GROOVE

Beat - - Spezial Beat - Von Jo­han­nes Di­cke, Mar­co Sche­rer, Ma­rio Schu­ma­cher

Wer sein Pu­bli­kum auf der Tanz­flä­che se­hen will, muss da­für sor­gen, dass es dort groovt. Aber was macht ei­nen gu­ten Groove aus und wie er­zeugt man die­sen? Wel­che Hard- und Soft­ware ist hilf­reich und wo sind gu­te Sounds für Beats und Bäs­se zu fin­den? Wie las­sen sich be­ste­hen­de Tracks er­wei­tern und zum groo­ven brin­gen? Die­se und wei­te­re Fra­gen klä­ren wir in un­se­rem gro­ßen Spe­zi­al, so­wohl an­hand fer­ti­ger Tracks als auch in aus­führ­li­chen Pra­xis-Work­shops.

Der Groove wird nicht sel­ten als das wich­tigs­te Ele­ment ei­nes Mu­sik­stücks be­trach­tet, schließ­lich ist er es, der die Zu­hö­rer da­zu bringt, mit dem Kopf zu ni­cken, mit den Fü­ßen zu wip­pen oder aus­ge­las­sen zu tan­zen. Ob im klas­si­schen Band­kon­text oder in elek­tro­ni­schen Tracks sind es vor al­lem Drums und Bass, die ei­nem Mu­sik­stück sei­nen cha­rak­te­ris­ti­schen Puls und da­mit sei­ne hyp­no­ti­sche Wir­kung ver­lei­hen. Aber auch an­de­re In­stru­men­te wie Rhyth­mus­gi­tar­ren, Key­boards und Syn­the­si­zer kön­nen da­bei ei­ne ent­schei­den­de Rol­le spie­len. Doch was macht ei­nen groß­ar­ti­gen Groove aus? Der re­nom­mier­te Drum­mer Nor­man Garsch­ke hat fol­gen­de Er­klä­rung pa­rat: „Die­se be­son­de­re hyp­no­ti­sche Wir­kung ent­steht durch ein ein­zig­ar­ti­ges Mi­kro-Ti­ming zwi­schen den be­tei­lig­ten Ein­zel­in­stru­men­ten der Drums, durch die un­ver­än­der­te Wie­der­ho­lung des Pat­terns und nicht zu­letzt auch durch ei­ne sehr be­wuss­te in­di­vi­du­el­le Laut­stär­ke­ba­lan­ce der Ein­zel­in­stru­men­te.“Ein pa­cken­der Groove wird da­bei in den sel­tens­ten Fäl­len durch mög­lichst ex­akt ge­spiel­te Drum-Pat­terns er­zielt. „In der Re­gel sind es ge­nau die klei­nen Schwan­kun­gen im Ti­ming der Ein­zel­in­stru­men­te (Mi­kro-Ti­ming), die durch ih­re ste­ti­ge und ex­ak­te Wie­der­ho­lung die „groo­ven­de“Wir­kung ent­ste­hen las­sen“, führt der Schlag­zeu­ger wei­ter aus. „So ent­ste­hen hyp­no­ti­sie­ren­de Lo­ops, bei de­nen man die Fü­ße nicht still­hal­ten kann und un­wei­ger­lich zum Tan­zen ani­miert wird.“Das Drum-Fun­da­ment wird schließ­lich von dem Bass und wei­te­ren In­stru­men­ten rhyth­misch un­ter­stützt oder sinn­voll er­wei­tert.

Block ro­ckin’ beats

Vie­len Hits ver­leiht ei­ne ein­fa­che, aber äu­ßerst ef­fek­ti­ve Kom­bi­na­ti­on aus Four-On-The-FloorDrums und ei­ner ge­rad­li­ni­gen Ach­tel-Bass­li­ne ei­nen pa­cken­den Groove. Dies lässt Ih­nen auch die Mög­lich­keit of­fen, durch ein sub­ti­les Ver­dich­ten oder Aus­dün­nen für Ab­wechs­lung zu sor­gen. Da­mit ein Beat trans­pa­rent und nicht zu über­frach­tet wirkt, kann es sinn­voll sein, sich wie ein ech­ter Schlag­zeu­ger auf ma­xi­mal vier gleich­zei­ti­ge Ele­men­te zu be­schrän­ken.

