Ex­port­markt Deutsch­land wird aus­ge­baut

ko­si. – Es ist kei­ne Sel­ten­heit, dass ein deut­scher Her­stel­ler auch den ös­ter­rei­chi­schen Markt be­lie­fert. Dass ein ös­ter­rei­chi­scher Her­stel­ler den deut­schen Markt zu­neh­mend im Vi­sier hat, schon eher. Jo­sko ist ein Bei­spiel da­für.

bauelement+technik - - UNTERNEHMEN + MÄRKTE -

Ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz, trotz an­hal­ten­dem Preis­druck, hat der Fens­ter­und Tü­ren­her­stel­ler Jo­sko aus dem ös­ter­rei­chi­schen Kop­fing auf sei­nem Pres­se­tag Mit­te März in Peu­er­bach ge­zo­gen. Im Kul­tur­zen­trum Me­lo­di­um hat­te CEO Jo­hann Scheu­ring al­ler­dings noch mehr zu be­rich­ten. Ein Jahr nach­dem er den Vor­sitz und die Mehr­heit im fa­mi­li­en­ei­ge­nen Un­ter­neh­men über­nom­men hat, kann er 132,7 Mil­lio­nen Eu­ro Um­satz ver­bu­chen – den höchs­ten in der 57 Jah­re wäh­ren­den Fa­mi­li­en­ge­schich­te. Das ist ein Plus von 3,2 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr. Dies sei auf Er­fol­ge auf dem um­kämpf­ten Hei­mat­markt zu­rück­zu­füh­ren, wo Jo­sko den Um­satz um zwei Pro­zent stei­ger­te und im Holz-/AluFens­ter­seg­ment mit 16,1 Pro­zent Markt­an­teil nach ei­ge­nen An­ga­ben seit dem Jahr 2000 an der Spit­ze liegt. Im hei­mi­schen Fens­ter-Ge­samt­markt ran­giert das Un­ter­neh­men mit ei­nem Markt­an­teil von 10,7 Pro­zent auf Platz 2, eben­so bei Kunst­stoff­fens­tern (11,4 Pro­zent) und bei Haus­tü­ren (11,9 Pro­zent). Tho­mas Litzlbau­er, CFO, spricht von ei­nem ro­bus­ten Wachs­tum aus or­ga­ni­scher Kraft. Die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te ha­be letz­tes Jahr bei mehr als 40 Pro­zent ge­le­gen, was auf ein sta­bi­les Un­ter­neh­men hin­wei­se. Für 2017 er­war­tet Litzlbau­er „aus ei­ner ge­sun­den Skep­sis her­aus“, wie er es selbst um­schreibt, ei­nen leich­ten Um­satz­rück­gang, even­tu­ell ei­nen Gleich­klang. Sei­nen An­ga­ben nach wer­de die Um­satz­ein­schät­zung im­mer schwie­ri­ger, weil der Zei­t­raum zwi­schen Auf­trag und Be­zah­lung im­mer grö­ßer wer­de. Un­ge­ach­tet des­sen sol­len die in­ter­na­tio­na­len Märk­te wei­ter aus­ge­baut und Mit­ar­bei­ter ver­stärkt aus- und wei­ter­ge­bil­det wer­den. Die In­ves­ti­tio­nen wer­den im Jahr 2017 drei Mil­lio­nen Eu­ro be­tra­gen. „Trotz ei­nes stren­gen Win­ters hat das Jahr 2017 gut be­gon­nen. Wir er­war­ten, dass sich die­ser Trend fort­setzt“, er­klärt Scheu­ring er­gän­zend, für den ein mo­de­ra­tes or­ga­ni­sches Wachs­tum ge­setzt ist. „Es zahlt sich aus, dem Preis­kampf mit Qua­li­tät zu be­geg­nen, das Mot­to ‚Stär­ken stär­ken’ bleibt“, so der CEO.

