Ei­gen­schaf­ten und Ein­satz­be­rei­che von Per­li­te-Dämm­plat­ten

baustoffpraxis - - AUS- UND WEITERBILDUNG -

Per­li­te kommt in der Re­gel in Form von lo­sem Gra­nu­lat zum Ein­satz: als Schüt­tungs­ma­te­ri­al für Fuß­bö­den, als Ein­blas­däm­mung für Steil- und Flach­dä­cher und als lo­se Kern­däm­mung für zwei­scha­li­ge Au­ßen­wän­de oder Wän­de in Holz­rah­men­bau­wei­se. Doch es gibt auch fes­te Per­li­te-Dämm­plat­ten. Sie wer­den vor al­lem für die In­nen­däm­mung ver­wen­det.

Bei der Mon­ta­ge von In­nen­däm­mun­gen kann man viel falsch ma­chen. Durch ei­ne nicht fach­ge­rech­te Aus­füh­rung dro­hen Feuch­tig­keits­pro­ble­me und Schim­mel­be­fall. Als si­che­re Va­ri­an­te gel­ten al­ler­dings so­ge­nann­te ka­pil­larak­ti­ve Dämm­sys­te­me. De­nen kann Feuch­tig­keit nichts an­ha­ben, weil sie Dämm­plat­ten ent­hal­ten, die Was­ser­dampf und flüs­si­ges Was­ser pro­blem­los auf­neh­men und zeit­ver­setzt wie­der an die In­nen­raum­luft ab­ge­ben kön­nen. Zu die­sen ka­pil­larak­ti­ven Pro­duk­ten ge­hö­ren auch Per­li­te-Dämm­plat­ten.

Per­lit ist ein na­tür­lich vor­kom­men­des Vul­kan­ge­stein, das auch ei­nen An­teil an fest ge­bun­de­nem Was­ser ent­hält. Für die Dämm­stoff­her­stel­lung wird das Gestein ge­mah­len, an­schlie­ßend er­hitzt man die Mehl­kör­ner kurz­zei­tig. Bei 1 000 Grad ver­dampft das ein­ge­schlos­se­ne Was­ser und das Ma­te­ri­al bläht sich auf das zehn- bis zwan­zig­fa­che sei­nes ur­sprüng­li­chen Vo­lu­mens auf.

Durch das Auf­blä­hen ent­steht das kör­ni­ge Gra­nu­lat, das – wie oben be­schrie­ben – als lo­ses Ma­te­ri­al für zahl­rei­che Dämm­auf­ga­ben ver­wen­det wird. Auch vie­le ge­füll­te Mau­er­werk­stei­ne ent­hal­ten die­ses Gra­nu­lat in ih­ren Hohl­kam­mern als in­te­grier­ten Dämm­stoff. Al­ler­dings nicht in lo­ser Form, son­dern stark ver­dich­tet und mit ei­nem mi­ne­ra­li­schen Bin­de­mit­tel ver­setzt. Ganz ähn­lich ver­hält es sich mit den Per­li­te-Plat­ten für den In­nen­dämm­be­reich. Auch die­se sind mit Bin­de­mit­teln ver­setzt, weil sonst kei­ne zu­sam­men­hän­gen­de, fes­te Plat­ten­struk­tur mög­lich wä­re.

Per­lit ist von Na­tur aus al­ka­lisch und schon des­halb un­emp­find­lich ge­gen- über Schim­mel­pilz­spo­ren. Die­se Ei­gen­schaft gilt na­tür­lich auch für Plat­ten aus Per­lit. So ha­ben zum Bei­spiel die „Tec Tem“-Plat­ten des Her­stel­lers Kn­auf Aqua­pa­nel den pH-Wert 10. Bei ei­nem pH-Wert > 7 be­ginnt der al­ka­li­sche Be­reich. Die Plat­ten sind au­ßer­dem dif­fu­si­ons­of­fen und ka­pil­larak­tiv, kön­nen al­so Was­ser­dampf und flüs­si­ges Was­ser pro­blem­los zwi­schen­spei­chern, oh­ne da­durch Scha­den zu neh­men. Da die Plat­ten mög­li­ches Kon­dens­was­ser auf der In­nen­sei­te der Wand ein­fach auf­sau­gen, wird dem Schim­mel der Nähr­bo­den ent­zo­gen, so­dass er gar nicht erst ent­ste­hen kann.

Per­li­te-Dämm­plat­ten ha­ben dar­über hin­aus noch wei­te­re po­si­ti­ve Ei­gen­schaf­ten. Sie sind schad­stoff­frei, ver­rot­ten und schrump­fen nicht und wer­den auch durch Un­ge­zie­fer nicht zer­stört. Das Ma­te­ri­al ist ex­trem lang­le­big, falls es aber doch ir­gend­wann mal aus­ge­tauscht wer­den soll, ist es zu­dem voll­stän­dig re­cy­cel­bar. Und nicht zu­letzt punk­ten Dämm­stof­fe aus Per­lit auch beim The­ma Brand­schutz. Die Plat­ten ge­hö­ren der höchs­ten Bau­stoff­klas­se A1 an, sind al­so nicht brenn­bar.

Däm­men tun die Plat­ten selbst­ver­ständ­lich auch und sor­gen da­mit für war­me Wand­ober­flä­chen. „Dämm­wun­der“sind sie al­ler­dings nicht. Die Wär­me­leit­fä­hig­keit der „Tec Tem“-Plat­ten liegt bei 0,045 W/mK – ein üb­li­cher Wert in die­ser Pro­dukt­ka­te­go­rie, ein mit­tel­mä­ßi­ger Wert im Ver­gleich zu vie­len an­de­ren Dämm­stof­fen. Mit „Tec Tem Cli­ma­pro­tect“bie­tet Kn­auf Aqua­pa­nel auch ei­ne spe­zi­el­le Per­li­te- Dämm­plat­te für Schim­mel­pilz­sa­nie­run­gen im Ge­bäu­de­be­stand. Die­se ist dün­ner als die Stan­dard­plat­ten und hat ei­ne hö­he­re Roh­dich­te, al­ler­dings auch ei­ne noch hö­he­re Wär­me­leit­fä­hig­keit.

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FO­TO: KN­AUF AQUA­PA­NEL

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