We­ni­ger ist hier oft mehr - nicht zu­letzt, um ge­nü­gend Platz für die üb­ri­gen In­stru­men­te zu las­sen. Da live ge­spiel­te Beats meist le­ben­di­ger und or­ga­ni­scher klin­gen als pro­gram­mier­te Groo­ves, emp­fiehlt es sich, die­se mit­tels MIDI-Key­board oder ei­nem MIDI-Pad-Con­trol­ler ein­zu­trom­meln. Stö­ren­de Ti­ming-Schwan­kun­gen las­sen sich mit­tels Quan­ti­sie­rung schnell aus­glei­chen. Und dies geht meist deut­lich schnel­ler von der Hand, als ei­nem pro­gram­mier­ten Beat das Groo­ven bei­zu­brin­gen.

All about that bass

Da­mit das Fun­da­ment ei­nes Songs stimmt, ist ei­ne gu­te Ab­stim­mung zwi­schen Drums und Bass un­er­läss­lich. Dies gilt selbst­ver­ständ­lich nicht nur für den Sound, son­dern auch die Rhyth­mik.

Der Rhyth­mus ei­ner Bass­li­ne wird durch das Zu­sam­men­wir­ken von No­ten­wer­ten und Be­to­nun­gen be­stimmt. So klingt be­reits ei­ne durch­gän­gi­ge Ach­tel­li­nie deut­lich le­ben­di­ger, wenn Sie be­stimm­te Zähl­zei­ten ak­zen­tu­ie­ren. Auch das Ti­ming der ein- zel­nen Tö­ne hat ei­ne gro­ße Wir­kung auf das Fee­ling der Bass­li­ne. Wäh­rend leicht ver­zö­ger­te No­ten für ein ent­spann­tes Fee­ling sor­gen, kön­nen leicht vor­ge­zo­ge­ne No­ten auf be­stimm­ten Zähl­zei­ten ei­nen trei­ben­de­ren Groove er­zeu­gen. Es müs­sen aber nicht im­mer ge­rad­li­ni­ge Bass­läu­fe sein: Ge­ra­de in Soul, Funk und Reg­gae, aber auch in Dubstep und Trap sind syn­ko­pier­te Rhyth­men ein be­währ­tes Stil­mit­tel. Da­durch, dass ei­gent­lich un­be­ton­te Schlä­ge des Vier­vier­tel­takts ak­zen­tu­iert wer­den, er­hält die Mu­sik ei­nen be­son­ders mit­rei­ßen­den Groove. Doch nicht nur Sound und Rhyth­mik spie­len bei ei­ner Bass­li­ne ei­ne ent­schei­den­de Rol­le, son­dern auch die Me­lo­dik. So schlägt der Bass als In­stru­ment ei­ne Brü­cke zwi­schen dem Rhyth­mus und der Me­lo­die ei­nes Songs. Dar­über hin­aus stellt er häu­fig das har­mo­ni­sche Fun­da­ment ei­nes Songs be­reit. Da­mit Drums und Bass so­wie al­le üb­ri­gen rhyth­mi­schen Ele­men­te best­mög­lich mit­ein­an­der har­mo­nie­ren, ist ei­ne sorg­fäl­ti­ge Klan­g­aus­wahl so­wie ei­ne ge­schick­te Fre­quenz- und Ste­reo­staf­fe­lung enorm wich­tig.

Groove is in the heart

Auf den fol­gen­den Sei­ten ge­ben wir Ih­nen wert­vol­le Tipps, wie Sie Ih­re Tracks noch mehr zum Groo­ven brin­gen. In pra­xis­na­hen Work­shops ana­ly­sie­ren wir au­ßer­dem, was die Groo­ves fünf ak­tu­el­ler Hits und zeit­lo­ser Klas­si­ker der elek­tro­ni­schen Mu­sik so be­son­ders macht und bau­en die­se im De­tail nach. Dar­über hin­aus stel­len wir Ih­nen be­son­ders emp­feh­lens­wer­te Hard- und Soft­ware-Werk­zeu­ge vor, die zu fri­schen und ein­zig­ar­ti­gen Groo­ves in­spi­rie­ren.

Wer sein Pu­bli­kum auf der Tanz­flä­che se­hen will, muss da­für sor­gen, dass es dort groovt. Wie aber kommt ein gu­ter Groove zu­stan­de und wie lässt er sich kre­ieren? Wel­che Hard- und Soft­ware ist hilf­reich und wo sind gu­te Sounds für Beats und Bäs­se zu fin­den? Wie las­sen sich be­ste­hen­de Tracks er­wei­tern und Groove nach­hal­tig ins Blut krie­gen? Die­se und wei­te­re Fra­gen klä­ren wir so­wohl an­hand fer­ti­ger Tracks als auch in Pra­xis-Work­shops, die wir von null an be­gin­nen.

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