Beim Lärm­schutz soll­ten nicht nur ex­ter­ne Qu­el­len be­trach­tet wer­den. Mau­rice Bon­fre­re er­klärt, wor­auf beim Tritt­schall­schutz zu ach­ten ist.

Zu ei­nem leis­tungs­star­ken Lärm­schutz zählt ne­ben dem Schutz vor ex­ter­nen Ge­räu­schen wie Ver­kehr auch ein er­höh­ter Tritt­schall­schutz in­ner­halb des Ge­bäu­des. We­ber bie­tet hier zwei Lö­sun­gen für je­de Raum­si­tua­ti­on an, die Mau­rice Bon­fre­re nä­her er­läu­tert.

baustoffpraxis - - EDITORIAL -

Bei der Aus­wahl des rich­ti­gen Tritt­schall­schut­zes müs­sen vie­le ver­schie­de­ne Ein­fluss­fak­to­ren be­ach­tet wer­den. Ins­be­son­de­re bei Fuß­bö­den im Be­stand sind hin­sicht­lich Auf­bau­hö­he und Flä­chen­ge­wicht pla­ne­ri­sche Gren­zen ge­setzt. Dann gilt es, bei mi­ni­ma­ler Sys­tem­auf­bau­hö­he ei­ne ma­xi­ma­le Tritt­schall­ver­bes­se­rung zu er­zie­len. Der Markt bie­tet ver­schie­de­ne Lö­sungs­an­sät­ze.

Die Norm DIN 4109 „Schall­schutz im Hoch­bau“legt die An­for­de­run­gen an die Tritt­schall- und Luft­schall­däm­mung von Ge­bäu­den fest. Er­gän­zend zur DIN 4109 re­gelt die Richt­li­nie VDI 4100 „Schall­schutz im Hoch­bau – Woh­nun­gen – Beur­tei­lung und Vor­schlä­ge für er­höh­ten Schall­schutz“die An­for­de­run­gen an die Tritt­schall­däm­mung der De­cken­kon­struk­tio­nen von Woh­nun­gen in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern, Dop­pel- und Rei­hen­häu­sern, Be­rei­chen von selbst ge­nutz­ten Woh­nun­gen oder Häu­sern nach Schall- schutz­stu­fen (SSt). Da­bei un­ter­schei­det man:

• Schall­schutz­stu­fe 1 (SSt1) – Geh­ge­räu­sche im All­ge­mei­nen kaum stö­rend

• Schall­schutz­stu­fe 2 (SSt2) – noch wahr­nehm­bar, aber im All­ge­mei­nen nicht stö­rend (ent­spricht er­höh­ten An­for­de­run­gen nach DIN 4109)

• Schall­schutz­stu­fe 3 (SSt3) – nicht stö­rend

Die­se An­for­de­run­gen kön­nen mit den heu­te gän­gi­gen Mas­siv­de­cken in Ver­bin­dung mit ei­nem schwim­men­den Estrich wirt­schaft­lich er­füllt wer­den. Da­bei ist ei­ne ent­spre­chen­de Auf­bau­hö­he für den ein­zu­brin­gen­den Estrich und ein de­fi­nier­tes Flä­chen­ge­wicht zu ge­währ­leis­ten.

In der Sa­nie­rung schei­den kon­ven­tio­nel­le Estrich­sys­te­me auf Grund der ho­hen Schicht­di­cken von Estrich und Dämm­schicht oft aus. Gus­s­asphalt bie­tet zwar ei­ne schnel­le Be­le­grei­fe, bringt aber Be­ein­träch­ti­gun­gen für Hand­wer­ker und Be­woh­ner mit sich. Denn der Ein­bau er­for­dert nach wie vor ein ho­hes Maß an Hand­ar­beit bei Hit­ze-, Rauch- und Ge­ruchs­ent­wick­lung. Gus­s­asphalt und Fer­tig­tei­le­strich ma­chen ei­ne um­fas­sen­de Ma­te­ri­al­lo­gis­tik hin­sicht­lich Trans­port be­zie­hungs­wei­se La­ge­rung er­for­der­lich. Tro­cken­kon­struk­tio­nen müs­sen durch Zu­schnei­den und Aus­fül­len der Fu­gen auf­wen­dig an die Raum­geo­me­trie an­ge­passt wer­den und nei­gen in der Nut­zung zum „Kip­peln“im Rand- oder Tür­be­reich. Zu­dem ent­wi­ckelt sich bei der Ver­ar­bei­tung viel Staub.

Be­son­ders in der Sa­nie­rung wird ein an­ge­mes­se­ner Tritt­schall­schutz

Die Tritt­schall­bahn „Floor Acoustic 28“ist nur drei Mil­li­me­ter dick (l.). Der Dün­nestrich kann da­nach ma­schi­nell auf­ge­tra­gen wer­den.

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