Al­les neu macht der Boy

Ja­cob Sön­nich­sen rüs­tet sich für die Zu­kunft: 20 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert der Flens­bur­ger Bau­stoff­händ­ler in Neu­bau und Sa­nie­rung ei­nes Groß­teils sei­ner Nie­der­las­sun­gen. Das meis­te Geld fließt in Lü­beck: Dort ent­steht ein neu­es Lo­gis­tik­zen­trum.

baustoffmarkt - - Fachhandel -

(sb) Wer sich län­ger als zwi­schen Tür und An­gel mit Boy Mee­sen­burg un­ter­hält, hat gu­te Chan­cen, frü­her oder spä­ter beim The­ma Sport zu lan­den. Sport, ins­be­son­de­re Hand­ball, spielt ei­ne gro­ße Rol­le im Le­ben des Un­ter­neh­mers – nicht nur, weil er als Bei­rats­vor­sit­zen­der der SG Flens­bur­gHan­de­witt die Fä­den zieht und mit dem Klub na­tio­nal wie in­ter­na­tio­nal gro­ße Er­fol­ge fei­ert. Als Vor­stands­vor­sit­zen­der der Ak­ti­en­ge­sell­schaft Ja­cob Sön­nich­sen plant Mee­sen­burg auch sport­lich, ge­nau­er ge­sagt: olym- pisch. Wenn Ath­le­ten aus al­ler Welt bei den Som­mer­spie­len 2020 in To­kyo um Gold, Sil­ber und Bron­ze kämp­fen, soll bei dem Flens­bur­ger Bau­stoff­händ­ler ein Jah­res­um­satz von rund 200 Mil­lio­nen Eu­ro zu Bu­che ste­hen.

2016 bes­tes Jahr in der Fir­men­ge­schich­te

Die ver­gan­ge­ne Olym­pia­de – das Wort be­schreibt streng ge­nom­men nicht die Spie­le selbst, son­dern den vier­jäh­ri­gen Zei­t­raum da­zwi­schen – hat Ja­cob Sön­nich­sen mit sei­nen Ver­triebs­mar­ken Ja­cob Ce­ment (Bau­stoff- und Flie­sen­spar­te), Car­ro Flie­sen­markt, Mi­chel­sen Holz & Hand­werk und Ot­to Du­borg (Bau­fach­markt) sehr er­folg­reich be­strit­ten. 2016 ist der Um­satz auf rund 170 Mil­lio­nen Eu­ro an­ge­stie­gen. Da­mit war das ver­gan­ge­ne Jahr das bis­her bes­te in der 115-jäh­ri­gen Fir­men­ge­schich­te, wie der In­ha­ber im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on be­rich­tet. „Die gu­te Wit­te­rung und die Kon­junk­tur ha­ben uns na­tür­lich in die Hän­de ge- spielt“, sagt er, „au­ßer­dem ha­ben un­se­re Mit­ar­bei­ter trotz des har­ten Wett­be­werbs und Preis­kampfs ei­nen sehr gu­ten Job ge­macht.“

Um die gu­te Aus­gangs­po­si­ti­on des Un­ter­neh­mens nicht zu ge­fähr­den und ge­gen un­be­ein­fluss­ba­re Fak­to­ren wie lang­an­hal­ten­de Win­ter, hö­he­re Ener­gie­kos­ten und ein stei­gen­des Zins­ni­veau ge­wapp­net zu sein, in­ves­tiert Ja­cob Sön­nich­sen jetzt rund 20 Mil­lio­nen Eu­ro in sei­ne Nie­der­las­sun­gen. „Das In­ves­ti­ti­ons­tem­po und die Zu­ver­sicht in un­se­rer Bran­che sind ak­tu­ell sehr hoch. Die Un­ter­neh­men for­mie­ren sich neu, neh­men sehr viel Geld in die Hand“, be­merkt Mee­sen­burg mit Blick auf Neu- und Um­bau­maß­nah­men bei Händ­ler­kol­le­gen. Es sei wich­tig, in die­sen gu­ten Zei­ten auch an mor­gen zu den­ken: „Wir sind sehr zu­frie­den mit un­se­rer Ge­schäfts­ent­wick­lung – aber nur mit kri­ti­schem Blick kön­nen wir die Din­ge auf­de­cken und an­pa­cken, die wir brau­chen, wenn es wie­der mal nicht so gut lau­fen soll­te. De­ckungs­bei­trä­ge und Kos­ten sind wich­ti­ge The­men

für uns – nicht um den Ge­winn zu ma­xi­mie­ren, son­dern um kei­nen Schiff­bruch zu er­lei­den, wenn die Bau­kon­junk­tur nicht so brummt wie heu­te.“

