Voll im Trend: Ge­nuss­tou­ren

Was für ei­ne köst­li­che Idee: Die Lü­ne­bur­ge­rin An­ja Ne­u­mann (38) nimmt Gäs­te mit auf Schlem­mer-Tour durch ih­re schö­ne Stadt

Bella - - INHALT - Text: Ja­na Pe­try

Es ist ein son­ni­ger Herbst­tag. Zahl­rei­che Men­schen tum­meln sich am Lü­ne­bur­ger St­int und in den Ca­fés. Mit­ten­drin, am his­to­ri­schen Al­ten Kran, war­tet An­ja Ne­u­mann auf die Teil­neh­mer ih­rer Ge­nuss­tour. 16 Frau­en und Män­ner, ­de­nen die sym­pa­thi­sche 38-Jäh­ri­ge ih­re Lieb­lings­plät­ze – ei­ner le­cke­rer als der an­de­re – zei­gen wird. „Will­kom­men in Lü­ne­burg! Schön, dass ihr mit mir auf Ge­nuss­tour geht. Ich bin si­cher, am ­En­de fühlt ihr euch hier fast wie zu Hau­se“, be­grüßt sie die Run­de. An­ja hat Charme, lacht viel. Mit ihr fühlt man sich auf An­hieb wohl.

Für An­ja geht ein gro­ßer Traum in Er­fül­lung

Im Mai hat die quir­li­ge Froh­na­tur den Schritt in die Teil­selbst­stän­dig­keit ge­wagt – und liegt mit ih­rer Idee voll im Trend. Ne­ben ih­rem Voll­zeit­job zeigt sie an aus­ge­wähl­ten Ter­mi­nen die ku­li­na­ri­schen Lieb­lings­plät­ze ih­rer Stadt. Zwi­schen­durch er­zählt die stu­dier­te Tou­ris­tik­fach­frau et­was über die Lü­ne­bur­ger Salz­ge­schich­te oder die al­ten Ge­bäu­de wie den Lü­ner Hof. „Qua­li­tät, Ge­nuss und Ge­sel­lig­keit“– dar­auf kommt es ihr auf der drei­stün­di­gen Tour an. Das zu ver­mit­teln fällt ihr leicht, schließ­lich ist es ih­re per­sön­li­che Über­zeu­gung, ein be­wuss­tes Le­bens­ge­fühl, dem sie je­den Tag nach­geht. „In den letz­ten Jah­ren hat sich viel in mir ver­än­dert. Ich be­geis­te­re mich schon im­mer für hie­si­ge Un­ter­neh­men, ge­he je­de Wo­che auf den Markt. Be­wusst rie­chen, schme­cken, ge­nie­ßen – vie­le ha­ben das ver­lernt. Mit mei­ner Tour set­ze ich Denk­an­stö­ße.“Die Mut­ter ei­nes zwölf­jäh­ri­gen Soh­nes lenkt den Blick auf das We­sent­li­che – und setzt da­bei auf re­gio­na­le Part­ner, bei de­nen sie selbst Kun­din und Gast ist. An­ja weiß, wo es die knusp­rigs­ten Süß­kar­ tof­fel-Pom­mes (und den bes­ten American Cheese­ca­ke) oder die kna­ckigs­te Cur­ry­wurst (wahl­wei­se aus Brat­wurst, Bi­oAu­che­roch­se oder Sei­tan) gibt. An­ja weiß, wie be­son­ders die Bon­bon­her­stel­lung am St­int ist: Die Ma­nu­fak­tur ist nur ei­ne von et­wa zehn in Deutsch­land, die sich an die Rocks, die Kö­nigs­dis­zi­plin, trau­en. An­ja weiß um das Ge­heim­nis ei­nes per­fek­ten Kaf­fees oder die Ein­zig­ar­tig­keit der Salz­pra­li­ne. „Und dann ist da noch mein Kä­se­la­den, an dem ich nie vor­bei­kom­me!“, gibt sie zu. Kein Wun­der, wenn der Duft von 300 Kä­se­sor­ten auf die klei­ne Gas­se weht. Die Lei­den­schaft für Kä­se teilt An­ja so­wohl mit ih­ren Teil­neh­mern als auch der In­ha­be­rin. 2011 wur­de der La­den so­gar vom Ma­ga­zin „Fein­schme­cker“aus­ge­zeich­net. Ge­nau­so un­ver­zicht­bar ist für die ge­witz­te Blon­di­ne ein Be­such auf dem Wo­chen­markt. Vor al­lem jetzt, da ihr Obst­bau­er et­was Be­son­de­res im An­bau und Ver­kauf hat: Ki­wi­bee­ren. „Op­tisch er­in­nern sie an Mi­ni-Ki­wis, sind ge­schmack­lich aber in­ten­si­ver und mit Scha­le zu es­sen“, er­klärt Hei­ko Mey­er. Die Ent­de­ckung aus Asi­en macht sich gut zwi­schen ak­tu­ell zwölf Ap­fel­sor­ten, Bir­nen und Zwetsch­gen – und ist le­cker!

