„Bläck Fööss“spie­len mit viel Herz in der Klos­ter­kir­che

Bergische Morgenpost Hueckeswagen - - LOKALE KULTUR - VON BERND GEISLER

REMSCHEID Spä­tes­tens seit Mitt­woch­abend ist Len­nep ein „Vee­del“von Köln. Die­ser spon­ta­ne Ein­druck schlug dem Be­su­cher ent­ge­gen, ge­riet er mit­ten in das Kon­zert der „Bläck Fööss“in der Klos­ter­kir­che.

Der Mi­no­ri­ten­saal bre­chend voll, oben auf der Em­po­re al­le Plät­ze be­setzt. Die Leu­te tanz­ten, klatsch­ten, schun­kel­ten zu bei­na­he je­dem Lied, das die Band auf der Büh­ne zum Bes­ten gab. Und zwar von An­fang an. Die Bläck Fööss be­gan­nen mit „Wenn mir Köl­sche sin­ge“und so­fort wur­de der Mi­no­ri­ten­saal zum Gür­ze­nich, der Ber­gi­sche zum köl­sche Jung oder Mäd­che und al­le be­ka­men ei­ne Papp­na­se auf.

Der Geist des rhei­ni­schen Froh­sinns scheint in je­dem Lied der Bar­fü­ßi­gen (Bläck Fööss) zu ste­cken. Und die Fööss mach­ten auch kein Hehl dar­aus. Je­des Lied ge­riet zum Heim­spiel. Sie san­gen und spiel­ten, als lä­ge das „Bi­cken­dor­fer Büd­che“ge­ra­de­wegs um die Ecke. Der köl­sche Dia­lekt wur­de zur zwei­ten Lan­des­spra­che. Für die sie­ben Manns­lück ge­riet das Kon­zert zum Heim­spiel – und das mit­ten in der Wo­che. Ge­mäß ih­rem neu­en Lied “Lom­mer nim­mih lom­mer sa­ge“(Lass uns nicht mehr „lass uns“sa­gen) tun sie et­was – Bläck Fööss ha­ben für je­den et­was auf La­ger: vom Volks- und Kar­ne­vals­lied über spa­ni­sche Folk­lo­re, Rock ’n’ Roll bis zum ame­ri­ka­ni­schen Gos­pel. Und al­les auf Kölsch und zum Mit­sin­gen prä­sen­tiert. So tra­gen sie ih­re Ver­bun­den­heit zu Köln quer durchs gan­ze Land – mit al­lem, was da­zu­ge­hört.

Für man­che über­ra­schend prä­sen­tier­te Ur­ge­stein Er­ry Sto­k­losa zwei neue Front­män­ner zum ers­ten Mal in der Klos­ter­kir­che: Mir­ko Bäu­mer und Pit Hup­per­ten. Sie brach­ten mit Stim­me und Show fri­schen rhei­ni­schen Wind auf die Bret­ter. Ei­ni­ge wer­den Mir­ko be­reits als ehe­ma­li­gen Sän­ger der Queen-Tri­bu­teBand „MayQueen“ge­kannt ha­ben. Er ließ es sich nicht neh­men, den Hit der Plat­ters „The Gre­at Pre­ten­der“in der Ver­si­on von Fred­dy Mer­cu­ry zu schmet­tern. Pit Hup­per­ten tour­te be­reits als Sän­ger in der fa­mo­sen Da­vid-Bo­wie-Tri­bu­te-Band „Space Od­di­ty“durchs Ber­gi­sche. Als ge­bo­re­ner Le­ver­ku­se­ner ist er qua­si mit dem Köl­schen in der Mut­ter­milch auf­ge­wach­sen. So leg­te er ei­nen au­then­tisch al­ko­ho­li­sier­ten Schüt­zen­kö­nig in „Schöt­ze­fess“auf die Büh­ne. Das Men­sch­li­che mit „vill Hätz“(viel Herz) über die Büh­ne zu brin­gen, ist die gro­ße Stär­ke der Band. Dem pflich­te­te Be­su­cher Jens Schrö­der aus Len­nep be­geis­tert bei: „Die Fööss sind ein­ma­lig, ihr Herz schlägt mit.“Mar­ti­na Ben­ecke aus Wup­per­tal be­kann­te: „Die köl­schen Lie­der ge­hen bei mir run­ter wie Kölsch.“Kein Wunder, dass die Leu­te die Band auch nach weit über zwei St­un­den nicht nach Hau­se ge­hen las­sen woll­ten. „Bye bye, my Lo­ve“san­gen die Fans.

FO­TO: GEISLER

Mir­ko Bäu­mer, Er­ry Sto­k­losa, Pit Hup­per­ten und Hart­mut Priess (v.l.) sorg­ten in der Klos­ter­kir­che mit den „Bläck Fööss“für Stim­mung.

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