Ja­cob Ce­ment will sich über­all „her­vor­ra­gend auf­stel­len“

Ja­cob Ce­ment ist mit 18 Stand­or­ten in Schles­wig-Hol­stein, Meck­len­bur­gVor­pom­mern, Bran­den­burg so­wie in Ham­burg und Ber­lin ak­tiv. In­ner­halb die­ses Ge­biets wol­le man sich nach­hal­tig ver­bes­sern. „Un­ser Ziel ist es, uns an al­len un­se­ren Stand­or­ten her­vor­ra­gend auf­zu­stel­len“, sagt Mee­sen­burg. Die­sen ho­hen An­spruch un­ter­streicht das La­bel „Neue Kom­pe­tenz“(sie­he In­fo-Kas­ten rechts), das ins­be­son­de­re als Zei­chen für ei­ne deut­li­che Ab­gren­zung ge­gen­über den Bau­märk­ten steht. Al­le Nie­der­las­sun­gen, die neu ge­baut oder mo­der­ni­siert wer­den, wer­den dar­auf um­ge­stellt.

Nicht re­gel­mä­ßig an sei­nem Auf­tritt zu ar­bei­ten, sei ein „gro­ßer Feh­ler“, meint Mee­sen­burg. „Der fällt ei­nem auf die Fü­ße. Ir­gend­wann reicht es nicht mehr, die Ex­po­na­te in der Aus­stel­lung von links nach rechts zu rü­cken. Dann ist man ein­fach nicht mehr zeit­ge­mäß.“Vor al­lem bei der Über­nah­me von Be­trie­ben ha­be er oft fest­ge­stellt, dass über ei­nen lan­gen Zei­t­raum zu we­nig oder über­haupt nicht in­ves­tiert wor­den sei.

Den Auf­takt für ei­ne gan­ze Rei­he an Neu- und Um­bau­ten bei Ja­cob Ce­ment hat im ver­gan­ge­nen Jahr der Stand­ort Ber­gen auf Rü­gen ge­macht. Nach­dem dort zu­vor neue La­ger­hal­len ge­baut wur­den, steht nun auch das neue Ver­triebs­ge­bäu­de.

