Si­cher vor Erd­be­ben

Das EU-For­schungs­pro­jekt Elis­sa hat un­ter Be­tei­li­gung von Kn­auf und Co­coon un­ter­sucht, wie sich Ge­bäu­de in StahlLeicht­bau­wei­se bei Erd­be­ben ver­hal­ten. Das Er­geb­nis: Die Kon­struk­tio­nen hal­ten selbst Er­schüt­te­run­gen der Stär­ke 6 stand.

baustoffpraxis - - FORSCHUNG UND TECHNIK -

Welt­weit wer­den jähr­lich über 1 500 Erd­be­ben mit Stär­ke 5 oder mehr auf der Rich­ter­ska­la re­gis­triert. Be­ben die­ser Grö­ßen­ord­nung ver­ur­sa­chen gro­ße Zer­stö­run­gen. Die Si­cher­heit von Ge­bäu­den hat des­halb in seis­misch ak­ti­ven Re­gio­nen obers­te Prio­ri­tät, um das Le­ben der Be­woh­ner zu schüt­zen. Leich­te, duk­ti­le Bau­wei­sen wür­den in die­sen Fäl­len ei­nen gu­ten Schutz bie­ten. Ein Bei­spiel hier­für ist die Stahl-Leicht­bau­wei­se, wie sie die Part­ner Kn­auf und Co­coon ent­wi­ckelt ha­ben. Dies un­ter­streicht das eu­ro­päi­sche For­schungs­pro­jekt Elis­sa, das jetzt zum Ab­schluss ge­bracht wur­de.

Prü­fung auf Rüt­tel­tisch

Im Rah­men von Elis­sa (Ener­gy Ef­fi­ci­ent Light­weight-Sustainable-Sa­feS­teel Con­struc­tion) ha­ben sich Part­ner aus For­schung und In­dus­trie über drei Jah­re mit der Wei­ter­ent­wick­lung der Stahl-Leicht­bau­wei­se be­schäf­tigt, un­ter an­de­rem auch im Hin­blick auf die Erd­be­ben­si­cher­heit. Ge­tes­tet wur­de ne­ben ein­zel­nen Wand- und De­cken­auf­bau­ten auch das als Ge­samt­kon­zept an­ge­leg­te „Elis­sa Haus“– ein zwei­stö­cki­ges Ge­bäu­de in Stahl-Leicht­bau­kon­struk­ti­on mit ei­ner aus Grün­den der Ver­suchs­an­ord­nung be­schränk­ten Gr­und­flä­che von elf Qua­drat­me­tern. Zur Be­wer­tung der dy­na­mi­schen Ei­gen­schaf­ten wie Grund­schwin­gungs­dau­er und Dämp- fungs­ver­hält­nis wur­den da­zu an der dar­auf spe­zia­li­sier­ten Uni­ver­si­tät Nea­pel ver­schie­de­ne Prüf­ver­fah­ren auf ei­nem Rüt­tel­tisch durch­ge­führt. Ne­ben dy­na­mi­schen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­tests wur­den da­bei rea­le Erd­be­ben mit na­tür­li­cher Bo­den­be­we­gung si­mu­liert. Als Re­fe­renz­wert dien­te das L‘Aqui­la-Erd­be­ben, das am 6. April 2009 in Mit­tel­ita­li­en mit ei­ner Mer­cal­li-In­ten­si­tät von et­wa 9 und mit der Grö­ße 6 auf der Rich­ter­ska­le ge­mes­sen wur­de und gro­ße Schä­den an­rich­te­te.

In al­len Tests leg­te die im Elis­sa Haus ein­ge­setz­te Stahl-Leicht­bau­wei­se sehr gu­te seis­mi­sche Leis­tungs­wer­te an den Tag, be­rich­tet Kn­auf. Als re­gel­recht her­vor­ra­gend zu be­wer­ten sei die ma­xi­ma­le ge­gen­sei­ti­ge Stock­werks­ver­schie­bung mit dem sehr klei­nen Wert von 0,97 Pro­zent für das ers­te so­wie 0,58 Pro­zent für das zwei­te Ge­schoss. Die Qu­er­wän­de zeig­ten ge­nau­so ei­ne gu­te seis­mi­sche Re­ak­ti­on wie Bo­den und De­cke, die sich la­ge­si­cher in der Ebe­ne hiel­ten. Das Elis­sa-Haus konn­te so­mit Schwin­gun­gen bis zum 1,5-fa­chen Wert (Ska­lie­rungs­fak­tor von 150 Pro­zent) des Aqui­la Erd­be­bens aus­ge­setzt wer­den, oh­ne dass sicht­ba­re Schä­den in den Bau­tei­len auf­tra­ten. Nicht nur das das vor­dring­li­che Schutz­ziel, Men­schen­le­ben zu ret­ten, wä­re da­mit er­füllt.

FO­TO: KN­AUF

Auf ei­nem Rüt­tel­tisch wur­de das als Stahl-Leicht­kon­struk­ti­on ge­bau­te Elis­sa-Haus ei­nem si­mu­lier­ten Erd­be­ben der Stär­ke 6 (Rich­ter­ska­la) aus­ge­setzt.

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