Rich­tig ver­hal­ten bei ei­nem Schlag­an­fall

Bergische Morgenpost Hueckeswagen - - HÜCKESWAGEN - VON JOA­CHIM RÜTTGEN

Die Schlag­an­fall-Initia­ti­ve des Ober­ber­gi­schen Krei­ses hat die 14 Ret­tungs­wa­gen und die 16 Kran­ken­wa­gen in Ober­berg mit auf­fäl­li­gen Auf­kle­bern ver­se­hen. Sie wei­sen auf das rich­ti­ge Ver­hal­ten beim Ver­dacht auf ei­nen Schlag­an­fall hin.

OBER­BERG „Je­der Schlag­an­fall ist ein Not­fall: 112 wäh­len!“Mit die­sem Slo­gan sind jetzt die 14 Ret­tungs­wa­gen und 16 Kran­ken­wa­gen im Ober­ber­gi­schen Kreis un­ter­wegs. Die Initia­ti­ve „Ober­berg ge­gen den Schlag­an­fall“hat die Ein­satz­fahr­zeu­ge mit auf­fäl­li­gen Sti­ckern be­klebt, die auf das rich­ti­ge Ver­hal­ten bei Ver­dacht auf ei­nen Schlag­an­fall hin­wei­sen.

Für Prä­ven­ti­on und Sen­si­bi­li­sie­rung von Schlag­an­fäl­len setzt sich die Initia­ti­ve kreis­weit ein. Et­wa

„Es bleibt vor­ran­gig, den Schlag­an­fall früh­zei­tig zu er­ken­nen und so­fort

rich­tig zu han­deln“

Klaus Groo­tens

Kreis­di­rek­tor

1500 Men­schen er­lei­den jähr­lich im Ober­ber­gi­schen Kreis ei­nen Schlag­an­fall. „Schlag­an­fall ist im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes Kopf­sa­che. Es bleibt vor­ran­gig, den Schlag­an­fall früh­zei­tig zu er­ken­nen und so­fort rich­tig zu han­deln“, sagt Kreis­di­rek­tor Klaus Groo­tens. Und rich­tig han­deln hie­ße zu al­ler­erst: Im Not­fall die 112 zu wäh­len, um den Ret­tungs­dienst zu alar­mie­ren. „Wir ha­ben ei­ne ho­he Dich­te an Ret­tungs­wa­chen und sor­gen im Ober­ber­gi­schen für schnel­le Hil­fe im Not­fall“, sagt Groo­tens. Dr. Chris­ti­an Dick­schen, De­zer­nent für den Ret­tungs­dienst des Ober­ber­gi­schen Krei­ses er­gänzt: „Wir sind mit un­se­ren Ret­tungs­wa­gen kreis­weit un­ter­wegs und da­her ein gu­ter Mul­ti­pli­ka­tor.“

