Was ist Po­ly­mer­be­ton und wo­für wird er ver­wen­det?

baustoffpraxis - - AUS- UND WEITERBILDUNG -

Bei Be­ton denkt man fast au­to­ma­tisch an das Bin­de­mit­tel Ze­ment. Doch es gibt auch an­de­re Be­ton­ar­ten. Ein Bei­spiel ist so ge­nann­ter Po­ly­mer­be­ton, de rauch un­ter den al­ter­na­ti­ven Na­men Re­ak­ti­on s harz be­ton und Mi­ne­ral­guss ver­trie­ben wird. In­der Bau­stoff­bran­che kennt man Po­ly­mer be­ton vor al­lem als Ma­te­ri­al für Ent­wäs­se­rungs­rin­nen. Das ist aber nicht das ein­zi­ge An­wen­dungs­feld.

Von her­kömm­li­chem Be­ton un­ter­schei­det sich Po­ly­mer­be­ton da­durch, dass kein Ze­ment, son­dern ein Kunst­stoff (Po­ly­mer) als Bin­de­mit­tel zum Ein­satz kommt. Es ist al­so kei­ne Ze­ment-Ma­trix, son­dern ei­ne Kunst­stof­fMa­trix, die hier die Gesteins kör­nun­gen im Be­ton zu­sam­men­hält. Das hört sich nach ei­nem klei­nen Un­ter­schied an, es ist aber ein ent­schei­den­der, denn durch das Po­ly­mer-Bin­de­mit­tel er­hält der Werk­stoff sei­ne be­son­de­ren Ei­gen­schaf­ten, die ihn so ein­ma­lig ma­chen. Und das, ob­wohl es nur ei­nen Mas­se­an­teil zwi­schen 5 und 15 Pro­zent am fer­ti­gen Be­ton hat.

Wie bei Ze­ment­be­ton hat das Bin­de­mit­tel auch bei Po­ly­mer­be­ton die Auf­ga­be, die zu­meist mi­ne­ra­li­schen Zu­schlag­stof­fe (Kie­se, San­de, Gesteins mehl) zu ei­nem zu­sam­men­hän­gen­den Ma­te­ri­al zu ver­bin­den. Die Kunst­stof­fma­trix be­steht aus Re­ak­ti­ons­har­zen. Bei der Her­stel­lung mengt man dies eden Gesteins kör­nun­gen in flüs­si­ger Form bei, an­schlie­ßend er­star­ren sie. Bei den Re­ak­ti­ons­har­zen han­delt es sich zum Bei­spiel um un­ge­sät­tig­te Po­ly­est­er­har­ze, Epo­xid­har­ze oder Po­ly­ure­tha­ne (PUR).

Üb­ri­gens müs­sen die Zu­schlag­stof­fe nicht zwin­gend mi­ne­ra­li­scher Na­tur sein, auch wenn das meis­tens der Fall ist. Aber man­che Her­stel­ler mi­schen ih­ren Pro­duk­ten zum Bei­spiel auch Kunst­stoff-, Stahl- und Koh­le­fa­sern oder auch Glas­per­len bei.

Po­ly­mer­be­ton kann wie Nor­mal­be­ton für An­wen­dun­gen bis zur höchs­ten Be­las­tungs­klas­se ein­ge­setzt wer­den. Ver­gli­chen mit Nor­mal­be­ton bin­det die fri­sche Be­ton­mas­se aber viel schnel­ler ab, was wirt­schaft­li­che Vor­tei­le mit sich bringt. Und das aus­ge­här­te­te Pro­dukt hat ein ge­rin­ge­res Ge­wicht, was Trans­port und Ein­bau er­leich­tert. Gleich­zei­tig ist das Ma­te­ri­al aber er­staun­li­cher­wei­se fes­ter als Ze­ment­be­ton. Zu­dem ist es in der La­ge, hö­he­re Zug- und Bie­ge­span­nun­gen auf­zu­neh­men. Da­für ist es auf der an­de­ren Sei­te al­ler­dings re­la­tiv an­fäl­lig ge­gen­über Schla­ge­in­wir­kun­gen.

Ein wei­te­rer Vor­teil von Po­ly­mer­be­ton ist sei­ne sehr glat­te, po­ren­ar­me Ober­flä­che, die was­ser­dicht ist und da­zu bei­trägt, dass der Werk­stoff aus­ge­spro­chen wi­der­stands­fä­hig ge­gen­über ag­gres­si­ven Che­mi­ka­li­en ist. Nicht zu­letzt des­halb wird er häu­fig für Ent­wäs­se­rungs­rin­nen ein­ge­setzt, auch in Be­rei­chen, in de­nen mit Grund­was­ser ge­fähr­den­den Stof­fen um­ge­gan­gen wird.

In der Bau­bran­che kennt man Po­ly­mer­be­ton vor al­lem als Ma­te­ri­al im Tief­bau: für Ent­wäs­se­rungs­rin­nen, aber auch für Roh­re, Ka­bel­ka­nä­le oder Licht­schäch­te. Man­che Her­stel­ler fer­ti­gen aus dem Werk­stoff aber auch Plat­ten, et­wa für Trep­pen­stu­fen oder Fas­sa­den­ta­feln. We­gen sei­ner gu­ten Ei­gen­schaf­ten bei der Schwin­gungs­dämp­fung wird der Bau­stoff zu­dem im in­dus­tri­el­len Be­reich ein­ge­setzt, näm­lich zum Bau von Fun­da­men­ten oder Ge­stel­len für Ma­schi­nen und An­la­gen. Be­son­ders gut zur Gel­tung kom­men die be­son­de­ren Ei­gen­schaf­ten von Po­ly­mer­be­ton beim Bal­kon­bau. Bal­kon­plat­ten aus Re­ak­ti­ons­harz­be­ton ha­ben zu­nächst ein­mal den Vor­teil, dass sie ver­gleichs­wei­se leicht sind. Das ge­rin­ge­re Ge­wicht er­mög­licht zu­dem – ver­gli­chen mit Bal­kon­plat­ten aus Nor­mal­be­ton – frei­tra­gen­de Bo­den­plat­ten von grö­ße­rem For­mat, die gleich­wohl nicht we­ni­ger be­last­bar sind. Schließ­lich ist Po­ly­mer­be­ton ja so­gar in der La­ge, grö­ße­re Bie­ge­span­nun­gen auf­zu­neh­men. Aus­schließ­lich auf den Be­ton ver­lässt man sich bei Bal­ko­nen al­ler­dings nicht. So wie die her­kömm­li­che Bo­den­plat­ten aus Stahl­be­ton be­ste­hen, er­hal­ten auch Po­ly­mer­be­ton­plat­ten für Bal­kon­an­wen­dun­gen in der Re­gel ei­ne zu­sätz­li­che Stahl­ar­mie­rung.

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