len Dicht­ebe­nen (Dich­tungs­pro­fi­len) so­wie schall­däm­men­den Ma­te­ria­len, die im Tür­blatt als Tür­ein­la­gen in un­ter­schied­li­chen Dich­ten so­wie mit ver­schie­de­nen Ei­gen­schaf­ten ver­baut wer­den. Die fach­ge­rech­te Ent­kopp­lung in Form der Kom­bi­na­ti­on von Ma­te­ria­li­en ist hier­bei der aus­schlag­ge­ben­de Mo­ment für gu­te Dämm­wer­te. Dar­über hin­aus ist ei­ner der wich­tigs­ten Pa­ra­me­ter für höchst­mög­li­che Schall­däm­mung die pro­fes­sio­nel­le Mon­ta­ge des ge­sam­ten Tü­r­ele­men­tes. We­sent­lichs­te Kom­po­nen­te hier­bei ist die fach­ge­rech­te Ein­brin­gung der Mul­ti­funk­ti­ons-Dich­tungs­pro­fi­le (für Brand-, Rauch- und Schall­schutz). Die­se Aus­stat­tungs­merk-

ma­le des Bau­ele­ments kom­men je­doch erst dann op­ti­mal zur Ent­fal­tung, wenn die Mon­ta­ge­fu­gen und Hohl­räu­me voll­vo­lu­mig und lü­cken­los aus­ge­füllt sind und die An­schluss­fu­gen mit ei­ner dau­e­re­las­ti­schen Ab­dich­tung fach­ge­recht „ver­sie­gelt“wur­den. Im vor­lie­gen­den Fall ka­men Holz­um­fas­sungs­zar­gen mit drei­di­men­sio­nal ver­stell­ba­ren Band­sys­te­men zum Ein­satz. Je­des Tür­blatt ver­fügt zur Ver­mei­dung mög­li­cher Re­so­nanz­fre­quen­zen über zwei un­ter­schied­li­che Bo­den­dich­tun­gen (13 Mil­li­me­ter / 15 Mil­li­me­ter). Die ge­schil­der­te Dop­pel­tür­kon­struk­ti­on des Ber­li­ner Ton­stu­di­os er­füllt ei­ne Ge­samt­schall­däm­mung von Rw,P=59dB / Rw, R=54dB. Schon wäh­rend der Pla­nung des Schall­schut­zes wid­me­ten sich auch die haus­ei­ge­nen To­n­in­ge­nieu­re von Eu­ro-Sync dem ema In­nen­tü­ren. Da es zu ver­mei­den galt, dass die Tü­ren wäh­rend ei­ner Auf­nah­me ge­öff­net wer­den, mo­di­fi­zier­ten sie die tra­di­tio­nel­le ro­te Auf­nah­me­lam­pe in ei­ne ro­te LED-Tür­um­ran­dung und kop­pel­ten die­se mit der Stu­dio­elek­tro­nik. Wann im­mer der Auf­nah­me­lei­ter im Stu­dio ei­ne Ton­se­quenz ein­spielt, sind die Per­so­nen drau­ßen auf den Gän­gen durch das deut­lich sicht­ba­re ro­te Si­gnal­licht rund um das ge­sam­te Tü­r­ele­ment ge­warnt. Klei­ne Re­lax-Zo­nen di­rekt vor den Stu­di­os ver­kür­zen die War­te­zeit, wenn es bei den Zom­bies aus e Wal­king De­ad mal wie­der et­was län­ger dau­ert.

Mit der Dop­pel­tür­kon­struk­ti­on er­ziel­te Jeld-Wen ei­ne Ge­samt­schall­däm­mung von Rw,P=59dB / Rw,R=54dB.

Fo­tos: Jeld-Wen

Spiel­berg, Char­lie She­en & Co. wer­den hin­ter die­sen Tü­ren in Ber­lin syn­chro­ni­siert.

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