Ex­klu­si­ve Ver­mark­tung

Vom Start weg hat­te er für Jo­sko die Gui­de­li­ne „ Stär­ken stär­ken“aus­ge­ge­ben. Dies scheint ge­lun­gen: Scheu­rin­ger prio­ri­sier­te in sei­nem ers­ten Jahr das The­ma Fi­nanz­ma­nage­ment, be­stell­te Litzlbau­er zum CFO und brach­te ge­mein­sam mit sei­nem Ma­nage­ment viel auf den Weg, was der in­ner­be­trieb­li­chen Fit­ness bei Pro­zes­sen und Struk­tu­ren nütz­te. Par­al­lel er­klär­te Scheu­rin­ger den Ver­trieb zur Chef­sa­che und stell­te das Füh­rungs­team mit sei­nem Nef­fen Ste­fan Wa­gner als Lei­ter und da­mit als wich­ti­ge Schlüs­sel­po­si­ti­on für die Ver­triebs­part­ner so­wie Franz Braid als Lei­ter Ver­triebs­ser­vice neu auf. Zu­dem stärk­te Jo­sko auch je­ne Stär­ke, die das Inn­viert­ler Un­ter­neh­men nach ei­ge­nen An­ga­ben seit je­her aus­macht: Smart Mix als In­be­griff an Qua­li­tät. Es sei das ers­te Mul­ti­ple Choice-Prin­zip über­haupt, das Bau­herrn er­lau­be, ver­schie­dens­te Ma­te­ria­li­en, Pro­dukt­li­ni­en und Far­ben har­mo­nisch so auf­ein­an­der ab­zu­stim­men, dass ein bis­her nicht ge­kann­tes Maß an In­di­vi­dua­li­tät bei der Ver­wirk­li­chung von Wohn(t)räu­men mög­lich wer­de. Die in­di­vi­du­el­len, hoch­wer­ti­gen Pro­dukt­lö­sun­gen mit gro­ßen Ganz­glas­sys­te­men und He­be­schie­be­tü­ren, ver­schie­de­nem Ei­chen­holz aus nach­hal­ti­ger Forst­wirt­schaft bei Fens­tern, Haus- und In­nen­tü­ren so­wie pas­sen­dem Son­nen­schutz und Zu­be­hör un­ter­schei­de Jo­sko grund­sätz­lich am Markt als je­nen Her­stel­ler, der Klas­se pro­gram­ma­tisch über bil­li­ge Mas­se stel­le. „Wir bei Jo­sko ha­ben uns mit der Smart Mix-Phi­lo­so­phie auch zu ei­nem Pa­ra­dig­men­wech­sel ent­schlos­sen: Weg vom bran­chen­üb­li­chen Men­genDen­ken, hin zu in­te­gra­ti­vem Mehr­wer­tDen­ken über die ge­sam­te Jo­skoPro­dukt­pa­let­te. Das un­ter­schei­det uns grund­le­gend von an­de­ren An­bie­tern. Wir ori­en­tie­ren un­se­re In­no­va­tio­nen am Kun­den­be­dürf­nis. Das be­deu­tet, dass wir Ge­bäu­de nicht als Hül­le be­trach­ten, son­dern Kun­den kon­zen­trisch, al­so von in­nen nach au­ßen, bei der Rea­li­sie­rung ih­rer Wohn­träu­me be­glei­ten und be­ra­ten“, er­klärt Scheu­ring selbst­be­wusst. Die Kom­bi­na­tio­nen beim Smart Mix er­mög­lich­ten auch ei­ne erst­klas­si­ge Bud­get­fle­xi­bi­li­tät, weil Kunst­stoff/Alu- und Holz/Alu- Sys­te­me kom­bi­niert wer­den kön­nen. Die­ses An­ge­bot ei­ner Ab­stim­mung in sechs Pro­dukt­grup­pen kön­ne der Her­stel­ler nicht nur Bau­her­ren und Re­no­vie­rern un­ter­brei­ten, son­dern auch Ar­chi­tek­ten von Pre­mi­um­häu­sern. Der Ef­fekt der Markt­stra­te­gie be­ste­he vor al­lem im Aus­land. Hier wer­de der Smart Mix zum neu­en, ein­zig­ar­ti­gen Er­leb­nis bei qua­li­täts­af­fi­nen Kun­den. Da­her wun­dert es auch nicht, dass der Her­stel­ler im Ex­port mas­siv auf­ge­holt­hat. Und so galt der Dank Scheu­rings beim Jah­res­me­di­en­ge­spräch in Peu­er­bach ins­be­son­de­re den Ver­triebs­part­nern, die vor al­lem in Süd­deutsch­land da­zu bei­ge­tra­gen ha­ben, dass die Ex­port-

