Die Preis­spi­ra­le führt ab­wärts

bauelement+technik - - EDITORIAL - Sil­ke Kop­pers

Die Tür- und Fens­ter­pro­duk­ti­on in Deutsch­land sinkt un­ter das Ni­veau von 2014, wie der VFF vor kur­zem mel­de­te. Den­noch bli­cken die Her­stel­ler der­zeit re­la­tiv op­ti­mis­tisch auf ih­re Um­satz­zah­len, wa­ren und sind doch die Rah­men­be­din­gun­gen an­sons­ten gut und die Er­trä­ge ent­spre­chend. Den­noch är­gert sich der ein oder an­de­re Her­stel­ler eben­so wie vie­le Fach­händ­ler über den nach wie vor an­hal­ten­den Preis­kampf in der Bran­che. Ei­ne Preis­er­hö­hung scheint da­her un­mög­lich zu sein. Aber ist dem so? Wä­re nicht ge­nau jetzt – da die Er­trä­ge gut sind und für schlech­te Zei­ten vor­ge­sorgt wer­den kann – ei­ne Preis­er­hö­hung sinn­voll, ja so­gar zwin­gend not­wen­dig? Die­ses kauf­män­ni­sche Selbst­ver­ständ­nis scheint ir­gend­wo zwi­schen der für Kon­zer­ne ty­pi­schen Ge­winn­ma­xi­mie­rung und den stei­gen­den Im­por­ten güns­ti­ger Bau­ele­men­te aus Ost­eu­ro­pa ver­lo­ren ge­gan­gen zu sein. Doch wo ge­rät die Bran­che hin, wenn wei­ter­hin al­les über den Preis de­fi­niert wird? Die Qua­li­tät kann da­durch nur zwangs­läu­fig auf der Stre­cke blei­ben. Ist das er­stre­bens­wert? Wohl kaum. Und zu al­le dem auch nicht nö­tig. Meh­re­re Stu­di­en und Um­fra­gen er­ge­ben im­mer wie­der, dass vie­le Ver­brau­cher be­reit sind, mehr Geld für Qua­li­tät aus­zu­ge­ben, wenn man sie von ih­rer Exis­tenz und den da­mit ver­bun­de­nen Vor­tei­len über­zeugt. Das gilt auch für Fens­ter und Tü­ren. Ein Blick zu den Pre­mi­um­her­stel­lern und ih­ren gut ge­schul­ten Fach­händ­lern zeigt zu­dem: Das stimmt! Der stei­gen­de Fach­kräf­te­man­gel ist ein zu­sätz­li­ches Ar­gu­ment da­für, jetzt mit ei­ner Preis­er­hö­hung vor­zu­sor­gen, da auf­grund des Man­gels die Per­so­nal­kos­ten stär­ker und schnel­ler stei­gen wer­den als bis­her. Die Bran­che muss end­lich be­grei­fen, dass der der­zei­ti­ge Preis­kampf ei­ne Ab­wärts­spi­ra­le in den Bank­rott vie­ler be­deu­tet. Wie gut der Preis als He­bel ein­ge­setzt wer­den kann, der sich so­fort auf den Ge­winn aus­wirkt, ver­an­schau­lich­te Gre­gor Buch­wald, Ge­schäfts­füh­rer von Prof. Roll & Pas­tuch Gm­bH, ei­ner Un­ter­neh­mens­be­ra­tung, die ih­ren Schwer­punkt auf Um­satz­stei­ge­rung und Preis­ma­nage­ment ge­legt hat, beim Alu­plast In­no­va­ti­ons­tag bei Haidl in Röhrn­bach (s. S. 14 ff.). Er be­ton­te, dass schon klei­ne Ve­rän­de­run­gen des Prei­ses enor­me Zu­wäch­se be­deu­ten kön­nen und gab Tipps, wie Prei­se und ih­re Er­hö­hung beim Kun­den ge­recht­fer­tigt wer­den kön­nen. „Der Wert ist die wahr­ge­nom­me­ne Dif­fe­renz zwi­schen Nut­zen und Kos­ten“, so Buch­wald. Und das gilt si­cher­lich be­son­ders für die Fens­ter- und Tü­ren­bran­che. Wor­auf al­so war­ten? Ih­re

„Wä­re nicht ge­nau jetzt – da die Er­trä­ge gut sind und für schlech­te Zei­ten vor­ge­sorgt wer­den kann – ei­ne Preis­er­hö­hung sinn­voll?“

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