Ma­ra­thon statt Sprint

baustoffmarkt - - Trend + Meinung - Herz­li­che Grü­ße Ihr

Al­les neu macht der Mai? In die­sem Jahr zum Glück nicht und Eu­ro­pa bleibt so­mit nach dem Aus­gang der Prä­si­den­ten­wahl in Frank­reich ein wei­te­rer Schlag nach Br­ex­it und Trump er­spart. Auch die Bau­bran­che darf sich freu­en, denn ein Eu­ro­pa im Exis­tenz­kampf hät­te den Auf­schwung, der im­mer wei­ter an Kraft ge­winnt, wie es Dr. Chris­ti­an Kai­ser, Lei­ter der Hein­ze Markt­for­schung, kürz­lich for­mu­lier­te, wie­der zum Still­stand ge­bracht. So bleibt es nun bei ei­nem ge­glück­ten Jah­res­auf­takt für die Bran­che, der sich aber im Lau­fe des Jah­res ab­fla­chen könn­te. Denn die er­kann­ten Pro­blem­fel­der blei­ben wei­ter be­ste­hen. Hier sind nach wie vor an ers­ter Stel­le die Ka­pa­zi­täts­eng­päs­se im Hand­werk zu nen­nen so­wie da­mit ver­bun­den die an­hal­ten­de Sta­gna­ti­on im für die Bran­che wich­ti­gen Mo­der­ni­sie­rungs­markt. Hin­zu kom­men die wei­ter an­zie­hen­den Roh­stoff­prei­se, die der Bau­stoff­in­dus­trie Sor­gen be­rei­ten. Ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen, die zei­gen, dass wir uns in kom­ple­xen, dy­na­mi­schen Zei­ten be­we­gen, die Pro­gno­sen im­mer schwie­ri­ger ma­chen. An lang­fris­ti­ge Plä­ne ist so nicht zu den­ken. Es emp­fiehlt sich da­her zu­neh­mend, auf Sicht zu fah­ren.

„Der Auf­schwung ge­winnt im­mer wei­ter an Kraft.“Dr. Chris­ti­an Kai­ser, Lei­ter Hein­ze Markt­for­schung

Das dürf­te zu­gleich die bes­te Ab­si­che­rung ge­gen die als Be­griff durch die Bran­che geis­tern­de Dis­rup­ti­on sein. Ei­ne Be­zeich­nung, die für die Ab­lö­sung be­ste­hen­der Ge­schäfts­mo­del­le steht und ger­ne im Zu­sam­men­hang mit der Di­gi­ta­li­sie­rung vie­ler tra­di­tio­nel­le Bran­chen ver­wen­det wird, die häu­fig als trä­ge und we­nig zu­kunfts­ge­wandt be­trach­tet wer­den. Da­ge­gen hilft nur, lau­fend an der Ver­bes­se­rung von Pro­duk­ten und Pro­zes­sen zu ar­bei­ten und so ei­nen Wan­del, der manch­mal zwangs­läu­fig ist, für die ei­ge­ne Un­ter­neh­mung ak­tiv zu ge­stal­ten. Dass ist zwar ein Ma­ra­thon und kein Spa­zier­gang, aber das ist die Bran­che ja ge­wohnt. Jüngs­tes Bei­spiel ist der er­folg­rei­che Kampf des BDB für ei­ne Re­form des In­sol­venz­rech­tes. Ein wei­te­res Bei­spiel für­di eM ara­thon­qua­li tä­ten der Bran­che ist die Initia­ti­ve„ WIR für Aus­bau und Tro­cken­bau“, die sich auf die Fah­nen ge­schrie­ben hat, für ei­ne markt­ge­rech­te und fort­schritt­li­che Ge­samt­lö­sung im Aus- und Tro­cken­bau zu kämp­fen. Auch hier rich­ten sich die Prot­ago­nis­ten auf ei­nen lan­gen Weg ein, wie­der Vor­stand im Rah­men ei­nes Presse ge­sprä­ches in un­se­ren Ver­lags räu­men dar­leg­te. Fort­schritt ist, glaubt man den Leh­ren­des Wirt schafts wis­sen­schaft­lers Jo­seph Schum­pe­ter, ein krea­ti­ver Akt. Und als krea­tiv hat sich die Bran­chen platt­form auf die­sem Weg bis­her er­wie­sen. Auch der Zeit­punkt im April war gut ge­wählt, um im Rah­men ei­nes Presse ge­spräch zu zei­gen, dass der Kampf für in­no­va­ti­ve Bau­wei­sen im Aus-und Tro­cken bau noch lan­ge nicht ver­lo­ren ist und sich der Fach­han­del hier wei­ter en­ga­giert.

Thors­ten Schmidt t.schmidt@ rm-han­dels­me­di­en.de

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