An­wen­der­be­richt

Im Ham­bur­ger Stadt­teil Barm­bek ent­steht ein Wohn­ge­bäu­de, an des­sen Fas­sa­de die Bal­ko­ne als struk­tu­rie­ren­de Ele­men­te wir­ken. Erst­mals auf ei­ner Bau­stel­le in Deutsch­land kommt die neue Sys­tem­lö­sung „Iso­korb ID“von Schöck zum Ein­satz.

baustoffpraxis - - AUS DEM INHALT -

An ei­nem Wohn­ge­bäu­de in Ham­burg kommt erst­mals ei­ne Sys­tem­lö­sung von Schöck zum Ein­satz

Das Wohn­ge­bäu­de ent­steht als An­bau an ein denk­mal­ge­schütz­tes Be­stands­ge­bäu­de auf ei­ner ehe­ma­li­gen Kran­ken­haus­an­la­ge. Die Auf­la­ge des Denk­mal­schut­zes lau­te­te, sich mit der neu­en Fas­sa­de op­tisch an die Be­stands­ge­bäu­de an­zu­leh­nen. Die Ar­chi­tek­ten schaff­ten es, die Bal­ko­ne op­tisch so in die Fas­sa­de zu in­te­grie­ren, dass die 2,85 Me­ter brei­ten Bal­ko­ne als struk­tu­rie­ren­des Ele­ment der Fas­sa­de wir­ken.

Die Fas­sa­de be­steht aus vor­ge­häng­ten grau­en, stahl­be­wehr­ten Be­ton­fer­tig­tei­len in Sicht­be­ton­klas­se SB4 – der Klas­se mit den höchs­ten op­ti­schen An­for­de­run­gen. Die­se Ele­men­te um­ran­den je­weils in der ho­ri­zon­ta­len und ver­ti­ka­len Ach­se die bo­den­tie­fen Dop­pel­fens­ter. Der op­ti­sche Clou: Die Bal­ko­ne und die ver­bau­ten Fas­sa­den­plat­ten be­ste­hen aus dem glei­chen Be­ton und ha­ben die glei­che Hö­he von 60 Zen­ti­me­ter. Zwi­schen zwei Bal­ko­nen fin­det ge­nau ei­ne Fas­sa­den­plat­te Platz; mit je­weils 15 Mil­li­me­ter Fu­gen­ab­stand zum Bal­kon und 15 Mil­li­me­ter Ab­stand zur ver­ti­ka­len ge­schoss­ho­hen Fas­sa­den­plat­te die seit­lich des Bal­kons ver­baut ist.

Die­se Vor­ga­ben wa­ren aber auch ge­nau das, was den Bau­aus­füh­ren­den Kopf­schmer­zen be­rei­te­te: Wie kön­nen die scharf­kan­ti­gen Fas­sa­den­plat­ten und die Bal­konele­men­te so ex­akt aus­ge­rich­tet wer­den, dass das Fu­gen­bild stimmt?

„Beim Ver­ga­be­ge­spräch mit dem Fas­sa­den­bau­er ha­ben wir un­se­re Be­den­ken hin­sicht­lich der ex­ak­ten Po­si­tio- nie­rung der Bal­ko­ne in der Roh­bau­pha­se zur Spra­che ge­bracht und nach ei­ner Lö­sung ge­sucht“, er­läu­tert Tim Per­s­ke, Bau­lei­ter von der Bau­un­ter­neh­mung Richard Dit­ting. To­bi­as Sta­n­ecker vom Sta­n­ecker Be­ton­fer­tig­teil­werk hat­te ei­nen Vor­schlag. „Ich hat­te in ei­ner Bro­schü­re über die neue Sys­tem­lö­sung der Fir­ma Schöck ge­le­sen − das schi­en mir die idea­le Lö­sung zu sein.“

Nach­träg­li­che Ver­an­ke­rung

Die Re­de ist vom „Iso­korb ID“. Mit die­sem Sys­tem kön­nen Fer­tig­teil­bal­ko­ne nach­träg­lich am Roh­bau­ske­lett ver­an­kert wer­den. Die Be­son­der­heit dar­an: Die Roh­bau­ar­bei­ten und die Fer­tig­teil­mon­ta­ge kön­nen un­ab­hän­gig von­ein­an­der er­fol­gen. Das Sys­tem be­steht aus dem „Iso­korb ID“, der werks­sei­tig in das Fer­tig­teil ein­ge­baut wird und dem „IDock“, wel­ches aus dem Rand­ele­ment und dem De­cken­ele­ment be­steht. Das Dock wird wäh­rend der Roh­bau­pha­se in die De­cke

be­to­niert, dort wo spä­ter der Bal­kon an­ge­bracht wird.

