Die Au­ßen­hül­le von Ge­bäu­den soll ge­nutzt wer­den, um das Raum­kli­ma va­ria­bel an die Be­dürf­nis­se der Be­woh­ner an­zu­pas­sen.

Die Au­ßen­hül­le von Ge­bäu­den nut­zen, um das Raum­kli­ma va­ria­bel an die Be­dürf­nis­se der Be­woh­ner an­zu­pas­sen – die­se Idee steckt hin­ter dem „Bre­a­thing Skins“-Show­room.

baustoffpraxis - - EDITORIAL -

Die recht­lich ge­schütz­te Ent­wick­lung von To­bi­as Be­cker er­mög­licht es, die Durch­läs­sig­keit von Fas­sa­den stu­fen­los zu va­ri­ie­ren. Da­durch kann das Raum­kli­ma in­di­vi­du­ell an die Be­find­lich­kei­ten des Nut­zers an­ge­passt wer­den. Da­für wur­de der Er­fin­der von Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Dr. Bar­ba

ra Hend­ricks und der Prä­si­den­tin des Um­welt­bun­des­amts, Ma­ria

Krautz­ber­ger, mit dem Bun­des­preis Ecode­sign in der Ka­te­go­rie Nach­wuchs aus­ge­zeich­net.

Die „Bre­a­thing Skins“-Fas­sa­den­tech­no­lo­gie wur­de wäh­rend des Ar­chi­tek­tur­stu­di­ums von Be­cker (ILEK In­sti­tut für Leicht­bau, Ent­wer­fen und Kon­stru­ie­ren, Uni­ver­si­tät Stutt­gart) er­fun­den und recht­lich ge­schützt. Die Pla­nung des Show­rooms war In­halt sei­ner Di­plom­ar­beit. Die­ser wur­de in ei­ner Pro­jekt­grup­pe mit dem da­ma­li­gen Kom­mi­li­to­nen Si­mon Huf­fer, der die Pla­nung des Holz­baus ver­ant­wor­te­te, ei­gen­stän­dig um­ge­setzt.

Die In­spi­ra­ti­on zur Ent­wick­lung ei­ner at­men­den Fas­sa­den­haut ba­siert auf der Idee, ei­nen In­nen­raum über po­ren­ar­ti­ge Luft­ka­nä­le oh­ne das Auf­tre­ten von Luft­zug ganz­flä­chig zu be­lüf­ten. Pneu­ma­tisch könn­ten die­se durch Im­ple­men­tie­rung ei­nes ge­rin­gen Über­drucks im Fas­sa­den­ele­ment luft­dicht ver­schlos­sen wer­den. Cir­ca 140 pneu­ma­ti­sche „Mus­keln“pro Qua­drat­me­ter sei­en oh­ne sicht­ba­re Tech­nik de­zen­tral von ei­nem Kom­pres­sor mit nied­ri­gem en­er­ge­ti­schen Auf­wand ge­steu­ert. Bei Im­ple­men­tie­rung ei­nes ge­rin­gen Un­ter­drucks wei­te­ten sich die Luft­ka­nä­le, die zwi­schen zwei per­fo­rier­ten trans­pa­ren- ten Mas­siv­plat­ten aus Po­ly­car­bo­nat, Typ „Ma­kro­lon GP cle­ar 099“von Co­ve­s­tro, re­ver­si­bel mon­tiert sind. Es ist ei­ne Sand­wich-Kon­struk­ti­on mit ei­nem Ge­wicht von we­ni­ger als elf Ki­lo­gramm pro Qua­drat­me­ter.

Je mehr sich die pneu­ma­ti­schen Mus­keln wei­ten, des­to mehr än­dert sich das Er­schei­nungs­bild der Fas­sa- de. Die Durch­läs­sig­keit für Luft, Bli­cke und Licht wird lo­kal gra­du­ell an­pass­bar.

Der Show­room ist ein Pro­to­typ zur Er­fahr­bar­keit und tech­ni­schen Er­pro­bung der Fas­sa­den­tech­no­lo­gie. Geo­me­trisch setzt sich die Fas­sa­den­form aus sechs Kreis­seg­men­ten ver­schie­de­ner Ra­di­en zu­sam­men.

FO­TOS: TO­BI­AS BE­CKER; CO­VE­S­TRO

Herz­stück des Pro­jekts ist ei­ne at­men­de Fas­sa­den­haut, für die trans­pa­ren­te Po­ly­car­bo­nat-Mas­siv­plat­ten ver­wen­det wer­den.

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