Flo­renz, Lon­don, Brüg­ge – die Idee kam auf Rei­sen

An­ja liebt es, auf Ent­de­ckungs­rei­sen zu ge­hen und In­spi­ra­tio­nen aus al­ler Welt zu sam­meln. „Schon bei mei­ner ers­ten Tos­ka­na-Tour dach­te ich, dass so et­was nach Lü­ne­burg muss!“, ist sie be­geis­tert von der Ent­wick­lung. Im nächs­ten Jahr er­wei­tert sie ihr Pro­gramm so­gar mit ei­ner Zech­tour, schließ­lich hat Lü­ne­burg die höchs­ten Kn­ei­pen­dich­te Deutsch­lands mit ei­ge­ner Braue­rei. „Die Home­page ist in Ar­beit, aber wir ha­ben auch ­Face­book und ei­ne Bu­chungs­platt­form“, wirbt An­ja. Denn in­zwi­schen sind auch kom­mer­zi­el­le An­bie­ter in vie­len Städ­ten auf den Trend auf­ge­sprun­gen. Wie grenzt An­ja sich von Mit­be­wer­bern ab? „Im Ge­gen­satz zu an­de­ren Gui­des ken­ne ich Lü­ne­burg, woh­ne und ar­bei­te hier.“Statt auf Pro­fit setzt sie auf Fair­ness und Qua­li­tät, ent­lohnt je­den ih­rer Part­ner. „Sie im Preis zu drü­cken kä­me für mich nicht in­fra­ge! Ihr En­ga­ge­ment ist nicht selbst­ver­ständ­lich.“Auch in­di­vi­du­el­le Tou­ren (z. B. für Ve­ga­ner) sind mög­lich. Ge­nuss hat eben vie­le Fa­cet­ten. „Hei­mat ist dort, wo es schmeckt und man sich will­kom­men fühlt. Hei­mat­lie­be und Ge­nuss ge­hö­ren für mich ­zu­sam­men“, sagt An­ja, nimmt ei­nen Schluck des mil­den Kaf­fees. Die Grup­pe tut es ihr gleich. Al­le sind satt, zu­frie­den und wol­len wie­der­kom­men. Die­se lie­be­vol­le Ge­nuss­kul­tur kann wohl nur ein ech­ter Lü­ne­bur­ger wei­ter­ge­ben.

„Hei­mat, Lie­be, Ge­nuss – das zählt für mich“

Da strahlt das Fein­schme­ck­er­herz! Die Tour ist für al­le Teil­neh­mer ein wah­rer Ge­nuss für die Sin­ne

In den klei­nen Gas­sen fin­den sich vie­le in­ha­ber­ge­führ­te Re­stau­rants und Ca­fés

Na, wer will kos­ten? In An­jas liebs­tem Kä­se­la­den gibt es über 300 Sor­ten und vie­le le­cke­re Cre­mes 12 bel­la

So macht man ein Bon­bon: Aus acht Ki­lo hei­ßer Zu­cker­mas­se ent­ste­hen Kaf­fee-Bai­ley­sRocks

Ein­fach zum An­bei­ßen: Die Scho­ko­la­denMa­nu­fak­tur stellt Pra­li­nen selbst her

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