„Zu vie­le Men­schen se­hen in ei­nem Schlag­an­fall kei­nen Not­fall und war­ten lei­der zu lan­ge, be­vor sie ärzt­li­che Hil­fe su­chen,“sagt Prof. Dr. Franz Bla­es, Lei­ter der Neu­ro­lo­gie im Kreis­kran­ken­haus Gum­mers­bach und ei­ner der Mo­to­ren der Initia­ti­ve „Ober­berg ge­gen den Schlag­an­fall“. Der Neu­ro­lo­ge er­lebt im­mer wie­der, dass Pa­ti­en­ten dar­auf war­ten, dass sich Sym­pto­me wie et­wa ein tau­ber Arm von al­lei­ne wie­der bes­sern. „Noch im­mer wer­den Schlag­an­fall­pa­ti­en­ten zu spät be­han­delt. Vie­le Men­schen hof­fen erst ein­mal, dass die Sym­pto­me von al­lei­ne ver­schwin­den. Wenn sie dann doch ins Kran­ken­haus kom­men, ist es oft zu spät, um noch die so­ge­nann­te Lys­ethe­ra­pie zur Auf­lö­sung ei­nes Blut­ge­rinn­sels im Ge­hirn ein­lei­ten zu kön­nen“, sagt Prof. Dr. Franz Bla­es. Dass sich die Ly­se-Ra­te im Ober­ber­gi­schen Kreis in­ner­halb der ver­gan­ge­nen zwei Jah­re um na­he­zu 80 Pro­zent ge­stei­gert hat, wer­tet der Neu­ro­lo­ge auch als ei­nen Ver­dienst der Schlag­an­fall-Initia­ti­ve, die mit zahl­rei­chen Ak­tio­nen im Ober­ber­gi­schen Kreis im­mer wie­der auf die Sym­pto­me ei­nes Schlag­an­falls und das rich­ti­ge Ver­hal­ten hin­weist. „Bei ei­nem Schlag­an­fall zählt je­de Mi­nu­te. Dem Ober­ber­gi­schen Kreis ist es ein be­son­de­res An­lie­gen, ein noch bes­se­res Be­ra­tungs­an­ge­bot für Schlag­an­fall­pa­ti­en­ten und ih­re An­ge­hö­ri­gen zu schaf­fen“, sagt Ge­sund­heits­de­zer­nent Ralf Schmal­len­bach. „Da­für brau­chen wir die Initia­ti­ve Ober­berg ge­gen den Schlag­an­fall und star­ke Part­ner, die Ide­en, wie bei­spiels­wei­se un­se­re ak­tu­el­le Auf­kle­ber-Ak­ti­on, er­folg­reich um­set­zen.“Andre­as Hüp­per, Fach­ser­vice­lei­ter Me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung bei der AOK Rhein­lan­dHam­burg/ Re­gio­nal­di­rek­ti­on Ober­berg, Rhein-Berg, Le­ver­ku­sen emp­fieht: „Kei­ne Angst vor Feh­l­ein­sät­zen. Lie­ber ein­mal zu viel an­ru­fen bei Ver­dacht auf Schlag­an­fall. Die AOK zahlt den Ein­satz des Ret­tungs­diens­tes.“Auch die bei­den Re­haEx­per­ten Kath­rin Duve, Selbst­hil­fe- Be­auf­trag­te der Dr. Becker RheinSieg-Kli­nik in Nüm­brecht, und Dr. Jür­gen Bon­nert, Chef­arzt der Fach­kli­nik Neu­ro­lo­gie am Me­diC­lin Re­ha­zen­trum Reichs­hof, wis­sen, wie wich­tig es ist, schnell bei ei­nem Schlag­an­fall be­han­delt zu wer­den. „Wer früh ge­nug im Kran­ken­haus die Lys­ethe­ra­pie be­kom­men konn­te, hat deut­lich bes­se­re Chan­cen bei der Be­hand­lung von Be­hin­de­run­gen“, sagt Dr. Bon­nert. „Da­her ist Auf­klä­rung über den Schlag­an­fall ganz wich­tig“, sagt Kath­rin Duve. www.obk-schlag­an­fall.de www.kli­ni­ku­mo­ber­berg.de

FO­TO: OBK

Die Initia­ti­ve Ober­berg ge­gen den Schlag­an­fall wirbt auf den Ret­tungs­fahr­zeu­gen mit gro­ßen Sti­ckern für schnel­les Han­deln im Not­fall (v.l.n.r.): Dr. Chris­ti­an Dick­schen, De­zer­nent Ret­tungs­dienst; Kreis­di­rek­tor Klaus Groo­tens; Prof. Dr. Franz Bla­es; Ralf Schmal­len­bach, Ge­sund­heits­de­zer­nent; Andre­as Hüp­per, AOK Rhein­land-Ham­burg/ Re­gio­nal­di­rek­ti­on Ober­berg, Rhein-Berg, Le­ver­ku­sen; Kath­rin Duve, Re­ha-Ex­per­tin und Selbst­hil­fe-Be­auf­trag­te der Dr. Becker Rhein-Sieg-Kli­nik in Nüm­brecht und Dr. Jür­gen Bon­nert, Chef­arzt der Fach­kli­nik Neu­ro­lo­gie am Me­diC­lin Re­ha­zen­trum Reichs­hof.

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