Si­cher ver­ket­tet

Das Um­kehr­dach-Prin­zip bei Park­decks, in Kom­bi­na­ti­on mit Be­ton­fer­tig­teil­plat­ten als Fahr­be­lag, hat Vor­tei­le – al­ler­dings nur, wenn sie tech­nisch rich­tig aus­ge­führt wer­den. Ei­ne Schwach­stel­le war in der Ver­gan­gen­heit ins­be­son­de­re ei­ne in­sta­bi­le La­ge­si­cherh

baustoffpraxis - - FORSCHUNG UND TECHNIK -

BTE Stel­con, An­bie­ter von Be­ton­fer­tig­tei­len, ent­wi­ckel­te des­halb ein Kom­plett­sys­tem. Ein Be­stand­teil sind da­bei „XPS Dämm­plat­ten“von Aus­tro­therm. Im Ge­gen­satz zum kon­ven­tio­nel­len Warm­dach wird beim Um­kehr­dach die Ab­dich­tung auf die De­cken­kon­struk­ti­on auf­ge­bracht. Da die ers­te La­ge der Ab­dich­tung in Elast­o­m­er Bi­tu­men ein­ge­rollt wird, steht sie in di­rek­tem Ver­bund mit dem Un­ter­grund und ver­hin­dert Was­ser­un­ter­läu­fig­keit. An­schlie­ßend wird die Däm­me­be­ne auf die Ab­dich­tung ge­legt. Die­ses Auf­bau­prin­zip schützt die Ab­dich­tung vor Be­schä­di­gun­gen und gro­ßen Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen, stellt je­doch ho­he An­for­de­run­gen an die Dämm­stof­fe, da die­se ih­re Ei­gen­schaf­ten selbst bei ei­ner un­mit­tel­ba­ren Was­ser­be­auf­schla­gung nicht ver­än­dern dür­fen. Wird ein Um­kehr­dach als Park­dach ge­nutzt, so stel­len die groß­for­ma­ti­gen, schwe­ren Be­ton­plat­ten zu­sätz­lich An­for­de­run­gen an die Druck­fes­tig­keit des Dämm­stoffs. So wird zum Bei­spiel die Däm­mung so stark auf die Ab­dich­tung ge­presst, dass die Was­s­er­füh­rung fast aus­schließ­lich auf der Däm­mung er­folgt.

Ver­rut­schen wird ver­hin­dert

Das Park­dach­sys­tem „1095“von BTE Stel­con setzt auf ei­ne si­che­re Ver­ket­tung der Be­ton­fer­tig­teil­plat­ten. Die pa­ten­tier­te Ent­wick­lung be­steht aus ei­nem spe­zi­ell an­ge­fer­tig­ten Ver­bin­dungs­glied, das auch als Ab­stand­hal­ter fun­giert, so­wie ei­ner ent­spre­chen­den Ver­ket­tungs­nut in den Sys­tem­plat­ten. Ein Ver­rut­schen der Plat­ten, meist aus­ge­löst durch Quer- kräf­te (Brem­sen, Kur­ven­fah­ren), wer­de da­mit ver­hin­dert.

Das Sys­tem eli­mi­niert al­so laut Her­stel­ler nicht nur die er­wähn­te Schwach­stel­le im De­tail, son­dern ge­währ­leis­te un­ter an­de­rem durch den Ein­satz von Aus­tro­therm-Dämm­stoff­plat­ten auch ei­nen gleich­blei­ben­den Qua­li­täts­stan­dard. Die Dik­ke der Dämm­plat­ten kann da­bei ent­spre­chend den An­for­de­run­gen des je­wei­li­gen Ob­jek­tes ge­wählt wer­den. Selbst für die er­höh­ten An­for­de­run­gen der EnEV ste­hen ent­spre­chen­de Di­cken zur Ver­fü­gung – bis zu 400 Mil­li­me­ter mit ei­nem Lamb­da­wert von 0,035.

Die hoch­druck­fes­ten Dämm­plat­ten (die Druck­span­nung liegt bei ei­ner zwei­pro­zen­ti­gen Stau­chung bei 0,18 N/mm2 ge­mäß DIN EN 1606) aus XPS sind na­he­zu ge­schloss­en­zel­lig und neh­men kein Was­ser auf. Auch bei star­ker Was­ser­be­auf­schla­gung blei­be da­mit ih­re Dämm­wir­kung voll um- fäng­lich er­hal­ten. Ein Ne­ben­ef­fekt: Durch Nut­zung der Dämm­plat­ten­ober­flä­che als was­ser­füh­ren­de Ebe­ne las­sen sich auch an Durch­gän­gen norm­ge­rech­te Rand­auf­kan­tun­gen der Ab­dich­tung oh­ne ein Hin­aus­füh­ren über den Fahr­bahn­be­lag rea­li­sie­ren. Die ver­wen­de­ten Dämm­stoff­plat­ten be­sit­zen ei­nen Stu­fen­falz und wer­den lo­se ver­legt. Die­ses Ver­le­ge­prin­zip ver­hin­dert zum ei­nen, dass Was­ser bis zur Ab­dich­tungs­ebe­ne durch­tritt und zum an­de­ren, dass Wär­me­brü­cken ent­ste­hen. Was­ser, das in ge­rin­gen Men­gen un­ter den Dämm­stoff­plat­ten ab­fließt oder auf­grund von Sen­ken in der Un­ter­kon­struk­ti­on klei­ne Pfüt­zen auf der Dämm­stof­fo­ber­flä­che bil­det, kann durch die of­fe­nen Fu­gen des Fahr­be­la­ges aus­dif­fun­die­ren. Zu­dem ist auf­grund der lo­sen Ver­le­gung ei­ne Öff­nung der Däm­mung für War­tungs­ar­bei­ten oder Re­pa­ra­tu­ren je­der­zeit mög­lich.

16 500 Qua­drat­me­ter Park­deck

Im We­ser­park zum Bei­spiel, ei­nem der größ­ten Shop­ping­zen­tren rund um Bre­men, ist das Stel­con Park­dach­sys­tem im Ein­satz: Auf dem 16 500 Qua­drat­me­ter gro­ßen Park­deck fin­den cir­ca 800 Pkw ei­nen kos­ten­lo­sen Park­platz.

Das Stel­con Sys­tem be­steht aus Stan­dard­fahr­plat­ten aus hoch­wer­ti­gem Be­ton der Fes­tig­keits­klas­se C45/ 55 in der Rutsch­hemm­klas­se R13 V6 so­wie aus Sys­tem­plat­ten, die zum Bei­spiel im Rand­be­reich oder im Über­gang zu Ram­pen und Tü­ren zum Pro­blem­lö­ser wer­den. Ab­ge­run­det wer­de das Sys­tem durch hoch­be­last­ba­re XPS-Hart­schaum­plat­ten als Wär­me­däm­mung, durch ei­ne Ver­bund­ab­dich­tung, die Was­ser­un­ter­läu­fig­keit ver­hin­dert so­wie durch Zu­be­hör für den Ein­bau. Auf die­se Wei­se kön­nen Park­decks mit bis zu 7,5 Ton­nen Ge­samt­be­las­tung ge­baut wer­den.

Die Be­ton­fer­tig­teil­plat­ten sind mit ei­nem spe­zi­ell an­ge­fer­tig­ten Ver­bin­dungs­glied ver­ket­tet.

FO­TOS: WE­SER­PARK; BTE STEL­CON

Das Sys­tem kam beim We­ser­park in Bre­men zum Ein­satz.

Bei ei­nem Um­kehr­dach wird die Däm­me­be­ne auf die Ab­dich­tung ge­legt.

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