Die Bal­ko­ne für das Barm­be­ker Pro­jekt wur­den wie die Fas­sa­den­ele­men­te im Werk der Fir­ma Sta­n­ecker in Pa­der­born her­ge­stellt. Be­reits bei der Scha­lung der Ele­men­te wur­de ab­so­lut sorg­fäl­tig ge­ar­bei­tet, da es auch hier die An­for­de­rung an die Sicht­be­ton­klas­se 4 gab. Das setz­te sich beim Ein­bau des spe­zi­el­len „Iso­korb“-Typs fort. Sta­n­ecker: „Wich­tig war der mil­li­me­ter­ge­naue Ein­bau des Korbs − das ha­ben wir nach­träg­lich bei je­dem Bal­konele­ment mit ei­ner Holz­scha­blo­ne ge­prüft.“Die Aus­schnit­te ent­spra­chen hier­bei den „IDock“-An­schluss­punk­ten am Rand­ele­ment, das im De­cken­ele­ment auf der Bau­stel­le ver­baut wur­de.

Ab­so­lu­te Prä­zi­si­on

Bei dem Dock han­delt es sich um ein Rand­ele­ment aus Pio­ce­lan (druck­fes­ter als Po­ly­sty­rol) und ei­nem Aus­spa­rungs­kör­per aus wi­der­stands­fä­hi­gem Kunst­stoff. Die bei­den Ele­men­te die­nen als Platz­hal­ter in der Halb­fer­tig­teil­de­cke, oder auch ei­ner Ort­be­ton­de­cke, die spä­ter mit spe­zi­el­lem Be­ton ver­gos­sen wird. Beim Ein­bau ist auf ei­ne ab­so­lut ge­naue Ein­mes­sung zu ach­ten, da im Nach­gang nur ei­ne Ver­schie­bung von 0,5 bis 1 Zen­ti­me­ter mög­lich ist.

Mit Nä­geln wur­de das Rand­ele­ment an der Holz­scha­lung be­fes­tigt, dort wie­der­um die Aus­spa­rungs­kör­per ein­ge­steckt und an­ge­schraubt, so dass die spä­te­ren Ver­gus­s­öff­nun­gen ge­nau mit dem im Fer­tig­teil­bal­kon ver­bau­ten „Iso­korb“zu­sam­men pas­sen. Nach dem Ein­bau der Ele­men­te wur­de die Fi­li­gran­de­cke vor­ge­nässt und im Be­reich des Dock-Ele­ments be­to­niert.

Zum Ein­bau der Fas­sa­den­ele­men­te und Bal­ko­ne wur­de ein Theo­do­lith am Ge­bäu­de be­fes­tigt. Das Ein­mes­sen der Sicht­be­ton­plat­ten­ele­men­te und Bal­ko­ne war hier auf den Mil­li­me­ter ge­nau fest­ge­legt. Eta­gen­wei­se folg­te dann der Ein­bau der Bal­konele­men­te und der Fas­sa­de. Erst folg­te das senk­rech­te Fas­sa­den­ele­ment, dann das Bal­konele­ment und da­nach das waa- ge­rech­te Fas­sa­den­ele­ment. Vor der Be­to­na­ge wur­de der Ver­guss­be­reich zum Mau­er­werk ab­ge­dich­tet, an der Bal­ko­n­un­ter­sei­te wur­de am Stoß ein Schalb­rett fi­xiert und mit Si­li­kon aus­ge­füllt. Mit Spe­zi­al­be­ton der Fir­ma Pa­gel wur­den dann die Stah­l­ele­men­te des „Iso­korb“in den Aus­spa­run­gen des De­cken­ele­ments be­to­niert. Nach 48 St­un­den an­statt wie üb­lich erst nach 28 Ta­gen konn­te be­reits aus­ge­schalt wer­den. „Es war vor­her nicht mög­lich, in die­ser kur­zen Zeit aus­zu­scha­len“, das ist das Wich­ti­ge an die­sem Pro­dukt, sagt Det­lef Leiß­ner, Ein­bau­meis­ter von Schöck.

FO­TOS: SCHÖCK

Für die „IDock“-Aus­spa­rung wird das De­cken­ele­ment in der Roh­bau­pha­se ein­ge­baut (Fo­to, o.). Das Rand- und das De­cken­ele­ment wer­den decken­sei­tig in die bau­sei­ti­ge Be­weh­rung an der Stel­le in­te­griert, wo der An­schluss des Fer­tig­teil­bal­kons er­fol­gen soll (Mit­te, l.). Die De­cke kann da­nach be­to­niert wer­den. Der Fer­tig­teil­bal­kon mit in­te­grier­tem „Iso­korb ID“(Mit­te, r.) wird in die Öff­nun­gen plat­ziert.

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