„Mit un­se­ren Ta­schen hel­fen wir Kin­dern“

Die Freun­din­nen Andrea ( 38) und An­ni­ka ( 37) de­si­gnen Hand­ta­schen – und tun da­mit viel Gu­tes

Bella - - INHALT -

Ob groß, klein, bunt oder uni, ver­ziert oder pu­ris­tisch – das Le­ben von Andrea No­el­le und An­ni­ka Bus­se dreht sich um Hand­ta­schen. Es be­gann vor vier Jah­ren, bei­de wa­ren in El­tern­zeit. „Mei­ne Toch­ter war ge­ra­de ein Jahr und mach­te ih­ren Mit­tags­schlaf. Ich saß mit Andrea am Wohn­zim­mer­tisch, und wir über­leg­ten, wie wir un­se­re Fir­men­idee am bes­ten struk­tu­rie­ren kön­nen“, er­zählt An­ni­ka. Kei­ne leich­te Auf­ga­be – die ­Freun­din­nen wol­len nach­hal­ti­ge Ta­schen pro­du­zie­ren und mit dem Ver­kauf die Bil­dung von Kin­dern in Afri­ka un­ter­stüt­zen.

Ken­nen­ge­lernt ha­ben sie sich in der Schu­le

Sie stu­die­ren zu­sam­men und ver­fas­sen ih­re Dok­tor­ar­beit ge­mein­sam – über Mi­kro­kre­di­te für Men­schen in Afri­ka. Da­für ­re­cher­chie­ren sie viel und sind er­schüt­tert über die Per­spek­tiv­lo­sig­keit der Kin­der dort, von de­nen die we­nigs­ten ei­ne Schu­le be­su­chen kön­nen. Nach dem Stu­di­um sam­meln An­ni­ka und Andrea Er­fah­run­gen in gro­ßen Un­ter­neh­men und rei­sen durch Ent­wick­lungs­län­der. Ihr Traum ist es, ­Mo­de zu kre­ieren und da­bei Gu­tes zu tun. 2012 wa­gen sie den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit und grün­den be­liya. Hier­bei sind auch die Rol­len klar ver­teilt: Andrea de­signt die Ta­schen, An­ni­ka küm­mert sich um die Or­ga­ni­sa­ti­on. „Ich bin da ziem­lich na­iv ran­ge­gan­gen. Oh­ne mir vor­her zu über­le­gen, wel­che Kon­se­quen­zen das für mein Fa­mi­li­en­le­ben hat“, er­zählt An­ni­ka, Mut­ter von zwei Töch­tern.

Ge­ra­de in der An­fangs­pha­se des Un­ter­neh­mens gibt es vie­le Her­aus­for­de­run­gen, die die Freun­din­nen ne­ben ih­ren klei­nen Kin­dern stem­men müs­sen: Wie se­hen die Hand­ta­schen aus, wo wol­len wir pro­du­zie­ren? „Die­se Fra­gen stell­ten wir uns, weil Nach­hal­tig­keit eben­so wich­tig ist wie Qua­li­tät.“So ka­men sie auf die Idee, dass ei­ne be­liya-Ta­sche aus den Über­schüs­sen der De­si­gner- und Pols­ter­mö­bel­in­dus­trie ent­ste­hen soll­te – ei­ne ­Mi­schung aus Pra­da und So­fa, Va­len­ti­no und Ses­sel. Na­tür­lich gab es auch Mo­men­te der Ver­zweif­lung. Doch ge­mein­sam ha­ben sie im­mer ei­ne Lö­sung ge­fun­den. „Das ist auch un­ser Er­folg. Wir hel­fen und er­gän­zen uns.“Und die bei­den Müt­ter ler­nen: Gu­te Pla­nung ist al­les. „An un­se­rem

Kühl­schrank hängt ein Wo­chen­plan, an dem al­les ein­ge­tra­gen wird. Sonst wür­de Cha­os aus­bre­chen.“Ein Ter­min jagt den an­de­ren: Fo­to­pro­duk­tio­nen, Fi­nan­zen, De­sign-Be­spre­chun­gen.

Die bes­te Ba­lan­ce ­zwi­schen Job und Fa­mi­lie

Mitt­ler­wei­le ha­ben die Freun­din­nen ei­nen Show­room in Ham­burg, ein fes­tes sechs­köp­fi­ges Team und je­den Tag mehr Be­stel­lun­gen. Par­al­lel zum Job ist es den bei­den Frau­en aber ex­trem wich­tig, ein­fach nur Müt­ter zu sein. So ar­bei­te­te An­ni­ka nach der Ge­burt des zwei­ten Kin­des erst ein­mal von zu Hau­se aus, spä­ter nimmt sie ih­re Jüngs­te mit ins Bü­ro.

Heu­te ha­ben die Un­ter­neh­me­rin­nen ih­re Ba­lan­ce zwi­schen Fa­mi­lie und Ar­beit ge­fun­den. „Mei­ne Gro­ße weiß, dass Ma­ma Che­fin ist und Ta­schen macht. Und sie weiß auch, dass wir Kin­dern in Afri­ka ­hel­fen. Das macht uns stolz.“Mit Pro­jekt­rei­sen zu den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen in Afri­ka ver­ge­wis­sern sie sich, wo­für sie die Ar­beit auf sich neh­men. „Die Kin­der dort ge­hen mit so ei­ner Freu­de zur Schu­le. Am liebs­ten wür­de man al­le bei sich auf­neh­men. So ein Be­such er­det und führt uns vor ­Au­gen, wie gut wir es ha­ben.“Für die ­Zu­kunft wün­schen sie sich, dass ih­re Mar­ke an Be­kannt­heit ge­winnt, sich eta­bliert – und da­mit ganz vie­len Kin­dern ge­hol­fen wer­den kann.

An­ni­ka (l.) und Andrea ganz in ih­rem Ele­ment: Wel­che ­Ta­sche ist die schöns­te?

Power im ­Du­ett: bes­te Freun­din­nen und Fir­menPart­ne­rin­nen

1996 Schon seit der Schul­zeit sind die bei­den be­freun­det

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