Na­tur­dämm­stof­fe aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen

baustoffpraxis - - AUS- UND WEITERBILDUNG -

Un­ter nach­wach­sen­den Roh­stof­fen ver­steht man land- oder forst­wirt­schaft­li­che Pro­duk­te, die nach ih­rem Ver­brauch im­mer wie­der von neu­em zur Ver­fü­gung ste­hen – eben weil sie nach­wach­sen. Sie wer­den auch zur Her­stel­lung von Na­tur­dämm­stof­fen ge­nutzt, wo­bei meist Pflan­zen­fa­sern zum Ein­satz kom­men. Dämm­stof­fe aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen kön­nen aber auch tie­ri­scher Her­kunft sein.

Zu ei­ni­gen Na­tur­dämm­stof­fen gibt es auf bau­stoff­wis­sen.de be­reits ei­ge­ne Bei­trä­ge. Das gilt zum Bei­spiel für Plat­ten aus Holz­fa­ser, Holz­wol­le und Kork. Auch Zel­lu­lo­se-Flo­cken be­ste­hen aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen. Sie wer­den zwar größ­ten­teils aus re­cy­cel­tem Alt­pa­pier her­ge­stellt, aber das wie­der­um be­steht ja haupt­säch­lich aus pflanz­li­chen Fa­sern. Zel­lu­lo­se-Dämm­stof­fe kom­men meist als Ein­blas­däm­mung für

Hohl­räu­me oder als Schüt­tun­gen im Bo­den-, Dach- und Wand­be­reich zum Ein­satz.

Na­tur­dämm­stof­fe be­ste­hen meist aus Pflan­zen­fa­sern. Da die Welt der Pflan­zen äu­ßerst viel­fäl­tig ist, ver­wun­dert es nicht, dass auch der Markt für Dämm­stof­fe aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen eher klein­tei­lig und da­mit ziem­lich un­über­sicht­lich ist. Es gibt un­ter­schied­lichs­te Pro­duk­te, et­wa Dämm­stof­fe aus Holz, Baum­wol­le, Flachs, Hanf, Ju­te, Ko­kos, Schilf­rohr, See­gras oder auch aus Wie­sen­gras – um nur ei­ni­ge Bei­spie­le zu nen­nen.

Die Un­über­sicht­lich­keit des Sor­ti­ments wird noch da­durch ver­stärkt, dass es kaum ver­läss­li­che Markt­zah­len gibt. Wel­ches sind die wich­tigs­ten Na­tur­dämm­stof­fe? Wie hoch ist ihr An­teil am ge­sam­ten Dämm­stoff­markt? Zu sol­chen Fra­gen exis­tie­ren lei­der nur Schät­zun­gen. Ei­nig­keit herrscht bei den Ex­per­ten, dass der Markt­an­teil der Dämm­stof­fe aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen in Deutsch­land seit vie­len Jah­ren wächst, al­ler­dings nur sehr lang­sam. Nach wie vor han­delt es sich um ei­nen Ni­schen­markt, der – je nach Schät­zung – zwi­schen 5 und 10 Pro­zent des ge­sam­ten Dämm­stoff­markts aus­ma­chen soll. Die kon­ven­tio­nel­len Dämm­stof­fe, al­len vor­an EPS und Mi­ne­ral­wol­le, be- herr­schen den Markt al­so wei­ter­hin mit ei­nem An­teil von min­des­tens 90 Pro­zent.

Un­be­strit­ten ist auch, dass in­ner­halb des Ni­schen­markts der Na­tur­dämm­stof­fe die Holz­fa­ser­dämm­stof­fe ein­deu­tig den ers­ten Platz be­le­gen. Der Ver­band Holz­fa­ser Dämm­stof­fe (VHD) be­zif­fer­te ih­ren Markt­an­teil im Jahr 2008 auf rund 60 Pro­zent. Auf Platz zwei fol­gen die Zel­lu­lo­se-Dämm­stof­fe. Da­nach fol­gen wahr­schein­lich die Dämm­stof­fe, die aus Hanf- oder Flachs­fa­sern her­ge­stellt wer­den.

Al­le an­de­ren Dämm­stof­fe aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen ha­ben in Deutsch­land bis­lang ei­nen ver­schwin­dend klei­nen Markt­an­teil. Er­wäh­nen wol­len wir an die­ser Stel­le nur noch die Pro­duk­te aus Schaf­wol­le (Fo­to), weil sie ver­deut­li­chen, dass Na­tur­dämm­stof­fe eben auch tie­ri­scher Her­kunft sein kön- nen. Die­se Dämm­stof­fe wer­den aus der Schur­wol­le von Scha­fen her­ge­stellt. Ihr Ein­satz ist auch des­halb in­ter­es­sant, weil Schaf­wol­le die po­si­ti­ve Ei­gen­schaft hat, Schad­stof­fe wie zum Bei­spiel Form­al­de­hyd zu bin­den.

Die Wär­me­leit­fä­hig­keit von Na­tur­dämm­stof­fen liegt in der Re­gel zwi­schen 0,036 und 0,050 W/mK. Das ga­ran­tiert zwar ei­ne gu­te, aber eben kei­ne sehr gu­te Dämm­leis­tung. Zu den Hoch­leis­tungs­dämm­stof­fen ge­hö­ren die Pro­duk­te aus nach­wach­sen­den Dämm­stof­fen si­cher nicht. Da­für bie­ten Na­tur­dämm­stof­fe aber in der Re­gel ei­nen her­vor­ra­gen­den som­mer­li­chen Wär­me­schutz. Au­ßer­dem sind sie meist we­ni­ger feuch­te­an­fäl­lig als zum Bei­spiel Mi­ne­ral­wol­le. Vie­le bio­ba­sier­te Dämm­stof­fe sind in der La­ge, re­la­tiv viel Feuch­tig­keit auf­zu­neh­men und zeit­ver­setzt wie­der ab­zu­ge­ben, oh­ne dass ih­re Dämm­leis­tung we­sent­lich nach­lässt. Klatsch­nass dür­fen sie al­ler­dings nicht wer­den. Dann be­steht die Ge­fahr von Schim­mel­pilz­bil­dung.

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FO­TO: ISOLENAWOLLE

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