Dach­auf­bau auf den Kopf stel­len

Wär­me­däm­mung muss spe­zi­el­le Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len

baustoffpraxis - - DÄMMSTOFFE -

Das Um­kehr­dach ist ei­ne Al­ter­na­ti­ve zur klas­si­schen Warm­dach­kon­struk­ti­on. Da­mit die Funk­ti­on des Dach­auf­baus dau­er­haft si­cher­ge­stellt ist, er­for­dert es spe­zi­el­le Wär­me­dämm­stof­fe, de­ren Dämm­wir­kung trotz Be­las­tun­gen nicht nach­las­sen darf. Auch bei der Aus­füh­rung sind ei­ni­ge Punk­te zu be­ach­ten, wie Dr. Jana Klam­mer er­läu­tert.

Flach­dä­cher kön­nen auf ver­schie­de­ne Wei­se aus­ge­führt wer­den. Bei der un­be­lüf­te­ten Va­ri­an­te, dem so­ge­nann­ten Warm­dach, lässt sich die Be­las­tung der Ab­dich­tung – bei­spiels­wei­se durch UV-Strah­lung und Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen – auf ein Mi­ni­mum re­du­zie­ren, in­dem die Wär­me­dämm­schicht ober­halb der Dach­ab­dich­tung ver­legt wird. Hier­bei spricht man vom Um­kehr­dach. Die­ser Auf­bau wirkt sich po­si­tiv auf die Lang­le­big­keit und Funk­tio­na­li­tät der ge­sam­ten Dach­kon­struk­ti­on aus. Zur La­ge­si­che­rung der Wär­me­dämm­schicht er­for­dert das Um­kehr­dach ei­ne Auf­last, zum Bei­spiel ei­ne Kies­schicht. Zu­dem müs­sen Wär­me­dämm­stof­fe ein­ge­setzt wer­den, die sich durch ge­rin­ge Was­ser­auf­nah­me und ho­he Druck­fes­tig­keit aus­zeich­nen und der Be­wit­te­rung stand­hal­ten. 4/ 2016 Der ge­sam­te Auf­bau ba­siert auf der tra­gen­den Dach­kon­struk­ti­on, de­ren Dach­nei­gung min­des­tens 2% be­tra­gen soll­te. Um ei­ne si­che­re Was­sera­blei­tung zu ge­währ­leis­ten, wird ein Ge­fäl­le von 3,5 % emp­foh­len. Die hier auf­lie­gen­de Bau­werks­ab­dich­tung muss fach­ge­recht aus­ge­führt sein, um ei­nen dau­er­haf­ten Schutz ge­gen Feuch­tig­keit zu ge­währ­leis­ten. Sie ist die Vor­aus­set­zung für ei­ne funk­ti­ons­fä­hi­ge Ver­le­gung der Wär­me­däm­mung. Als Dach­ab­dich­tung eig­nen sich bit­u­mi­nö­se oder kunst­stoff­ba­sier­te Ma­te­ria­li­en. Bei Ab­dich­tungs­bah­nen auf Kunst­stoff­ba­sis emp­fiehlt sich ein zu­sätz­li­ches Trennvlies, um ei­ne even­tu­el­le Weich­mach­er­wan­de­rung von der Ab­dich­tung in den Dämm­stoff zu ver­hin­dern. Die auf­lie­gen­de Dämm­schicht muss voll­flä­chig ober­halb im Ver­bund und dicht ge­sto­ßen auf­lie­gen. Hier­bei kom­men ex­tru­dier­te Hart­schaum­plat­ten (XPS) mit Stu­fen­falz zum Ein­satz. Die­ser Falz sorgt da­für, dass sich die Plat­ten beim Ver­le­gen nicht ver­schie­ben und so­mit die Ge­fahr von Wär­me­brü­cken aus­ge­schlos­sen ist.

Da die Wär­me­däm­mung beim Um­kehr­dach ganz­jäh­rig der Wit­te­rung aus­ge­setzt ist, müs­sen die ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en be­son­de­re Ei­gen­schaf­ten ha­ben: Sie müs­sen sich durch ei­ne ge­rin­ge Was­ser­auf­nah­me, ho­he Nenn- und Dau­er­druck­fes­tig­keit so­wie ei­ne ho­he Frost- und Tau­be­stän­dig­keit aus­zeich­nen, da­mit die Dämm­wir­kung trotz Be­las­tun­gen er­hal­ten bleibt. Da­her eig­nen sich Ex­tru­der­schaum­plat­ten (XPS) für die Ver­wen­dung im Um­kehr­dach. Der druck­fes­te Dämm­stoff wird mit­tels Ex­tru­si­on her­ge­stellt, die ei­ne Viel­zahl klei­ner, ge­schlos­se­ner Zel­len er­zeugt und so für ei­ne ho­he me­cha­ni­sche Be­last­bar­keit und Un­emp­find­lich­keit ge­gen Feuch­tig­keit sorgt.

Um­kehr­dä­cher las­sen sich ober­halb der Dämm­schicht in un­ter­schied­li­chen Va­ri­an­ten aus­füh­ren, zum Bei­spiel als be­kies­te, be­geh­ba­re und be­fahr­ba­re Um­kehr­dä­cher

Fo­tos: Ur­sa

Als Kies­schicht bei ei­nem Um­kehr­dach eig­net sich ge­wa­sche­ner Grob­kies der Lie­fer­kör­nung 16- 32mm.

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