Ak­tu­ell lau­fen fol­gen­de Pro­jek­te: • Köl­pin­see auf Use­dom: Die Nie­der­las­sung wird grund­le­gend mo­der­ni­siert. „Die In­sel ist Re­no­vie­rungs­und Zu­kunfts­markt, wir wol­len hier noch stär­ker weg vom Ein­zel­han­del“, be­tont Mee­sen­burg. • Neu­bran­den­burg: Auch hier steht ein Kom­plett­um­bau an, Ver­triebs­räu­me und Aus­stel­lun­gen wer­den mo­der­ni­siert. Ja­cob Ce­ment ist seit nun­mehr 25 Jah­ren in der Stadt und will das Ju­bi­lä­um in die­sem Herbst mit der Er­öff­nung der „Neu­en Kom­pe­tenz“ge­büh­rend fei­ern. • Pa­se­walk: Hier ver­lässt Ja­cob Ce­ment sei­nen bis­he­ri­gen Stand­ort und zieht in we­ni­gen Wo­chen in ein neu er­bau­tes Ge­bäu­de. Mee­sen­burg: „Wir konn­ten uns in Pa­se­walk bis­her nicht so prä­sen­tie­ren, wie wir das gern wür­den.“Der Be­trieb in der Kle­in­stadt ist als Sa­tel­lit an die Nie­der­las­sung in Neu­bran­den­burg an­ge­dockt. • Schwe­rin: In der Lan­des­haupt­stadt Meck­len­burg-Vor­pom­merns wer­den am be­ste­hen­den Stand­ort zu­sätz­li­che La­ger­hal­len ge­baut. Mee­sen­burg: „Wir brau­chen in Schwe­rin drin­gend mehr Platz und ha­ben da­für ein Grund­stück ge­kauft.“Fer­tig­stel­lung vor­aus­sicht­lich im Herbst. Die größ­te In­ves­ti­ti­on in der Fir­men­ge­schich­te tä­tigt Ja­cob Sön­nich­sen in Lü­beck. Am Geni­ner Ufer, wo der­zeit noch der Mit­te 2014 über­nom­me­ne Holz­han­del Mi­chel­sen re­si­diert, ent­steht ein neu­es Wohn­ge­biet. An der Pro­jekt­ent­wick­lung ist Ja­cob Sön­nich­sen mit ei­nem Toch­ter­un­ter­neh­men be­tei­ligt. Ei­nen Teil der Er­lö­se re­inves­tiert Boy Mee­sen­burg an der Gra­pen­gie­ßer­stra­ße in Lü­beck, die in un­mit­tel­ba­rer Nä­he zur Au­to­bahn 1 liegt: Auf ei­nem rund 80 000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stück wird ein neu­es Lo­gis­tik­zen­trum mit 13 000 Qua­drat­me­ter über­dach­ter La­ger­flä­che ge­baut. So­bald die­ses fer­tig­ge­stellt ist, wird der be­ste­hen­de Hol­zStand­ort ge­schlos­sen und des­sen Ver­trieb in die Ja­cob-Ce­ment-Nie­der­las­sung an der Schwert­fe­ger­stra­ße in­te­griert. Der Be­trieb, der zu die­sem Zweck er­wei­tert und mo­der­ni­siert wird, ver­eint dann un­ter ei­nem Dach Bau­stoff-, Holz- und Flie­sen­kom­pe­tenz. „Wir wer­den auch zu­künf­tig der ein­zi­ge Bau­stoff­händ­ler in Lü­beck

sein mit ei­ner sehr star­ken Flie­sen­kom­pe­tenz. Vom Tisch­ler bis zum Flie­sen­le­ger kön­nen wir nach dem Um­zug al­le Sor­ti­men­te ab­bil­den – das ist ei­ne gro­ße Chan­ce für uns, aber auch ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung“, sagt Mee­sen­burg.

Das Lü­beck-Pro­jekt ver­schlingt ins­ge­samt um die 16 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Um­zug von Holz Mi­chel­sen soll vor­aus­sicht­lich im zwei­ten Halb­jahr 2018 er­fol­gen. Ob der Na­me Mi­chel­sen in ir­gend­ei­ner Form er­hal­ten bleibt, lässt Mee­sen­burg of­fen. „Wir ha­ben Lü­beck als un­se­ren Kern­wachs­tums­stand­ort iden­ti­fi­ziert“, be­grün­det der Vor­stands­vor­sit­zen­de das In­vest­ment. „Lü­beck ist die größ­te Stadt, in der wir ak­tiv sind. Zwi­schen Ham­burg und der Ost­see­küs­te kön­nen wir Ver­trieb ma­chen oh­ne En­de, in die­ser Re­gi­on woh­nen Mil­lio­nen von Men­schen.“Das Lo­gis­tik­zen­trum wer­de für Wachs­tum sor­gen. „Ich den­ke, dass die Lo­gis­tik der ent­schei­den­de Vor­teil wer­den wird. Wer die Hal­len hat, dem ge­hört die Zu­kunft.“

Beim Um- und Neu­bau sei­ner Be­trie­be hat der 55-jäh­ri­ge Fir­men­chef auch den Ar­beits­markt im Blick. Die In­ves­ti­tio­nen in ein at­trak­ti­ves Um­feld sei­en un­aus­weich­lich, um den

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So soll das neue Lo­gis­tik­zen­trum in Lü­beck ein­mal aus­se­hen.

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