quo­te auf 20 Pro­zent stieg – so hoch, wie nie zu­vor. Al­lein in Deutsch­land leg­te der Tü­ren- und Fens­ter­her­stel­ler um fünf Pro­zent zu. Auf­grund der po­si­ti­ven Ent­wick­lung sucht Jo­sko nun wei­te­re Ver­triebs­part­ner im süd­deut­schen Raum und will da­für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den B2B-Part­nern in­ten­si­vie­ren. Ins­ge­samt hat das Un­ter­neh­men 150 Ver­triebs­part­ner, da­von rund 25 Part­ner in Deutsch­land. „In Süd­deutsch­land hat sich die har­te Ba­sis­ar­beit ge­lohnt“, er­klärt Ste­fan Wa­gner, Nef­fe von Scheu­ring und Be­reichs­lei­ter Ver­trieb im Ge­spräch mit der Re­dak­ti­on. „Wir wer­den in Bay­ern ge­ra­de ei­ne wert­vol­le End­kun­den­mar­ke“, und das ist be­mer­kens­wert, da Bay­ern mit 12,4 Mil­lio­nen Ein­woh­nern mehr Kun­den­po­ten­zi­al bie­tet als der Hei­mat­markt mit sei­nen 8,5 Mil­lio­nen Ein­woh­nern. Wer Ver­triebs­part­ner wer­den will, kann al­ler­dings nicht ein­fach die Pro­duk­te aus Ös­ter­reich in sein Sor­ti­ment auf­neh­men – er muss sich zur Ex­klu­si­vi­tät ver­pflich­ten. „Un­se­re Ver­triebs­part­ner ver­kau­fen aus­schließ­lich Jo­sko, sel­ten sind noch an­de­re Tor­her­stel­ler da­bei“, so Wa­gner. Es sei er­for­der­lich, dass der Fach­händ­ler in­ten­si­ve Kennt­nis­se zum Jo­sko-Pro­dukt­port­fo­lio be­sit­ze, um sie bis ins De­tail be­ra­ten zu kön­nen – ent­spre­chen­de Schu­lun­gen leis­tet der Her­stel­ler. Zu­dem muss der Händ­ler über ei­nen ent­spre­chen­den Show­room ver­fü­gen. „Un­ser Smart Mix wä­re mit ei­nem nor­ma­len Fach­händ­ler nicht rea­li­sier­bar“, er­läu­tert der Ver­triebs­chef. Was vi­el­leicht et­was hoch­nä­sig klingt, ist je­doch be­rech­tigt. Al­lein die Kom­bi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten aus sechs ver­schie­de­nen Pro­dukt­grup­pen er­ge­ben ei­ne Viel­zahl an Gestal­tungs­va­ri­an­ten. Da­mit muss man sich aus­ken­nen, um die zah­lungs­kräf­ti­gen Kun­den an­zu­spre­chen und zu ge­win­nen.

Fo­to: Re­dak­ti­on/ko­si

CFO Tho­mas Litzlbau­er (v. l.), CEO Jo­hann Scheu­ring und Be­reichs­lei­ter Ver­trieb Ste­fan Wa­gner se­hen Jo­sko auf ei­nem gu­ten Weg – auch in Deutsch­land.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.