An­bau­tei­le fest ver­an­kern

baustoffpraxis - - S P E Z I A LW I S S E N -

Schwe­re An­bau­tei­le wie Vor­dä­cher und Mar­ki­sen müs­sen si­cher an Ge­bäu­den be­fes­tigt wer­den, um Schä­den zu ver­mei­den. Dies stellt we­gen der gro­ßen Zahl un­ter­schied­lichs­ter Au­ßen­wand­kon­struk­tio­nen ei­ne be­son­de­re Her­aus­for­de­rung dar und muss sorg­fäl­tig ge­plant wer­den, wie Jo­han­nes Braun und Dr. Klaus Fo­cken­berg er­läu­tern.

Die Ver­an­ke­rung von Mar­ki­sen und Vor­dä­chern an Fas­sa­den un­ter­liegt ver­gleich­ba­ren Be­din­gun­gen. In bei­den Fäl­len sind groß­flä­chi­ge, schwe­re und aus­kra­gen­de An­bau­tei­le si­cher zu be­fes­ti­gen. Ent­schei­dend sind da­bei drei Fak­to­ren: die tra­gen­de Ge­bäu­de­kon­struk­ti­on, der Auf­bau der Fas­sa­de und die Las­ten aus Ei­gen­ge­wicht so­wie den ein­wir­ken­den Kräf­ten.

Die vom BKTex Bun­des­ver­band Kon­fek­ti­on Tech­ni­scher Tex­ti­li­en und vom Bun­des­ver­band Rol­la­den und Son­nen­schutz her­aus­ge­ge­be­ne „Richt­li­nie zur tech­ni­schen Be­ra­tung, zum Ver­kauf und zur Mon­ta­ge von Ge­lenk­arm­mar­ki­sen“dient zur prak­ti­schen Um­set­zung der DIN EN 13561 – Mar­ki­sen-, Leis­tungs- und Si­cher­heits­an­for­de­run­gen. Sie wird als an­er­kann­te Re­gel der Tech­nik an­ge­se­hen, das heißt sie ist wis­sen­schaft­lich an­er­kannt und hat sich im Pra­xis­ein­satz be­währt. Bei der Mon­ta­ge von Vor­dä­chern ist ins­be­son­de­re die DIN EN 1191-1-1Wind­las­ten zu be­rück­sich­ti­gen.

Au­ßen­lie­gen­de Son­nen­schutz­sys­te­me wer­den un­ter­schie­den nach Au­ßen­ja­lou­si­en, Fens­ter­lä­den, Rol­lä­den, La­mel­len­sys­te­men, Fas­sa­den­mar­ki­sen, Mar­ki­so­let­ten, Sche­ren­arm­mar­ki­sen, Ge­lenk­arm­mar­ki­sen, Korb­mar­ki­sen und Win­ter­gar­ten­mar­ki­sen. Bei Vor­dä­chern un­ter­schei­det man Holz- und Me­tall­trag­wer­ke mit Auf­la­gen aus Glas, Zie­geln, Ble­chen oder Holz. Hin­zu kommt meist noch das Ent­wäs­se­rungs­sys­tem.

Ent­schei­dend für die Wahl des rich­ti­gen Dü­bels ist der Un­ter­grund und des­sen Be­schaf­fen­heit vor Ort. Un­ter­schie­den wird zwi­schen Be­ton, Mau­er­werk und Plat­ten­bau­stof­fen. Beim Be­ton un­ter­schei­det man Nor­mal­be­ton und Leicht­be­ton. Wäh­rend der Ein­satz von Dü­beln in Nor­mal­be­ton in der Re­gel un­pro­ble­ma­tisch ist, re­du­zie­ren die Zu­schlä­ge im Leicht­be­ton des­sen Druck­fes­tig­keit. Da­durch ent­ste­hen mit­un­ter un­güns­ti­ge­re Be­din­gun­gen für das Ver­an­kern von Dü­beln.

Bei Mau­er­werk un­ter­schei­det man vier Grup­pen von St­ei­nen. Voll­stei­ne mit dich­tem Ge­fü­ge sind sehr druck­fest und bei der Ver­an­ke­rung un­pro­ble­ma­tisch. Loch­stei­ne mit dich­tem Ge­fü­ge ver­fü­gen über Hohl­räu­me, die mit spe­zi­el­len Dü­beln über­brückt be­zie­hungs­wei­se aus­ge­füllt wer­den. Voll­stei­ne mit po­ri­gem Ge­fü­ge (Po­ren­be­ton) be­sit­zen ei­ne nur ge­rin­ge Druck­fes­tig­keit. Des­halb sind hier Spe­zi­al­d­ü­bel mit lan­ger Spreiz­zo­ne oder stoff­schlüs­si­ge Dü­bel er­for­der­lich. Loch­stei­ne mit po­ri­gem Ge­fü­ge (Leicht­loch­stei­ne) be­sit­zen vie­le Hohl­räu­me und ver­fü­gen über ge­rin­ge Druck­fes­tig­keit. Ge­eig­net sind Dü­bel mit lan­ger Spreiz­zo­ne oder form­schlüs­sig wir­ken­de In­jek­ti­ons­an­ker.

Bau­un­ter­grund de­fi­nie­ren

Die Wahl des ge­eig­ne­ten Be­fes­ti­gungs­mit­tels hängt vom Bau­un­ter­grund, dem Ei­gen­ge­wicht der Kon­struk­ti­on und den an­zu­set­zen­den Las­ten (Wind, Schnee, Son­der­las­ten) ab. Vor je­der Mon­ta­ge muss der aus­füh­ren­de Be­trieb des­halb die­se Las­ten in­di­vi­du­ell be­rech­nen. So­mit steht der Ver­ar­bei­ter vor der Mon­ta­ge des Vor­dachs in der Ver­ant­wor­tung vor Ort den Bau­un­ter­grund ge­nau zu de­fi­nie­ren. Dies ge­schieht in der Re­gel über ein­fa­che Pro­be­boh­run­gen vor Ort. Bei kom­pli­zier­te­ren Fäl­len wer­den Aus­zug­ver­su­che durch­ge­führt, um die Trag­fä­hig­keit des Bau­stof­fes zu fest­zu­stel­len.

Bei Be­fes­ti­gungs­sys­te­men wer­den grund­sätz­lich drei Wir­kungs­wei­sen un­ter­schie­den: Reib­schluss, Form­schluss und Stoff­schluss. Beim Reib­schluss wird das Spreiz­teil des Dü­bels an die Bohr­loch­wan­dung ge­presst, die äu­ße­ren Zug­las­ten

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